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Mittendrin im Kreislauf des Bieres

Die Loiflinger Brauerei Hofmark ist weiter auf Wachstumskurs. Neben dem Verkauf des eigenen Biers wird die Brauerei auch zum Dienstleister.
Von Christoph Klöckner

  • Und mittendrin ein Mensch: Trotz all der Maschinen und elektronisch-optischen Kontrollen geht es nicht ganz ohne helfende Hand am Band.
  • Viel Maschine, wenig Mensch. Doch ohne geht es nicht, zumal das Wichtigste, das Brauen, Handwerk bleibt.
  • Neuer Mann vor neuen Lagertanks: Werner Drexler (47, links) aus Trasching heißt der neue Braumeister, den Bauereichef Burkhart Cording seit September 2013 für die Hofmark gewonnen hat. Fotos: Klöckner
  • Endlose durchlaufen die Falschen Waschen, Kontrolle und Abfüllung. Wer aus der Reihe tanzt, fliegt raus.

Loifling.Klirren, surren, rattern, klappern – die Halle der Loiflinger Brauerei hat es in sich. Hier schlägt das Herz der Hofmark, den Takt im Kreislauf der Bügelflaschen geben die Abfüllung und die vollautomatische Wachstraße vor. Wer den Kreislauf des Bieres fühlen, hören und sehen möchte, der kann das hier tun. Das Herz selbst ist dort, wo aus Wasser, Hopfen und Malz per Braukunst das begehrte Getränk entsteht, das aus riesigen Tanks über meterlange Edelstahlrohre hier bei der Abfüllung landet.

Wer aus der Reihe tanzt ...

Der typische Biergeruch liegt in der Luft, hin und wieder klatschen Flaschen in tausend Glasstücke zerberstend in eine Wanne. Sie haben es nicht geschafft auf dem Model-Laufband für Flaschen mit Bügelverschluss. Die Jury bilden hier mehrere optische Kontrollpunkte, die die Flaschen von allen Seiten unter die Lupe nehmen. Selbst auf den Verschluss mit Gummiring wird ein kritisches „Auge“ geworfen. Dennoch ist die Reihe, die vorbeiwandert, scheinbar endlos. Für Nachschub sorgt die Waschmaschine, die bis zu 10000 Flaschen pro Stunde frisch gewaschen ausspukt.

Und am Ende wartet der starke Arm des Roboters. Ein mit der Autoindustrie bekanntgewordener Roboterarm bedient sich hier im Akkord, ohne zu murren und ohne Schwäche zu zeigen. Vier volle Kisten Bier greift er sich, stapelt sie auf eine von ihm platzierte Palette, dreht sich, schnappt nach vier leeren Kisten, die Richtung Waschstraße aufs Förderband gestellt werden. Und dann beginnt das Ganze von vorn. Der Roboter ist das Ende des Automatisierungskreislaufs bei der Hofmark. „Manchmal denkt man, er könne denken“, sagt Cording. Doch sei alles nur genaue Abstimmung zwischen Soft- und Hardware. Im Normalfall dauere es ein halbes Jahr, bis alles reibungslos funktioniere. Rund 200000 Euro habe die Maschine gekostet. Nötig sei sie auch gewesen, weil man keinen mehr gefunden habe für den „Knochenjob“ des Kistenstapelns.

Seitdem Burkhart Cording als Chef die Führung der Hofmark übernommen hat, wird investiert. Zunächst ist der Fuhrpark erneuert worden, dann ging es nach und nach ans Innere der Brauerei. 2013 habe man viel Geld in die Automatisierung und Lagerung gesteckt. Ganz neue Edelstahltanks für zweieinhalb Tanklastzüge Bier sind eingebaut worden. Das habe Sinn, sagt Cording. Denn dadurch bekomme Hofmark die Möglichkeit, neben dem eigenen Bierbrauen auch Servicedienstleistungen für andere Brauereien zu übernehmen. Dies sei für die interessant, die Bügelverschlusssysteme im Sortiment haben, so Cording. Statt selbst eine teure Automatisierung anzuschaffen, übergebe man die Abfüllung lieber an den Bügelbier-Spezialisten wie Hofmark. Die Passauer Brauerei Hacklberg ist diesen Weg gegangen und lässt nun in Loifling Bier abfüllen, etwa die Marke Innstadt. Jeder vernünftige Brauer arbeite heute mit anderen zusammen, erklärt Cording.

Ein neuer Braumeister

Seit September ist nicht nur viel neues Gerät in Loifling, auch ein neuer, wichtiger Mann ist eingestellt worden. Werner Drexler hat hier seinen „Traumberuf“, sagt er. Der 47-jährige Traschinger arbeitet als Braumeister bei der Loiflinger Brauerei. Gelernt habe er das Handwerk bei der Brauerei Schröttinger in Michelsneukirchen, die mittlerweile zugemacht habe. Danach sei er mal in Erding bei der Weißbierbrauerei gewesen, bei Greiner in Roding und habe auch schon mal als Geselle bei Hofmark gearbeitet. Damals sei mächtig viel los gewesen. Man habe viel Bier Richtung Norden verkauft. Zur Hofmark ist er jetzt zurückgekehrt. „Ich möchte dabei sein, wenn in einem schrumpfenden Markt eine Brauerei gegen den Trend wächst“, sagt Drexler. Er halte die Brauerei für eine der innovativsten, die zur Zeit in Bayern und darüber hinaus gebe.

Drexler ersetzt den bisherigen Braumeister Michael C. Schroll, der der Liebe wegen Ende des Monats ins Allgäu umzieht. Probleme beim Übergang habe es nicht gegeben, sagt Drexler. Das sei sonst schon einmal schwieriger, die betriebseigene Rezeptur des Bieres zu bekommen. Da gebe es Neid und Missgunst. Der Umgang hier sei offen und freundlich, das heißt für die Kunden Verlässlichkeit: Hofmark-Bier bleibt, wie es ist. Auch wenn er das Brauen von der Pike auf gelernt habe und selbst Fässerpichen – also Bierfässer mit Pech dicht zu machen – früher zu seinen Aufgaben gehörte, hält er die Modernisierung der Brauereien für unumgänglich. „Man muss in modernste Technik investieren, sonst ist man weg“, sagt er und bläst damit ins gleiche Horn, wie Brauereichef Cording. Nur so gelinge das Überleben und das Wachsen. Und die Hofmark Brauerei ist auf Wachstumskurs, bestätigt Burkhart Cording. Und fügt hinzu: „Wir leben für unser Bier!“

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