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Jahresversammlung

Moser bleibt Vorsitzender

In der Jahresversammlung des FC Chammünster wurde Freude und Last des Ehrenamts sehr deutlich.

Der alte und neue Vorsitzende Dr. Hans-Jürgen Moser im Gespräch mit Bernhard Dietz und Erich Babl Foto: chi
Der alte und neue Vorsitzende Dr. Hans-Jürgen Moser im Gespräch mit Bernhard Dietz und Erich Babl Foto: chi

Cham.„Eins is ma heut scho aufgefallen“, sagte Günther Lommer bei der Jahresversammlung des FC Chammünster im Vereinsheim, „a jeder jammert. Wie soll ma da Nachfolger fürs Ehrenamt finden, wenn nur as Schlechte herausgestellt wird?“ Der BLSV-Vorsitzende weiß fürwahr, von was er spricht. Und er hatte recht, fast in jedem Bericht wurde geklagt, über mangelnden Einsatz der Spieler, über überbordende Vorschriften, über fehlenden Nachwuchs, über zu wenig Mitglieder, die für ein Amt in Abteilung oder Hauptverein bereit sind, usw. Dennoch ließ sich Dr. Hans-Jürgen Moser noch einmal breitschlagen und führt den FC Chammünster auch die nächsten beiden Jahre, und auch die übrigen Ämter des Hauptvorstands nehmen vor allem die bisherigen Personen wahr.

Der Besuch der Jahresversammlung war nicht überwältigend, aber auch schon wesentlich schlechter. Vorsitzender Dr. Moser meinte in seinem Bericht, dass 2017 sportlich wie die letzten Jahre verlief: Skifahrer und Inliner mit großen Erfolgen und sehr engagiert, die Fußballer auch aktiv, aber nicht so von Erfolg verwöhnt, in der Turnabteilung, bei den Stockschützen und den Tischtennisspielern ohne Ausreißer nach oben oder unten.

Es gab viel auszuhalten

„Des is des Äußere, aber innerlich gab’s viel auszuhalten“, fand der Vorsitzende. So sei es schwierig gewesen, Kassenprüfer zu finden, nachdem die gewählten ihr Amt niedergelegt hatten. Zum Glück haben sich Bernhard Dietz und Charlotte Ketterl bereiterklärt. Die rechnerische Richtigkeit der Kassenführungen prüft seit zwei Jahren ein Steuerbüro, was Dr. Moser als Glück für den Verein bezeichnete. „Eine weitere Katastrophe war, dass der Vereinsbus den Geist aufgegeben hat.“ Bei der Neuanschaffung konnten zwar die ursprünglich kalkulierten Kosten gesenkt werden, „aber der Ankauf tat schon sehr weh“.

„Eine weitere Hiobsbotschaft war, dass der Pachtvertrag für die Tennisanlage mit der Stadt Cham ausläuft“, fuhr der Vorsitzende fort. Da seit Jahren kein regulärer Spielbetrieb mehr stattgefunden hat und eine Neuaufstellung der Abteilung ohne Erfolg geblieben war, sind die Plätze relativ verwildert. Die Tennisabteilung werde offiziell aufgelöst und das Grundstück an die Stadt zurückgegeben. Das kleine Tennisheim werde vorübergehend der Minstacher Faschingsgesellschaft als Vereinsheim übergeben.

„Das waren alles Meldungen, die mir als Vorsitzendem wehtun“, blickte Dr. Moser auf das vergangene Jahr eher ratlos. Dazu komme noch, dass das Vereinsheim mittlerweile ohne Pächter für die Gaststätte dastehe, weil die letzte Pächterin einfach zu wenig Gewinn machen konnte, um Pacht, Kosten und Arbeitsaufwand zu kompensieren. Hier kritisierte er einige Abteilungen, die ihre Veranstaltungen so gut wie nie im Vereinsheim abgehalten hätten. So habe man auch keine neuen Pächter gefunden. Die Trägervereine des Heims, Schützengilde und FC, teilen sich derzeit die festen monatlichen Kosten.

