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Mittwoch, 19. September 2018 26° 1

Kultur

Musik berührte die Menschen

The Gregorian Voices ließ liturgisches Gesangsgut mehrerer Epochen hören, das auch noch neu interpretiert wurde.

Der Chor „The Gregorian Voices“ im Altarraum der Further Kirche, der bisweilen in mystisches Licht getaucht war. Fotos: fer
Der Chor „The Gregorian Voices“ im Altarraum der Further Kirche, der bisweilen in mystisches Licht getaucht war. Fotos: fer

FURTH IM WALD.Vor rund dreihundert Besuchern gaben The Gregorian Voices in der Further Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt schon zum zweiten Mal ein beeindruckendes Kirchenkonzert. Das aus je zwei Tenor-, Kontratenor, Bariton- und Basssängern bestehende Vokaloktett aus der bulgarischen Hauptstadt Sofia setzt in wechselnder Besetzung seit Frühjahr 2011 die Tradition der orthodoxen Kirchenmusik fort. Die mit Ivan Hristov als Chorleiter angetretenen acht Sänger haben alle eine klassische Gesangsausbildung und hervorragende Stimmen, die wie gemacht sind für die perfekte Intonation frühmittelalterlicher gregorianischer Choräle. Mit sowohl einstimmigen als auch solo gesungenen Stücken bewiesen die Sänger, dass Gregorianik auch heute noch lebendig ist und die Menschen berührt. Zu ihrem Programm gehörten an diesem Abend klassisch-gregorianische Choräle, orthodoxe Kirchengesänge, polyphone Lieder und Madrigale der Renaissance und des Barock sowie einige ausgewählte Stücke der Popmusik.

Ursprünge im 1. Jahrtausend

Mit ihren gesanglichen Darbietungen ließen die in Mönchskutten gekleideten Ausnahmesänger eine besondere Atmosphäre in der abgedunkelten Kirche entstehen. Durch den Ausdruck tiefen Glaubens, vorgetragen mit ihrer ganz eigenen Dynamik zogen die ausschließlich A capella und -mit Ausnahme der Popmusikstücke- in lateinischer Sprache gesungenen Stücke die Zuhörer in ihren Bann.

Im ersten Teil ihres Kirchenkonzertes intonierte der Chor die einstimmigen gregorianischen Choräle Ave Maria, Salve Regina, Adoro de devote, Regina caeli, O vos omnes und Kyrie „Missa Orbis Factor“ aus dem 9. bis 12. Jahrhundert. Der Ursprung des Stücks Rorate caeli desuper wird sogar auf das 4. Jahrhundert zurückgeführt. Slawische orthodoxe Musik stand mit Jertva Vechernyaya (P. Chesnokov, Solist: Radostin Georgiev) auf dem Programm. Mit dem Stück Panis angelicus wurde nach der Pause der zweite Teil des Konzerts eröffnet. Panis (lateinisch für ‚Engelsbrot‘) ist der Anfang der vorletzten Strophe des Hymnus Sacris solemniis, der 1264 aus Anlass der Einführung des Hochfestes Fronleichnam durch Papst Urban IV. von Thomas von Aquin für die Matutin des Stundengebets verfasst wurde.

Hymnen zugeschrieben

Dem Heiligen Thomas werden alle Hymnen des Festes zugeschrieben, wie Pange Lingua, Adoro te devote, Verbum supernum prodiens und die Sequenz Lauda Sion. Die beiden Strophen des Panis angelicus werden auch als Gesang zur Aussetzung des Allerheiligsten und zum sakramentalen Segen verwendet. Es folgte Gaudete gaudete (Freut euch, Christus ist geboren), ein aus dem 16. Jahrhundert überliefertes Weihnachtslied, das die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus besingt.

Ivan Hristov fungierte beim Kirchenkonzert in Furth im Wald als Chorleiter.

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