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Kommune

Mitterdorf bekommt neuen Kindergarten

Der Neubau im Rodinger Ortsteil soll neben dem Altbau entstehen. Der Stadtrat gibt grünes Licht für ein Heimrad-Prem-Denkmal.
Von Bastian Schreiner

Der Neubau des Mitterdorfer Kindergartens ist im derzeitigen Garten geplant. Nach der Fertigstellung wird das bestehende Gebäude abgebrochen. Diese Fläche wird wiederum in einen Garten umgestaltet, der sich somit künftig auf der Nordseite befindet. Foto: Schreiner
Der Neubau des Mitterdorfer Kindergartens ist im derzeitigen Garten geplant. Nach der Fertigstellung wird das bestehende Gebäude abgebrochen. Diese Fläche wird wiederum in einen Garten umgestaltet, der sich somit künftig auf der Nordseite befindet. Foto: Schreiner

Roding.Nicht nur bauliche Defizite und eine schlechte Energiebilanz am Altbau, sondern auch der gestiegene Betreuungsbedarf machen einen Ersatzneubau des Kindergartens im Ortsteil Mitterdorf unumgänglich. Dieser ist mit weniger Herausforderungen verbunden als bislang angenommen, wie Bürgermeister Franz Reichold bei der Stadtratssitzung am Donnerstag berichtet hat. Statt den in Riegelbauweise geplanten Kindergarten Schritt für Schritt anzubauen und Gruppen während der Bauphase in die benachbarte Grundschule auszulagern, soll nun ein zweigeschossigen Riegel im Garten entstehen.

„Der Mitterdorfer Kindergarten platzt aus allen Nähten. Mit dieser Lösung kann der Betrieb bis zum Umzug aufrecht erhalten werden“, informierte Reichold. Die Regierung der Oberpfalz habe dem Projekt bereits zugestimmt. Der Baubeginn soll schon im Frühjahr 2019 erfolgen. Mit der Fertigstellung rechnet die Stadt im November 2020. Die Kosten für den Neubau liegen bei rund 3,2 Millionen Euro, wobei man zwischen 1,6 und 1,75 Millionen Euro an Fördergeldern erwartet. „Der Plan spart nicht nur Zeit, sondern auch Kosten“, ist der Bürgermeister überzeugt.

Altbau ist nicht sanierungsfähig

Architekt Florian Brunner (l.) und Bürgermeister Franz Reichold stellten dem Gremium das Modell des Ersatzneubaus in Mitterdorf vor. Foto: Schreiner
Architekt Florian Brunner (l.) und Bürgermeister Franz Reichold stellten dem Gremium das Modell des Ersatzneubaus in Mitterdorf vor. Foto: Schreiner

An der Bürgermeister-Bräu-Straße 2 befindet sich derzeit der eingeschossige Flachdach-Kindergarten, der im Jahr 1973 errichtet worden ist. Damals wurde auf das populäre Modulbausystem gesetzt, bei dem alle Räume einer Wabenstruktur untergeordnet sind. Kälte- und Wärmeschutz sind bei überholten Fensterkonstruktionen und ungedämmten Betonbauteilen nur bedingt möglich. Das Dach wurde aufgrund massiver Undichtigkeiten saniert und mit einem Foliendach versehen. „Der Bestand ist nicht sanierungsfähig“, so Reichold. 2017 wurde das Johanniter-Kinderhaus um eine Kinderkrippe in Holzständerbauweise erweitert.

Die Einrichtung war ursprünglich auf drei Gruppen mit je 25 Kindern ausgelegt. Die Anmeldezahlen für das Jahr 2018/19 liegen viel höher, werden doch voraussichtlich 98 Kinder in vier Gruppen betreut. Daneben gibt es die neue Krippe mit zwölf Plätzen für Kinder unter drei Jahren. Da sich die Geburtenzahlen im Einzugsbereich seit Jahren auf einem hohen Niveau bewegen, sei nicht mit einem Rückgang der Betreuungszahlen zu rechnen.

