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Tradition

Musikalische Reise nach Tirol

Die Musikfreunde rund um den Lamberg organisierten ein Fest der Volksmusik. Klänge aus Osttirol begeisterten die Besucher.
Holder Hierl

  • Edith und Wolfgang faszinierten mit ihrer äußerst vielfältigen und dabei hochkarätigen Musik. Fotos: Holder Hierl
  • Die „drei Freunde und ein Erziehungsberechtigter“ der Musikgruppe „4 Freunde“ aus Osttirol spielten beste Tanzbodenmusik, leider fanden sich ganz am Anfang noch keine Tänzer.
  • Moderator Matthias Baumgartner erzählte zum Jubiläum etwas über die Geschichte der „Musikfreunde rund um den Lamberg“.
  • Franz Stubenhofer ist Gebietsleiter der Brauerei Aldersbach und war der Schirmherr der Veranstaltung am Wochenende.
  • Konzentriert beim Gitarrensolo

Cham.Stefan Wals, Vorsitzender der „Musikfreunde rund um den Lamberg“, kurz „rudL“, stand wie der Fels in der Brandung am Eingang zur Stelzer-Halle in Ried am Sand bei Vilzing und blickte mit tiefer Zufriedenheit auf das muntere Treiben rings um ihn herum. Denn sein Verein hatte zum 15-jährigen Bestehen wieder einen seiner legendären Musikantenstadl organisiert – zum Fest an gleich zwei Abenden, am vergangenen Freitag und Samstag. Viele Freunde der Volksmusik waren in den Weiler im Haidbachtal gekommen. Die Bühne war am Freitag ganz in Osttiroler Hand, aber dennoch sehr variantenreich gestaltet.

Stefan Wals hieß zusammen mit dem Schirmherrn des Musikantenstadls, Franz Stubenhofer, Gebietsleiter der Brauerei Aldersbach, die vielen Gäste willkommen. Diese drängten sich nicht nur in der Halle, sondern auch in einem angebauten Zelt und an den zahlreichen Stehtischen rund um den Weißbier-Pavillon im Freien. Mit einem „Prosit der Gemütlichkeit“ kurbelte der Schirmherr gleich einmal den Absatz seines Bieres an, bevor die „drei Freunde und ein Erziehungsberechtigter“ der Gruppe „4 Freunde“ aus der Gegend von Matrei und Lienz mit „echter Volksmusik“ beganneb.

Tradition lebt wieder auf

Matthias Baumgartner, bekannt als Musikant des „KatzbergDuo/Trios“ und Moderator beim Arberwaldradio, übernahm dann die Moderation und ging dabei kurz auf die Geschichte der Musikfreunde ein, die sich als Ziel gesetzt hatten, besonders die bodenständige Tanz- und Wirtshausmusik in den Gaststätten rund um den Lamberg wiederzubeleben. Daher organisiert der Verein immer wieder solche größeren Musikantenstadl.

Schneidig, vorwärts treibend, spielten die vier „4 Freunde“ mit zwei Steirischen, Gitarre und Zupfbass oder auch Tenorhorn zunächst eine Polka. Eigentlich war die Musik schon so mitreißend, dass man wunderbar danach hätte tanzen können, wenn man’s konnte oder sich traute. Doch dazu war der Abend wohl noch zu jung und keiner wagte den ersten Tanzschritt, obwohl der Mann am Bass den ersten vier Frauen, die ein Tänzchen wagen, eine Freinacht mit einem der Musikanten versprach.

Schwungvoll ging es weiter, mit einem lebhaften, schön schwingenden Walzer oder dem Tiroler Lied „Allweil luschtig, frisch und munter“. So brachten die Musikanten die Gäste langsam auf Trab, wenn es auch nicht ganz zu einem Tanz gereicht hat.

Ganz andere Klänge waren anschließend vom „Duo Saitensprung“, ebenfalls aus Osttirol, zu hören. Mit Harfe und Gitarre, beide exzellent mit Leben erfüllt von Edith Gomig und Werner Obermeier, griff das Duo in ganz verschiedene „Musikschubladen“. Vom klassischen Landler über feine Menuette bis hin zu Zigeuner-Swing oder Boogie-Anklängen war alles dabei.

Zackige Gitarre und Tirol-Lied

Die beiden boten fantastische Unterhaltung, wobei besonders Werner Obermeier mit seinem teilweise rasanten Gitarrenspiel immer wieder faszinierte. Edith Gomig hielt aber bravourös dem vorgegebenen Tempo stand und untermalte die Gitarrenläufe mit passenden Akkorden oder Begleitmelodien.

Wenn auch der Geräuschpegel in der Halle für so ein Duo fast zu hoch war, so begeisterten die beiden Musiker die Zuhörenden mit ihrer mal rasanten, mal gefühlvollen, auch mal melancholischen Musik, der man immer die Spielfreude der beiden anmerkte.

Erst vor vier Jahren haben sich die fünf Männer des „Quintett Osttirol“ zusammengetan, um der Oberkrainer Musik zu frönen. Und das mit großem Können und voller Leidenschaft. Mit viel Tempo ging es gleich „Auf der Autobahn“ musikalisch nach Slowenien. Schon waren die ersten Tanzpaare unterwegs und auch Edith Gomig ließ sich vom „Erziehungsberechtigten“ der „4 Freunde“ bei einem Boarischen über den Betonboden wirbeln.

Natürlich gab es auch von dieser Gruppe was fürs Gefühl, etwa wenn „Mein schönes Osttirol“ besungen wurde, mit einem Jodler zum Höhepunkt. Zum Schluss durfte das inzwischen zum Festzelt-Hit avancierte Lied „Dem Land Tirol die Treue“ nicht fehlen, das die ganze Halle mitsang.

Noch lange spielten die Osttiroler Freunde zur Freude der Oberpfälzer und Niederbayern auf bei Andreas Stelzer in Ried am Sand und das „rudL“-Team hatte alle Hände voll zu tun, hinter den Kulissen alles am Laufen zu halten und die hungrigen und durstigen Gäste zufriedenzustellen. Aber was tut man nicht alles für eine gute Volksmusik in angenehmer Gesellschaft. Und am Samstag ging’s dann auch schon am Vormittag weiter, da spielten die Gäste aus Osttirol den ganzen Tag in wechselnden Besetzungen und einfach so aus Freude an der Musik auf und die „rudL“-Leute, die für den Abend wieder alles herrichteten, waren begeistert und dankbar ob solcher musikalischer Freundschaft. (chi)

Die Musikfreunde

  • Jubiläum:

    Um ihr 15-jähriges Bestehen zu feiern, organisierten die Musikfreunde einen zweitägigen Musikantenstadl. Der Freitag, 30. August, und Samstag, 31. August, standen so ganz im Zeichen der Volksmusik und Wirtshauskultur.

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