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Kirche

Messe am Gipfel

Pfarrer Trummer betonte auf dem Schwarzeck, dass Glaube festen Willen erfordert.
Von Maria Frisch

Hans Neumaier und Franz Mühlbauer steuerten eine gesangliche Gestaltung bei. Foto: Maria Frisch
Hans Neumaier und Franz Mühlbauer steuerten eine gesangliche Gestaltung bei. Foto: Maria Frisch

Lohberg. Möglicherweise kündigten die vielen Wespen, die die Gipfelstürmer am Sonntagnachmittag auf dem Schwarzeck belästigten, schon das nahende Gewitter an, mit dem die meisten nicht gerechnet hatten. Pfarrer Ambros Trummer teilte gerade die Kommunion aus, als die ersten großen Tropfen fielen und die Feierlichkeiten abrupt abkürzten. Da es auf dem Schwarzeck keinerlei Unterstand gibt, und gleich darauf Starkregen einsetzte, eilten alle, so schnell wie möglich, ins Tal, wo sie völlig durchnässt ankamen.

„Wir san vom Woid dahoam“, eröffneten Hans Neumaier und Franz Mühlbauer zuvor die andächtige Stunde auf dem Gipfelplateau. Die Liedzeile „da Woid is schoj“ veranlasste Pfarrer Ambros Trummer zu der Bitte, dass der Bayerwald den Bewohnern noch lange in seiner Pracht erhalten bleibe. Über die Sommermonate gebe es ein reiches Angebot an Berggottesdiensten. „Heute steht der Hochaltar unterm Gipfelkreuz auf dem Schwarzeck.“

Der Seelsorger wählte das Sonntagsevangelium nach Lukas mit zum Teil harten Worten von Jesus. Die Rede war von der geschlossenen Tür zum Himmel, die nicht mehr geöffnet wurde, um Ankömmlinge einzulassen. Ähnlich verhalte es sich mit Grenzen oder einst mit dem Eisernen Vorhang, den die getrennten Angehörigen nicht überwinden konnten. Dass Menschen hart und unbarmherzig sind, habe man an der Grenze besonders miterlebt oder kenne die Zustände zumindest aus den Erzählungen. „Bei den Heimattreffen werden öfters solche Erlebnisse geschildert, die einem als Zuhörer das Herz zuschnüren“, bestätigte der Geistliche. Dass Jesus vom Reich Gottes ebenso mit harten Worten spricht, erstaune schon ein wenig.

Andererseits lernten die Leute nicht aus der Geschichte, wie ein Blick ins Weltgeschehen verdeutliche. „Eiskalt würden Menschen ausgeschlossen, eingesperrt, abgeschoben. Egal, wie sie sich fühlen und vielleicht daran zugrunde gehen“, sagte der Priester.

Wichtig sei, auf den Kernsatz des Tagesevangeliums zu achten: „Bemüht euch mit allen Kräften, um durch die enge Tür ins Himmelreich zu gelangen.“ Heißt: „Vertrödelt nicht die Zeit.“ Leider würden sich die Zeitgenossen gegenteilig verhalten und tanzten Gott auf der Nase herum. Der Vater im Himmel sei zwar gütig, verständnisvoll, verzeihend und gestehe auch Fehler zu, aber ein echter Wille müsse erkennbar sein. Glaube habe auch mit Willen zu tun. Eltern, Paten, Lehrer, Priester könnten zwar bei Kindern die Saat legen, aber irgendwann müsse der junge Mensch das Ganze auch bejahen und in diesem Glauben wachsen.

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