Stadtrat in Kürze

  • Kostenteilung:

    Auf der Überführung der Kreisstraße 23 von Neubäu am See nach Walderbach über die B 85 wurde ein Geh- und Radweg errichtet. Die Stadt beteiligt sich mit 41 400 Euro an den Gesamtkosten in Höhe von 153 000 Euro.

  • Bauleitplanung:

    Der Stadtrat stimmte der Änderung des Bebauungsplanes „Gewerbegebiet Kagerstraße“ in Roding nach Behandlung der Stellungnahmen zu.

  • Behördennetz:

    Genehmigt haben die Räte den Abschluss der Einzelvereinbarung zwischen dem Landkreis und der Stadt über die Teilnahme am kommunalen Behördennetz, der IT-Sicherheit und des Interkommunalen Geografischen Informationssystems für die Laufzeit von 2018 bis 2023.

  • Finanzen:

    Vorgestellt wurde ferner das Ergebnis des Jahresabschlusses 2017, das einen Überschuss von 1,9 Millionen Euro aufweist. (bs)

Die Gestaltung des Ersatzbaus orientierte sich an der Kinderkrippe, ließ Architekt Florian Brunner vom Büro quadrat 45° wissen. Neben der Krippe entstehen im Garten zweigeschossige Gebäuderiegel, um die gewünschten vier Gruppen unterzubringen. Im zweiten Abschnitt folgt der Bau des mittleren Riegel mit Multifunktions-, Intensiv-, Personal- und Essensraums sowie Küche, so dass der Kindergarten vor dem Abbruch des Altbaus in den Neubau umziehen kann. Der Eingang befindet sich laut Brunner künftig zwischen den beiden Riegeln über einen großzügigen Spielflur. Im Erdgeschoss findet man zwei Gruppenräume, Nebenräume und Sanitärbereiche. Auch der Ruheraum wird dort untergebracht. Im Obergeschoss sind die Gruppenräume identisch ausgerichtet. Zusätzlich ist dort die Haustechnik beheimatet. Ein Dachboden dient als Lagerfläche für die gesamte Einrichtung.

Es seien Erweiterungsmöglichkeiten vorgesehen, falls Mitterdorf weiter so stark wachse, sagte Reichold. Die Radelhalle können vorerst bleiben. In naher Zukunft möchte man auch die Verkehrssituation entschärfen und den Straßenabschnitt mit Multifunktionsstreifen ergänzen.

„Nur Kampf stärkt mich“

Seit längerem wünscht sich der Kunst- und Kulturverein ein Denkmal für Heimrad Prem. Heiko Herrmann aus Pertozhofen, ehemaliger Schüler Prems, hat zwei Entwürfe angefertigt. Die Stadträte haben sich einstimmig für den Bildtitel „Nur Kampf stärkt mich“ entschieden. Über Kunst lasse sich immer streiten, das Denkmal solle aber zur Diskussion anregen, meinte der Bürgermeister. Dem pflichteten die Räte bei.

Heimrad Prem, der 1934 in Roding geboren und 1978 in München gestorben ist, war ein Maler der Nachkriegszeit. Nach dem Studium gründete er mit Gleichgesinnten die Kunstgruppe „SPUR“. Diese Gruppe als Lebensform will der Künstler Heiko Herrmann in der Skulptur für Roding aufnehmen. Für Prem sei die Gruppe das Kraftzentrum gewesen, von dem aus man sich in der Welt bewegen kann, in dem man die Begabungen bündelt und sich gegenseitig stärkt, um die Kunst zu beflügeln.

Das Denkmal wird in Grauguss in der Carolinenhütte hergestellt. Die Kosten, an denen sich der Kulturverein beteiligen wird, bezifferte Reichold auf 38 000 Euro. Platz finden soll die Skulptur auf einem Betonfundament vor dem Kulturhaus Fronfeste.

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