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Wohnraum

Nachhaltig und energieautark bauen

Natural-Energy und Wirtschaftsvereinigung informieren am Samstag im Fahrradmuseum in Arnschwang über Effizienzhaus Plus.
Von Wolfgang Baumgartner

Johann Christl wird bei der Veranstaltung im Fahrradmuseum auch die von Natural Energy vertriebenen Styropor-Formsteine vorstellen. Foto: wb
Johann Christl wird bei der Veranstaltung im Fahrradmuseum auch die von Natural Energy vertriebenen Styropor-Formsteine vorstellen. Foto: wb

Furth im Wald. Der Gebäudestandart der Zukunft steht im Mittelpunkt einer umfassender Informationsveranstaltung am Samstag im Fahrradmuseum in Arnschwang. Das Unternehmen „Natural-Energy – Energie-Umwelt-Konzepte UG“ aus Arnschwang beschäftigt sich zusammen mit der Deutsch-Tschechischen und Deutsch-Slowakischen Wirtschaftsvereinigung von 9 bis 16 Uhr unter anderem mit den Themen wärmebrückenfreie, energieeffiziente Gebäudehülle, effiziente Wärmepumpen und innovative Stromspeicher.

Innovative Energieausrüstung

„Die Veranstaltung umfasst alle Bereiche, vom Energieberater bis hin zur Energieeinsparung“, erläutert Johann Christl, Geschäftsführer von „Natural-Energy“. Die Firma wurde vor zwei Jahren in Arnschwang gegründet und beschäftigt sich primär mit innovativen Energieausrüstungen und Lösungen. Weitere Geschäftsfelder sind eine nachhaltige, dezentrale Energieversorgung und die Senkung der Energiekosten für privat und Gewerbe. Das Unternehmen hat sich nach den Worten von Johann Christl auf die Beratung zur Errichtung von Photovoltaik-Anlagen in Verbindung mit Stromspeichern spezialisiert.

Johann Christl kann in den Geschäftsräumen von „Natural Energy“ in Arnschwang die für ein Effizienzhaus nötigen Baustoffe, Fenster und Türenelemente den Kunden präsentieren. Foto: wb
Johann Christl kann in den Geschäftsräumen von „Natural Energy“ in Arnschwang die für ein Effizienzhaus nötigen Baustoffe, Fenster und Türenelemente den Kunden präsentieren. Foto: wb

Zum Portfolio von „Natural-Energy“ gehören auch Fenster und Eingangs-Türen, Wärmepumpen sowie zentrale Be- und Entlüftung und Elektroheizungen. Die Veranstaltung am Samstag beginnt um 9 Uhr im Fahrradmuseum. Johann Christl, der neben seiner Tätigkeit als Geschäftsführer von „Natural-Energy“ auch Energy Scout der Gemeinde Arnschwang ist, wird auf die baulichen Besonderheiten von Effizienzhäuser näher eingehen. Ein Sprecher der „Nibe-Systemtechnik GmbH“ wird dann gegen 10.30 Uhr über die neuesten Techniken von Wärmepumpen informieren. Stromspeicher stehen dann im Mittelpunkt eines Vortrages von „Fenecon Energy Engineering GmbH“ ab 13 Uhr. Das Schlusswort der Veranstaltung hat dann der Energieberater Robert Tauböck. Nach den Worten von Johann Christl beschäftigt sich sein Unternehmen schon seit einigen Jahren mit der technischen Umsetzung und innovativen kostensparenden Energieausrüstungen. Bei seinen Ausführungen am Samstag werden deshalb die Bauweise von Effizienzhäusern und die damit verbundenen niedrigen Betriebskosten im Mittelpunkt stehen. Allerdings sollte der Bauherr nicht nur die Baukosten bei seinem Projekt im Blick haben, sondern auch die Betriebskosten seines Hauses. Ausschlaggebend und unbedingt notwendig sei hierfür eine energieeffiziente Gebäudehülle.

„Während Häuser bisher fast ausschließlich als Energieverbraucher in Erscheinung treten, aufgrund ineffizienter Gebäudehüllen, können sie unter Nutzung moderner Energiegewinnungstechnologien bereits heute zu Energieerzeugern werden“, fügt der Energy Scout der Gemeinde Arnschwang hinzu. Durch den gezielten Einsatz von regenerativen Energiequellen im und am Gebäude – wie etwa die Nutzbarmachung von Sonnenenergie oder Erdwärme – würden Häuser zu Plus-Energie-Häusern und damit zu Kleinkraftwerken.

Mit 74 Wohneinheiten sowie 1330 Sonnenkollektoren und Stromspeichern im Keller steht in Frankfurt am Main das weltweit größte Effizienzhaus Plus in Standard-Ausführung. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa
Mit 74 Wohneinheiten sowie 1330 Sonnenkollektoren und Stromspeichern im Keller steht in Frankfurt am Main das weltweit größte Effizienzhaus Plus in Standard-Ausführung. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa

In der Jahresbilanz erzeugen sie die für die Wohnnutzung inklusive des Betriebs von Haushaltsgeräten benötigte Energie und darüber hinaus ein „Plus“, das heißt, einen Energieüberschuss, der für andere Zwecke bereitgestellt werden könne, wie etwa für ein Elektroauto. Die Deutsch-Tschechische und Deutsch-Slowakische Wirtschaftsvereinigung ist bei der Veranstaltung am Samstag mit im Boot. Die Vereinigung wurde 1990 in Frankfurt gegründet und hat sich unter anderem zum Ziel gesetzt, die wirtschaftliche, wissenschaftliche und technische Zusammenarbeit zwischen der Tschechischen Republik, der Slowakischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland, durch Organisation von Seminaren, Symposien, Kongressen und Informationsveranstaltungen zu fördern.

In diesem Zusammenhang wurde die Initiative gestartet den neuen Gebäudestandard Effizienzhaus Plus auch in Tschechien bekannt zu machen. Ein entsprechender Förderantrag wurde laut Christl von der früheren Bundesumweltministerin Barbara Hendricks unterstützt. Damit seien die Weichen für den Export innovativer, klimaneutraler Gebäudestandards und Umwelttechnologien sowie Leistungen aus der Bauindustrie „Made in Germany“ nach Tschechien gestellt.

Projekt bei Postrekov

Wie können die Planung, der Bau und der Betrieb von Effizienzhäusern Plus in Tschechien konkret aussehen? Dieser Frage gehen vier Workshops im Jahr 2018 auf den Grund. Zentrale Themen sind: Austausch von Erkenntnissen zur erfolgreichen Planung des Effizienzhaus Plus Standards, die Auswahl und Integration von Technologiekomponenten, Nutzererfahrungen von Seiten der Eigentümer und Mieter, Gebäudeleittechnik, Digitalisierung, Verbrauchsmessung und Energiemanagement.

Eine begleitende vierwöchige Ausstellung im Herbst 2018 informiert die Öffentlichkeit in Kooperation mit der Stadt Prag im alten historischen Rathaus über die Projektinhalte. Die Weichen für eine gute Zusammenarbeit stellte das erste Projekttreffen vom 16. bis 17. Oktober 2017 in Prag.

Zu den Teilnehmern zählten laut Johann Christl sowohl lokale Partner, als auch Projektinteressierte, die sich über bestehende Projektplanungen austauschten. Wie etwa dem konkreten Projekt in der Gemeinde Postrekov, bei Domazlice, wo ein Schulgebäude nach Effizienzhaus Plus Standard saniert werden soll.

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