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Vortrag

Menschen sind elektrosensibel

Während die Schulen mit WLAN ausgestattet werden, stellen sich viele die Frage nach dem Gesundheitsrisiko der Strahlung.

Baubiologe Johannes Schmidt sprach über mögliche Gesundheitsrisiken von WLAN-Strahlung.Foto: fsh
Baubiologe Johannes Schmidt sprach über mögliche Gesundheitsrisiken von WLAN-Strahlung.Foto: fsh

Cham.2007 empfahl der Bildungsausschuss des Landtags, auf WLAN-Netze zu verzichten. Priorität habe die Reduzierung der Strahlenbelastung in Klassenräumen. 2011 stufte die WHO die WLAN-Strahlung als krebsverdächtig ein. Zurzeit werden bundesweit die Schulen mit WLAN-Netzwerken ausgestattet. Für Schüler und Lehrer stellt sich die Frage nach einem möglichen Gesundheitsrisiko.

Zu diesem Thema fand am Donnerstag ein Vortrag, veranstaltet von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Kreisverband Cham, im Hotel am Regenbogen statt. Die Begrüßung übernahm Heidi Ecser vom Personalrat der GEW. Viele der gut 50 Besucher waren Lehrer, eingeladen waren aber auch Eltern und Kommunalpolitiker als Sachaufwandsträger. Unter den Zuhörern war auch Marian Janka, Kreisvorsitzender der GEW.

Der Anstoß zu dieser Veranstaltung kam von Robert Kurzmann vom Bund Naturschutz. Zusammen mit dem Bund hatte die GEW auch eine Lehrerfortbildung angeboten, bei der auf die zu erwartende Strahlenbelastung, eventuelle gesundheitliche Auswirkungen sowie Reduzierungsmöglichkeiten eingegangen wurde.

Referent des Abends war der Baubiologe und Messtechniker am Institut für Baubiologie in Rosenheim, Johannes Schmidt. Hauptbestandteil seines Vortrages waren elektromagnetische Wellen (Hochfrequenz), die ihre Ursache haben unter anderem im Mobilfunk, Daten-, Bündel-, Flug-, Richt- und Rundfunk, in Schnurlostelefonen, drahtlosen Netzwerken und Funkgeräten. Zum Beispiel UMTS, TETRA, LTE, WiMAX, Radio, Fernsehen, WLAN, DECT und Bluetooth gelten als kritischere Funkwellen als gepulste oder periodische Signale.

Bei elektromagnetischen Wellen – auch Hochfrequenz genannt – geht es um drahtlose Informationsübertragung, um Funkanwendungen. Funkwellen sind Transversalwellen und breiten sich mit Lichtgeschwindigkeit aus. Mobilfunknetze, Handys, DECT-, WLAN- und andere moderne digitale Techniken funken außerdem gepulst, um möglichst viele Informationen praktisch zeitgleich übertragen zu können. Die Pulsung – speziell die periodische – wird bei baubiologischen Messungen besonders beachtet.

Der Referent kam auch auf die EUROPAEM EMF Leitlinie 2016 zu sprechen, veröffentlicht von der Europäischen Akademie für Umweltmedizin. Die hat die neue „EMF-Leitlinie zur Vorsorge, Diagnostik und Behandlung von Gesundheitsproblemen, verursacht durch elektromagnetische Felder" präsentiert, verfasst von einem internationalen Team von Wissenschaftlern und Ärzten. Die Leitlinie stellt ausführlich den aktuellen Stand der Forschung zu den Risiken der niederfrequenten und hochfrequenten elektromagnetischen Felder (EMF) dar und den bisherigen Stand der Forschung zur Elektro-Hyper-Sensitivität (EHS). Sie gibt Empfehlungen, wie Ärzte EHS diagnostizieren und behandeln können. Darin heißt es aber auch, dass die Industrie die von ihr verursachten Krankheiten leugnet.

Mobilfunkstrahlung wirkt in einer Kombinationswirkung mit anderen Umweltbelastungen. Die Wechselwirkungen mit Amalgam, Stickoxiden, Feinstaub, Blei, Glyphosat oder Aluminium sind so gut wie nicht erforscht. Es zeigt sich, dass EMF je nach Vorbelastung und den Zustand des Immunsystems wirken. Elektromagnetische Felder führen zu oxidativem Stress in den Zellen. Sie sind damit eine wesentliche Grundlage für eine Palette entzündlicher Prozesse in den Zellen mit pathologischen Folgen. Es sei absurd, auszuschließen, dass Menschen auf diese Dauerbelastung sensibel oder allergisch reagierten. Alle Menschen sind elektrosensibel, genau wie Vögel, Bienen und andere Lebewesen. Einschalten: Der Messtechniker riet dazu, Geräte nur einzuschalten, wenn man sie braucht. WLAN müsste nicht unbedingt sein, weil man etwa Router auch per Kabel betreiben kann. Bei Smartphones wäre es sinnvoll, den Flugmodus öfter einzuschalten, denn der senkt die Belastung um ein Vielfaches. WLAN in Schulen sollten möglichst durch Kabelverbindungen generiert werden, das erspare viel Strahlung. Glasfaserleitungen wären extrem schnell und geben so gut wie keine Strahlung ab.

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