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Vortrag

Mögliche Wege aus

Stephanie Ertl vom VerbraucherService Bayern sprach über Ein- und Mehrweg, Recycling, gute und schlechte Verpackungen.
Johann Gruber

Ruth Fischer (links) bedankte sich als Beauftragte des Pfarrgemeinderats für Erwachsenenbildung bei der Umweltreferentin Stephanie Ertl vom VerbraucherService Bayern des KDFB. Foto: Johann Gruber
Ruth Fischer (links) bedankte sich als Beauftragte des Pfarrgemeinderats für Erwachsenenbildung bei der Umweltreferentin Stephanie Ertl vom VerbraucherService Bayern des KDFB. Foto: Johann Gruber

Furth im Wald.Zum Vortrag „Gut geschützt, sinnvoll verpackt – Wege aus der Verpackungsflut“ hatten Pfarrgemeinderat (PGR) und Katholische Erwachsenenbildung (KEB) am Montagabend in den Pfarrsaal eingeladen. Als Referentin konnte Ruth Fischer, im Pfarrgemeinderat für die Angebote der Erwachsenenbildung zuständig, die Umweltreferentin Stephanie Ertl von der Beratungsstelle Regensburg des VerbraucherService Bayern im Katholischen Frauenbund (KDFB) begrüßen.

Es gebe einen seit Jahren anhaltenden Trend zu mehr Verpackungen bei zunehmender Vielfalt der Materialien, stellte Ertl eingangs fest. Vor diesem Hintergrund stelle sich die Frage „Was kann ich tun?“

Eine Ursache für die Verpackungsflut sei der Trend zu mehr Verpackungen, bedingt auch durch mehr kleine Füllgrößen, vorportionierte Einheiten, Verzehr außer Haus, Fertiggerichte, Tiefkühlkost und Konserven und zunehmenden Versandhandel. Verpackungen sind natürlich nicht per se schädlich. Deshalb regeln Vorschriften zum Verbraucherschutz die Vielfalt an Materialien. Verpackungen dürfen keine Bestandteile in Mengen an Lebensmittel abgeben, die die menschliche Gesundheit gefährden oder eine unvertretbare Veränderung der Lebensmittelzusammensetzung oder eine geruchliche oder geschmackliche Veränderung herbeiführen. Der Übergang von Stoffen in Lebensmitteln ist gesetzlich beschränkt. Als Beispiel hierfür nannte Ertl insbesondere die Weichmacher in Plastikverpackungen.

Kunststoffverpackungen sind einerseits leicht, bruchfest und preiswert, können andererseits aber Inhaltsstoffe abgeben, Ressourcen verbrauchen und hinterlassen eine gigantische Menge Plastikmüll, der nur zu einem Teil wiederverwertet wird. Ertl zeigte die Langlebigkeit von Verpackungsmaterialien auf. So halten sich Pappkartons zwei Monate in der Umwelt, Plastiktüten 20 Jahre, Weißblechdosen 50 Jahre, Aluminiumdosen 200 Jahre, Plastikflaschen 450 Jahre und Fischernetze 600 Jahre.

Pfand für eine Verpackung bedeutet nicht automatisch mehr Umweltfreundlichkeit, warnte die Referentin, denn oft kosten Einweg und Mehrweg dasselbe Pfand. Aluminium als Verpackungsmaterial ist in der Herstellung extrem umweltbelastend. Der Grundstoff ist Bauxit und wird mit immensem Energieaufwand zunächst mit Natronlauge in Aluminiumhydroxid/Aluminiumoxid umgewandelt, aus dem dann durch Elektrolyse das Aluminium gewonnen wird. Aus vier Tonnen Bauxit wird so eine Tonne Aluminium. Aluminium zu recyceln, erfordert nur fünf Prozent dieses Energieaufwands. So gewonnenes Aluminium ist wie Neumaterial einsetzbar.

Bei Glas als Verpackung können mit Ausnahme vom Deckel keinerlei Stoffe an den Inhalt abgegeben werden. Glasflaschen können mehrfach verwendet und gut recycelt werden. Beim Einwurf in die Glascontainer für weißes, braunes und grünes Glas sollte aber unbedingt auf die Sortenreinheit geachtet werden. Eine grüne Flasche im Weißglascontainer kann eine halbe Tonne weißes Glas verderben.

Ertl empfahl, sich bei Problemen, zum Beispiel mit Mogelpackungen oder Schädigungen, bei einer Verbraucherzentrale beraten zu lassen. (fer)

Verpackungsflut

  • Gesetz

    : Das Verpackungsgesetz 2019 soll durch Registrierung in zentralen Verpackungsregistern, Lizenzgebühren, Kennzeichnung von Einweg und Mehrweg am Regal und Anhebung der Recyclingquoten Mülltrennung und Recycling erreichen.

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