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Besuch

Mehr Zeit für die Pflege statt Bürokratie

FDP-Bezirksvorsitzender Ulrich Lechte war zu Gast bei der Caritas und hörte sich an, wo der Schuh drückt.
Von Claudia Peinelt

Bei der Caritas in Cham (v. l.): FDP-Bezirksvorsitzender Ulrich Lechte, Sozialpädagogin Rita Bücherl, Caritas-Geschäftsführer Andreas Jordan und FDP-Kreisvorsitzender Josef Fries Foto: Peinelt
Bei der Caritas in Cham (v. l.): FDP-Bezirksvorsitzender Ulrich Lechte, Sozialpädagogin Rita Bücherl, Caritas-Geschäftsführer Andreas Jordan und FDP-Kreisvorsitzender Josef Fries Foto: Peinelt

Cham.„Eine Megaaufgabe wird der Kampf gegen den Pflegenotstand im 21. Jahrhundert.“ Da ist sich der Bezirksvorsitzende der FDP, Ulrich Lechte, sicher. Er besuchte am Dienstagnachmittag die Caritas-Geschäftsstelle in Cham und hörte sich an, wo hier der Schuh drückt.

Rita Bücherl, Flüchtlings- und Integrationsberaterin, begleitet die Flüchtlinge bei ihrem Integrationsprozess. „Diese Menschen wollen arbeiten und somit für ihre Existenzsicherung aufkommen. Dies ist gut für ihr Selbstbewusstsein, fördert die Integration und verhindert Ausgrenzung und Depression“, so Bücherl.

Der Pflegenotstand sei groß, das wusste auch Lechte. Und deshalb kämen auch Pflegekräfte aus dem Ausland, um den Pflegenotstand etwas auszugleichen. Die deutsche Sprache beherrschten diese Pflegekräfte oft nur halbwegs, ihr Wissen beschränke sich auf die fachspezifischen Ausdrücke. Angesprochen wurden auch die sogenannten Pflegeroboter, die zur Zeit immer wieder zur Diskussion stehen. Caritas-Geschäftsführer Andreas Jordan meinte, dass diese für bestimmte Tätigkeiten in der Pflege, wie z. B. etwas aus dem Schrank zu holen, einsatzfähig seien. „Doch wo bleibt da die physische Fähigkeit?“, fragte Bücherl.

Jordan kreidete die immer größer werdende Bürokratie in der Pflege an. „Für jede noch so kleine Zusatztätigkeit müssen Häkchen gesetzt werden“, stellte er fest. Die Pflegekräfte sind in erster Linie für die Pflege ausgebildet und nicht für so einen Bürokratieaufwand. Außerdem sei der Mensch wichtig: „Ein gutes Wort, zuhören und einfach nur für sie da sein“, so der Geschäftsführer. „Doch diese Leistungen sind im Katalog nicht vorgesehen.“ Die Pflegekräfte stünden sehr unter Druck. „Wir brauchen einfach mehr Spielraum“, meinte Jordan. Auch die Kurzzeitpflegeplätze in den Heimen seien knapp. Die Verweildauer in den Krankenhäusern sei für die zu Pflegenden oftmals viel zu kurz und innerhalb weniger Tage müsse dann ein Kurzzeitpflegeplatz her. Lechte sagte, er wisse aus eigener Erfahrung, was es bedeute, einen schwerkranken Angehörigen zuhause zu versorgen.

Jordan erklärte, er sehe auch in der Privatisierung der Pflege ein Problem. Der Wettbewerb, der hier herrsche, sei in der Pflege nicht angebracht. Günstige Pflegeangebote bedeuteten nicht auch, dass dort überall bestes Personal sei. „Hier gibt es viele schwarze Schafe“, so Jordan. Der Pflegeberuf sei ein sozialer Beruf, der viel Freude macht. „Man gibt den Menschen viel und bekommt auch wieder sehr viel zurück“, da waren sich Jordan und Bücherl einig. „Nicht jeder ist dafür geboren“, so die Sozialpädagogin.

FDP-Kreischef Josef Fries wollte noch wissen, wie man einen guten Pflegedienst oder ein gutes Pflegeheim findet. „Persönliche Eindrücke machen und Mund-zu-Mund-Propaganda anhören“, riet dazu Andreas Jordan.

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