Zum Schluss bemerkte Dr. Moser, dass er seit 2004 Vorsitzender des FC Chammünster sei – und damit lange genug. Zumal er beim Einkaufen höre: „Du bist ja so blöd, du wirst des scho wieder machen.“ Da habe er keine Lust mehr, für andere seine Zeit zu opfern. Er selber habe versucht, einen Nachfolger zu finden, aber alle hätten nur abgewehrt. So mache das Ehrenamt keine Freude, fand Dr. Moser, der den FC-Vorsitz in seiner Freizeit ausübt.

Man müsse neue Strukturen schaffen, damit neue Leute im Vorstand ihre Aufgaben meistern können, stellte Sigi Zistler fest. Letztlich komme der Verein nicht drum rum, einen Geschäftsführer einzustellen. Wenn man jetzt nicht die Weichen neu stelle, werde es noch schwieriger, Leute zu finden, die ein Amt übernehmen.

Einen weitgehend ausgeglichenen Haushalt legte Kassenwart Michael Lingl vor. Er machte darauf aufmerksam, dass die Einnahmen durch Mitgliedsbeiträge und Zuschüsse für Übungsleiter Jahr für Jahr weniger werden. Man müsse sich Gedanken machen, wie man dies ausgleiche.

Kritische Anmerkungen

Als Vereinsheimbeauftragte ging Elfriede Wanninger vor allem auf die problematischen Pachtverhältnisse der Gastwirtschaft im Vereinsheim ein, so dass wegen fehlender Pachteinnahmen 2017 ein respektables Minus in der Vereinsheimkasse entstanden ist. Zum Glück war noch ein Guthaben auf dem Konto, so dass die GdbR nicht die Vereine anpumpen musste.

In der Aussprache fragte Dieter Barufke, warum keine FCCler beim Jubiläumsfest des Patenvereins FC Chamerau waren. Michael Jokisch sagte, dass er eine Einladung bekommen habe und seine Fußballer gefragt habe. Aber keiner hatte sich gemeldet. Barufke fand es traurig, dass die FCCler ihrem Patenverein, der das eigene Jubiläumsfest so stark unterstützt hatte, nicht die Ehre erwiesen haben. Ein anderes Problem sprach Max Schießl an: Bei Beerdigungen von FCClern sei zwar ein Kranz des Vereins an der Aussegnungshalle, aber kein Vertreter des FC lege diesen nieder.

Josef Griesbeck sprach als Stadtvertreter davon, dass dies eine „äußerst spaßige Versammlung“ sei, denn in allen Abteilungen sei fast nur von Problemen gesprochen worden. Dr. Moser habe ja vor einem Jahr deutlich gemacht, den Vorsitz abgeben zu wollen. Da müsse man sich schon Gedanken machen, wer den Vorsitzenden machen wird, „damit unser schöner Verein weiterbesteht“. Günther Lommer betonte: „Ehrenamt is net nur Last, des is auch Lust. Mir hat meine Tätigkeit im Ehrenamt unheimlich viel zurückgegeben. Des muss ma mal bewusst machen, dann finden sich auch Leute, die ein Amt im Verein übernehmen. Weil a so komm’ma net weiter.“

Am Schluss entbrannte eine lebhafte Debatte über die Bewirtung des Vereinsheims, wer an was schuld sein könnte und wie man das Dilemma Pächtersuche lösen könnte. (chi)

Ehrungen und Neuwahlen

  • Von der langen Liste

    der eigentlich zu Ehrenden war nicht einmal ein Dutzend bei der Versammlung anwesend. So kam man schnell zur Neuwahl des Vereinsvorstands.

  • Wahlausschuss:

    Günther Lommer übernahm mit Josef Griesbeck und Thomas Platzer die Aufgabe des Wahlausschusses. 48 Wahlberechtigte stellte er fest.

  • Wahlergebnis:

    Dr. Hans-Jürgen Moser wurde wieder zum Vorsitzenden gewählt, der jedoch klar machte, dass er nicht auf allen Veranstaltungen sein werde. Stellvertreter: Dr. Georg Turba; Schriftführerin: Angelika Schübl; Kassier Michael Lingl; Pressewart Holder Hierl; EDV und Mitgliederverwaltung: Andreas Eckersley; Vereinsheimausschuss: Bernhard Dietz und Erich Babl; Kassenrevisoren: Günther Lommer und Josef Griesbeck.

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