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Mitten in Miltach brannte es

Zwei hölzerne Anbauten sowie der Dachstuhl eines Anwesens brannten. Der Schaden wird auf 100 000 Euro geschätzt.
Von Richard Richter

  • Das in Vollbrand stehende Nebengebäude Foto: Feuerwehrinspektion
  • Mit Spritzschutzanzügen rüstete sich ein Trupp aus um Reinigungsmittel bergen zu können. Foto: kht/kht

Miltach.Dem guten Zusammenwirken aller Einsatzkräfte sowie einer frühzeitigen Alarmierung dürfte es zu verdanken sein, dass ein Brand im eng bebauten Ortskern von Miltach auf die Ausbruchstelle begrenzt werden konnte. Nach einer ersten Schätzung sind bei dem Brand von zwei hölzernen Anbauten sowie an dem Hauptgebäude selbst etwa 100 000 Euro Sachschaden entstanden.

Es war kurz nach 5 Uhr, als die Integrierte Leitstelle Regensburg mit dem Einsatzstichwort „Brand landwirtschaftliches Anwesen“ zahlreiche Feuerwehren sowie den Rettungsdienst nach Miltach alarmierte. Am St. Martinsplatz war aus bisher ungeklärter Ursache in einem Holzschuppen ein Brand ausgebrochen. Das Feuer griff zunächst auf eine angebaute Scheune und von dort auf ein in der Höhenrieder Straße gelegenes Wohnhaus über, in dem derzeit zwei Personen leben. Die beiden Bewohner waren zum Zeitpunkt des Brandes nicht zu Hause.

Mit Drucklüftern wurde die Sicht im Innenbereich verbessert, so dass sich Atemschutzträger besser orientieren konnten.
Mit Drucklüftern wurde die Sicht im Innenbereich verbessert, so dass sich Atemschutzträger besser orientieren konnten. Foto: kht/kht

Miltachs Kommandant Johannes Bergbauer ließ seine Aktiven von zwei Seiten die Brandbekämpfung aufnehmen. Dies war dann auch, wie Kreisbrandrat Michael Stahl informierte, der Schlüssel zum Einsatzerfolg. Zudem wurden Personen in angrenzenden Gebäuden über das Brandereignis informiert. Die Feuerwehren aus dem Gemeindegebiet Miltach und Blaibach, Zandt und Chamerau sowie der Bad Kötztinger Löschzug und die Drehleiter aus Cham unterstützten die Löscharbeiten: Mehrere Atemschutzgeräteträger grenzten im Innenbereich des Hauptgebäudes den sich auf den Dachstuhl ausbreitenden Brand ein. Von den Arbeitskörben der Drehleitern aus wurde der Dachstuhl abgelöscht und Dachflächen abgedeckt. Um die Sichtverhältnisse im Innenbereich zu verbessern, wurden mehrere Drucklüfter positioniert, um Brandrauch aus dem Gebäude zu blasen.

Reinigungsmittel gelagert

Aktive löschen vom Dach aus die Flammen in den Anbauten.
Aktive löschen vom Dach aus die Flammen in den Anbauten. Foto: kht/kht

Um genügend Löschwasser vor Ort zu haben, welches anfangs über die Tanklösch- und Löschgruppenfahrzeuge sichergestellt wurde, wurden zwei Förderleitungen zum Perlbach verlegt und zwei Hydranten in Betrieb genommen. Nachdem im Einsatzverlauf kurzzeitig gelblicher Rauch wahrgenommen wurde, erkundete ein mit speziellen Spritzschutzanzügen ausgerüsteter Atemschutztrupp einen Lagerraum, in dem größere Mengen Reinigungsmittel gelagert waren. „Es waren bis auf drei alle Gebinde dicht“, so die Feuerwehrführungskräfte. Die lecken Behälter wurden in dichten Wannen zwischengelagert.

Nachbargebäude unbeschädigt

Die Flammen hatten auch auf den Dachstuhl übergegriffen.
Die Flammen hatten auch auf den Dachstuhl übergegriffen. Foto: kht/kht

„Es war eine saubere schnelle Arbeit“ lautete das Resumée der Feuerwehrführung um Kreisbrandrat Michael Stahl gegen 8.30 Uhr, als die ersten Feuerwehreinheiten aus dem Einsatz entlassen werden konnten. Die Flammen konnten soweit eingedämmt werden, dass nur die beiden hölzernen und in Vollbrand stehenden Anbauten sowie ein Teil des Dachstuhles des Hauptgebäudes in Mitleidenschaft gezogen wurden. Auch konnten die Einsatzkräfte durch gezieltes Vorgehen im Innenangriff verhindern, dass neben dem Dach weitere Geschoße zu brennen anfingen. Ohne Schaden blieben die beiden Nachbargebäude, die relativ nah am Brandobjekt stehen und ebenfalls durch zielorientiertes Vorgehen geschützt wurden.

„Wir haben unser Handwerk trotz der corona-bedingten Übungs- und Ausbildungsunterbrechungen nicht verlernt“, so die Feuerwehrführung unisono. Insgesamt waren 165 Aktive eingebunden, darunter auch die im Hintergrund die Einsatzleitung unterstützende UG-ÖEL sowie der Schlauchwagenzug Bad Kötzting.

Die Mitarbeiter des BRK, das mit zwei Rettungswägen und einem Notarzt vor Ort war, untersuchten laut Rettungsdienstleiter Dominik Lommer fünf Personen ambulant auf Rauchgasinhalation. Eine Verlegung ins Krankenhaus war nicht notwendig.

Die Brandursache sei noch unklar, derzeit gebe es aber keine Hinweise auf vorsätzliche Brandstiftung, teilte das Polizeipräsidium Oberpfalz in einer Presseerklärung mit. Die weiteren Ermittlungen werden durch die Kriminalpolizei Regensburg geführt. Beamte der Kripo haben noch am Sonntagvormittag mit der Arbeit am Brandort begonnen.

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