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Ereignis

Mit einem Schlag ins Glück

Das Doppeljubiläum 70 Jahre Heimatfest und Trenckfestspiel Waldmünchen legte am Donnerstag einen Traumstart hin.
Von Petra Schoplocher

  • Begeisterung auf der Bühne: Mit nur einem Schlag zapfte Markus Ackermann das Fass an. Was für ein Auftakt! Mit dem Bürgermeister und Brauerei-Chef Dr. Alois Plößl (Zweiter on rechts) freuten sich (von links) „Trenck“ Werner Zellmer, Vizebürgermeister Martin Frank, die Bierhoheiten und Festwort Thomas Meier (leicht verdeckt). Foto: Schoplocher
  • Toll, so eine volle Festhalle!“, rief ein sichtlich begeisterter Bürgermeister Markus Ackermann der Menge zu. Er wertete dies als Zeichen der Solidarität mit dem Heimatfest und der Stadt. „Heute ist aber auch ein besonderer Abend“, bekräftigte er, und lud zum langen Verweilen ein. Foto: ps

Waldmünchen.Ein einziger Schlag, wie schon bei der Bierprobe, und „O’zapft“ war. Nicht nur Rhanerbräu-Chef Dr. Alois Plößl zeigte sich schwer begeistert und empfahl Markus Ackermann für höhere Weihen: „Der Bürgermeister könnte Nachhilfe geben.“ Sehr zur Freude der Gäste auf dem Podium klappte es mit dem Einschenken der Maßkrüge ebenso schnell und hervorragend, so dass noch vor halb acht Uhr das erste „Prosit der Gemütlichkeit“ erklang. Endlich Heimatfest!

Die Blaskapelle aus Döfering durfte den rund 50 Gruppen – zählt man die Abteilungen mit – anführen. Die Musiker hatten zuvor schon auf dem Marktplatz auf das 70. Heimatfest eingestimmt und gaben später auch im Zelt beim „Tag der Vereine“ den Takt vor. Foto: ps
Die Blaskapelle aus Döfering durfte den rund 50 Gruppen – zählt man die Abteilungen mit – anführen. Die Musiker hatten zuvor schon auf dem Marktplatz auf das 70. Heimatfest eingestimmt und gaben später auch im Zelt beim „Tag der Vereine“ den Takt vor. Foto: ps

Einen besseren Start in das 70., das Jubiläumsheimatfest, hätte man sich nicht wünschen können. Das Wetter hielt und schon auf dem Marktplatz, beim Standkonzert der Döferinger Blaskapelle, zeichnete sich ab, dass viele dem Fest ihre Aufwartung machen wollten.

Impressionen vom Heimatfesteinzug

Imker wie Sportler, Feuerwehrler wie Angler, Wasserwachtler wie Mitglieder von kirchlichen und sozialen Verbänden und natürlich der Trenckverein – das Festspiel feiert ebenso 70 Jahre – waren gekommen. In starker Besetzung, allen voran wieder der TV Waldmünchen mit seinen vielen Abteilungen, oder aber mit dem, was an einem Donnerstagabend möglich ist.

Bei der Feuerwehr Waldmünchen ist der Heimatfesteinzug ein Selbstläufer, erzählt Vorsitzender Benjamin Schlegl. Gut 40 „Mitläufer“ bringen die Waldmünchener traditionell problemlos zusammen, fünf Mann sind zusätzlich für die erforderlichen Absperrungen gefordert.

Noch personalintensiver ist der Festumzug am Sonntag (Beginn 14 Uhr). Rund 15 Helfer braucht es vonseiten der Stützpunktwehr, auch die Ortsteile leisten Dienst, erklärt der Vorsitzende dankbar. Für diesen Einsatz hat Schlegl in den eigenen Reihen ein paar Lücken klaffen. „Da werd’ ich schon noch mal nachschreiben müssen“, meint er.

