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Kultur

M.X. Huberbauer stellt Soloprogramm vor

Premiere im RAUM Theater: Auf der Kleinkunstbühne präsentierte Franz Bauer seine Gags unter dem Motto „A so is!“
Von Elisabeth Angenvoort

Humorig-tiefgründig sinnierte Franz Bauer über die Zufälligkeit der Entstehung und den Sinn des menschlichen Daseins: „A so is!“ Foto: Angenvoort
Humorig-tiefgründig sinnierte Franz Bauer über die Zufälligkeit der Entstehung und den Sinn des menschlichen Daseins: „A so is!“ Foto: Angenvoort

Cham.Zu einem ganz besonderen Abend hatte das Team von RAUM am Sonntag eingeladen: Franz Bauer stand zum ersten Mal mit einem Soloprogramm auf der Kleinkunstbühne im cha 13. Zwei Monate habe er an diesem Projekt gearbeitet, erzählte Bauer im Vorfeld, und ja, ein bisserl nervös sei er schon. Aus diesem Grund habe er Matthias Xaver Huberbauer dazugeholt, um „nicht ganz so alleine zu sein auf der großen RAUM Bühne“.

Die Charakterfigur des M.X. Huberbauer, vielen bekannt durch den Kult-Frühschoppen, ließ seinem Alter Ego Franz Bauer einen ausgiebigen Vortritt, oder auch Rückschritt, bis zum „Anfangsten“. So nahm Bauer die Zuschauer mit auf eine interaktive Zeitreise, beginnend mit der Grundfrage der Philosophie: Womit begann es, das Leben? Liegt der Anfang im Paradies oder im Urknall? Und wohin gehen wir? Es war dann doch der Urknall, dem die Expansion folgte, direkt hinein ins völlige Chaos, woraus Zeit und Raum entstanden, Weltraum und RAUM Kunst, was wiederum die Überlegung nach sich zog, wie groß eigentlich unsere Erde ist im Vergleich zum Universum.

Grenzen im Auge behalten

Diese Frage gab Bauer an das Publikum weiter, und man gelangte zu dem Schluss, dass dies nicht messbar sei. Womit sich gleich die nächste Frage aufdrängte: Welche Rolle der Mensch spielt bei alledem. Die – von Bauer launig verbalisierte – Diskussion über die Entstehung der Geschlechter scheint deren Zufälligkeit zu beweisen. Kurzum: Der Mensch ist auf einmal da im Hier und Jetzt, und ehe er sich versieht, wird er in eine Struktur gepresst. Das ganze Leben ist von Entscheidungen geprägt, die immer vorwärtsgehen müssen, auf keinen Fall rückwärts, denn „das ist in unserer Gesellschaft nicht vorgesehen“ – was Bauer anhand seiner Jonglierbälle in rasantem Tempo demonstrierte.

Die besondere „Magie des Austestens“ in der Jugend gehe notwendig über in die Welle des Erfolgs zur Lebensmitte; rund müsse es laufen, aber nicht zu rund wie in einer Achterbahn, da man sonst geradewegs im Burnout zu landen droht. Die eigenen Grenzen sollte man immer im Auge behalten, kommentierte Bauer, als dann doch einer der roten Bälle auf den Boden fiel. Und improvisieren sei wichtig für den Fortlauf des Lebens: eine Eigenschaft, die den Menschen letztlich als solchen ausmacht.

Wie verschwindend klein das Zeitfenster der Menschheit in Relation zum großen Ganzen des Universums ist, das zeigte Bauer anhand einer „24-Stunden-Skala“: So betrachtet, existieren wir seit gerade mal drei Sekunden. Entsprechend schnell verlief Bauers Verwandlung vom „damaligen Affen“ zum pokémon-ferngesteuerten Individuum, das den Bezug zur Wirklichkeit verloren hat. Am Ende, so die düstere Zukunftsvision, existieren wir in einer virtuellen Welt, haben die Realität gegen einen „megamäßigen Daumen“ eingetauscht. Die Wortlosigkeit einer solchen Vorstellung nahm Bauer zum Anlass, einen philosophischen Diskurs über die Sprache im allgemeinen und das Oberpfälzische im besonderen zu beginnen, bremste sich aus durch die Erkenntnis, dass „wir alle“ letztlich aus Afrika stammen und somit „ketzerisch gesprochen alle Zuagroaste“ sind. Was den Oberpfälzer selbstredend nicht davon abhalte, sich Fremden gegenüber reserviert zu verhalten, eine Phase, die sehr lange dauern könne.

Abwarten und Bier trinken

An diesem Punkt kam der „Original Oberpfälzer“ und Hopfenphilosoph M.X. Huberbauer ins Spiel. Abwarten, Bier trinken und erst einmal schweigen, um dann die langsam gereiften Gedanken zu formulieren: „Ja, so is...“.

So spannte Huberbauer den Bogen von der Diskriminierungs-Frage über das (männliche) Status-Symbol, das Auto, zur Idee des „Halt-o-Häusls“, um sich nach einem Exkurs über die diversen (Un-)Möglichkeiten von Ernährung vom Publikum zu verabschieden – nicht, ohne zuvor einen Seitenhieb auf Amerika, Berlin und die beides verbindende „Raute der Macht“ loszuwerden. Die Kombination von bodenständiger „Hopfenphilosophie“ mit den grundlegenden Fragen des menschlichen Daseins hat auf jeden Fall nicht nur Spaß, sondern auch nachdenklich gemacht.

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