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Miltacher Jungstörche werden flügge

Eine Horstkamera gewährt seit sechs Jahren Einblicke in den Bäckerhorst in Miltach. Viele Storchen-Fans fiebern mit.

Der erste Abflug der beiden zuerst geschlüpften Küken steht kurz bevor.
Der erste Abflug der beiden zuerst geschlüpften Küken steht kurz bevor. Foto: Gödde/Horstkamera

Miltach.In diesem Jahr kam das Miltacher Storchenpaar Sissi und Franz bereits am 10. Februar von ihrem Winterquartier zurück, sofort begannen beide den Horst auszubessern und mit viel frischen Gras auszupolstern, um diesen für die neue Brut vorzubereiten.

Beide Störche, im besten Storchenalter ist es mit viel Fürsorge in diesem Jahr gelungen vier Jungstörche aufzuziehen. Und diese werden nun immer flügger, vor allem die beiden zuerst geschlüpften Jungstörche kräftigen jeden Tag ihre Flügel, um sich für den ersten Flug aus dem Horst, der in den nächsten Tagen zu erwarten ist zu stärken.

Störche haben in Deutschland, vor allem im ländlichen Gebieten einen hohen Stellenwert in der Bevölkerung, denn sie verkörpern immer noch eine „heile Welt‘, ‚ und jede Gemeinde ist stolz darauf, wenn sich Störche niederlassen, denn dies ist ein Zeichen, dass sie in der näheren Umgebung, auf Wiesen und Auen genügend Futter für ihren Nachwuchs finden, so auch in Miltach.

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Nägel hielten die erste Kamera

Das Interesse an den Störchen hatte die Familie Gödde, die seit vielen Jahren in der ehemaligen Bäckerei Welter wohnt, bewogen, 2015 auf dem Dach des Hauses eine Videokamera anzubringen – nicht nur für sich selbst, in der Zwischenzeit hat sich eine große „Storchen-Fangruppe‘‘, weit über die Landesgrenzen hinaus von interessierten Storchenfreunden gebildet, die mit den Fotos und Videoaufnahmen über Facebook das Geschehen im Miltacher Horst mitverfolgen können.

„Die erste Kamera hatten wir 2015 an einem Holzmast noch mit Nägeln befestigt, der uns leider nach einem Sturm abgebrochen war und die Kamera zerstörte‘‘, so Marion Gödde, die die Facebookseite betreibt. Davon ließen sich die Göddes‘‘ aber nicht entmutigen. Sie installierten eine leistungsstärkere Kamera an einem stabileren Mast.

Einen weiteren Rückschlag gab es im Jahr darauf, als es beim Abbau der Kamera ein weiteres Malheur gab. Denn die Kamera ist beim Abbau nach der Brutsaison erneut zu Bruch gegangen.

Storchendrama 2016

  • Dokumentation:

    Mit Hilfe der Hostkamera gelang es 2016, ein Storchendrama im Bild festzuhalten, als drei Jungstörche nur noch tot aus dem Horst entnommen werden konnten. Zuvor hatten die Altstörche die Küken an dem Rand des Horstes abgelegt.

  • Obduktion:

    Da zu diesem Zeitpunkt die Altstörche genügend Futter für ihren Nachwuchs finden konnten, wurde vermutet, dass sie eventuell an einer Vergiftung (Pestizide) verendet sind. Um die näheren Umstände aufzuklären, wurden die toten Küken in ein Labor nach München geschickt. (cpj)

Fünf Eier für „Sissi“

„2019 haben wir an einem noch stabileren Kameramast nun schon dritte leistungsstarke Kamera montiert, die wir jedes Jahr nach dem Abflug des letzten Storches in die Winterquartiere herunter holen, um diese von dem Schmutz, der sich in den vergangenen Monaten angesetzt hatte zu reinigen.

Die interessanten Aufnahmen geben einen tiefen Einblick in den Horst und über das Brutverhalten und die Aufzucht der Jungstörche. So konnte dokumentiert werden, dass in diesem Jahr Storchendame „Sissi‘‘ fünf Eier in das Nest legte, wobei das erste Ei wieder aus dem Nest geworfen wurde. Es ist zu vermuten, dass es bei der Ablage beschädigt, oder unbefruchtet war.

Mit Hilfe der Hostkamera gelang es 2016, ein Storchendrama im Bild festzuhalten, als drei Jungstörche nur noch tot aus dem Horst entnommen werden konnten. Zuvor hatten die Altstörche die Küken an dem Rand des Horstes abgelegt. Da zu diesem Zeitpunkt die Altstörche genügend Futter für ihren Nachwuchs finden konnten, wurde vermutet, dass sie eventuell an einer Vergiftung (Pestizide) verendet sind. Um die näheren Umstände aufzuklären, wurden die toten Küken in ein Labor nach München geschickt.

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Beringung war ein Höhepunkt

Ein Höhepunkt in diesem Jahr war natürlich die Beringung der vier Jungstörche, die Markus Schmidberger vom LBV-Zentrum für Mensch und Natur mit Hilfe des Leiterwagens der Fa. Beier auf dem Bäckerhorst vornahm. Auch hier war natürlich die Kamera wieder mit dabei und zeigte, dass die Beringung nur wenige Minuten dauerte und für die Jungstörche stressfrei verlief.

„Auch wenn der Aufbau und der Unterhalt der Horstkamera mit einigem Aufwand verbunden ist, freut es uns vor allem, dass wir mit unseren Fotos und Videos aus dem Miltacher Horst immer mehr gleichgesinnte Tierfreunde ansprechen können. Das entschädigt uns für alle Mühen‘‘, so Marion Gödde. (cpj)

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