Trotz der Anzahl der Feste – auch anderer Wehren – hat der Vorsitzende nicht den Eindruck, dass er sonderlich anschieben muss, grundsätzlich gebe es keine Motivationsprobleme. Das ist auch gut so, schließlich „wollen wir den Kontakt halten und uns blicken lassen“, betont er.

Lange vor Abmarsch herrschte großes Hallo auf dem Marktplatz. Schließlich sollte ja auch noch Zeit bleiben für einen Ratsch. Vereinsintern, wie die Schwarzachtalschützen hier (rechts Sandra Bayer), oder auch „übergreifend“. Foto: ps
Lange vor Abmarsch herrschte großes Hallo auf dem Marktplatz. Schließlich sollte ja auch noch Zeit bleiben für einen Ratsch. Vereinsintern, wie die Schwarzachtalschützen hier (rechts Sandra Bayer), oder auch „übergreifend“. Foto: ps

Bei 47 Mitgliedern und einem harten Kern von rund 20 Aktiven ist Schützenmeisterin Sandra Bayer schon froh, wenn sich die Schwarzachtalschützen mit zehn Mitgliedern „plus x“ präsentieren können. Zwar sei es nicht leicht, neue Leute zu gewinnen, große Sorgen um die Zukunft macht sie sich aber dennoch nicht. „Das Auflagenschießen ist der Renner“, verweist sie auf die Stärke des Vereins.

Gutes Miteinander

Dass die Schwarzachtalschützen gegenüber der „Alten Büchs’n“ in Waldmünchen vor allem bei der Nachwuchsgewinnung oft das Nachsehen hat, liegt ihrer Meinung nach an den örtlichen Gegebenheiten. Während die Schützencompagnie in der Stadt ihr Zuhause hat, müssen „ihre“ Schützen nach Hocha fahren. „Eltern überlegen sich das dann schon zweimal“, weiß sie aus Erfahrung. Das Verhältnis zwischen den Vereinen sei aber sehr gut, will Sandra Bayer deutlich betont wissen.

Wie der Großteil der anderen Vereine macht auch den Schwarzachtalschützen und seiner seit gut drei Jahren amtierenden Schützenmeisterin der Umstand zu schaffen, dass viele Engagierte mehrfach organisiert sind. Manche führen sogar ein „Rotationsbuch“, um den Überblick zu behalten, wann sie bei welchem Verein mitgegangen sind.

Mittendrin, statt nur dabei

Dieses Engagement führt beim Volkstumsverein in diesem Jahr dazu, dass der Nachwuchs im Grunde ein Totalausfall ist. „Die haben sich einer nach dem anderen abgemeldet, weil sie bei Fußball oder wo auch immer mitgehen“, erzählt Petra Dietl, die die Jugend betreut. Ein paar Meter weiter sehen die älteren Herren bei einem vereinsübergreifenden Plausch genau das sportlich: „Hauptsache, die Jugend engagiert sich und ist irgendwo dabei“.

Wer schön sein will.. und die Rhaner Bierhoheiten wollten. Und zwar alle. „Fünf auf einmal, das hat es noch nie gegeben“, freute sich „Chef“ Dr. Alois Plößl. Die Hoheiten 2015 bis 2017, Angie und Yvonne, waren als Überraschung gekommen.Foto: ps
Wer schön sein will.. und die Rhaner Bierhoheiten wollten. Und zwar alle. „Fünf auf einmal, das hat es noch nie gegeben“, freute sich „Chef“ Dr. Alois Plößl. Die Hoheiten 2015 bis 2017, Angie und Yvonne, waren als Überraschung gekommen.Foto: ps

Mittendrin statt nur dabei war ohnehin das Motto des Abends, als sich die Formationen an den vereinsweise zugeordneten Tischen auflösten und in jeder Hinsicht gemeinsam gefeiert wurde. Allen voran das Doppeljubiläum 70 Jahre Heimatfest und 70 Jahre „Trenck, der Pandur vor Waldmünchen“. Beste Gründe, um bis Montag (durch) zu feiern, fand nicht nur der Bürgermeister.

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