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Gesundheit

Näher hinschauen, was auf die Haut kommt

Ulrike Forster sprach beim Frauenbund über „Giftstoffe in Körperpflegemitteln“. Rund 100 Chemikalien können enthalten sein.

Die Referentin begutachtet mitgebrachte Pflegemittel einer Teilnehmerin.Foto: Piendl
Die Referentin begutachtet mitgebrachte Pflegemittel einer Teilnehmerin.Foto: Piendl

Wilting.Ulrike Forster, Dozentin der Erwachsenenbildung im KDFB, auch im Bereich Gesundheitsberatung, referierte beim Wiltinger Frauenbund im Pfarrsaal zum Thema „Giftstoffe in Körperpflegemitteln“. Petra Hierl begrüßte die Teilnehmer, die sich im Vorfeld schon eifrig über die Frage austauschenten, ob denn etwas, das die Haut reinigen, aufbauen und schützen soll, giftig und schädlich sein kann.

Seit einer schweren Erkrankung beschäftige sie sich mit Giftstoffen, die jeden Tag in Form von Kosmetikprodukten auf die Haut gelangen, so die Referentin. Aufgrund ihres Chemiestudiums sei sie in der Lage, die unterschiedlichen Substanzen einzuordnen und zu erklären. Denn als Verbraucher habe man praktisch keine Chance, die verschiedenen Inhaltsstoffe zu verstehen.

Viele Menschen haben Hautprobleme, besonders wenn sie älter werden. Mit einer Körperoberfläche von rund zwei Quadratmetern ist die Haut unser größtes Organ und wird von oben bis unten mit verschiedenen Mitteln gepflegt, wobei man das Gefühl hat, sich damit etwas Gutes zu tun. Westliche Erwachsene benutzen rund neun Pflegeprodukte pro Tag: Duschgel, Shampoos, Hautcremes, Haarfestiger, Seifen, Deos, Zahnpasta, Parfüms, Lippenstift. Darin sind rund 100 verschiedene Chemikalien enthalten, wie Erdöl, synthetische Konservierungs-, Farb- und Duftstoffe.

Ein Zuviel und tägliche Benutzung von Aluminium in Deos oder Fluor in Zahnpasta könne über kurz oder lang gesundheitliche Risiken darstellen und Krankheiten wie Krebs oder Alzheimer begünstigen. Forster klärte auch über die hormonaktiven Parabene als Konservierungsstoff, über Emulgatoren, Tenside auf und die Weichmacher Phthalate, die ebenfalls hormonaktiv sind. Mehr als 13 Milliarden Euro Jahresumsatz werden in Deutschland für diese Produkte ausgegeben. Nur ein Prozent des Kaufpreises machen die Inhaltsstoffe aus – der Rest sind Verpackungs- und Marketingkosten.

Vor einigen Jahren war es im stationären Handel fast unmöglich, ein Deo ohne Aluminium zu bekommen. Durch den zunehmenden Nachfragedruck der Verbraucher nach aluminiumfreien Deos kann man diese inzwischen von mehreren Firmen ohne Probleme bekommen. Es besteht eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht der Hersteller für die Inhaltsstoffe auf der Verpackung. Unter einem Prozent Mengenanteil muss jedoch nichts deklariert werden. Zum Schluss bekam noch jeder eine kleine Einkaufshilfe mit. Ihre Empfehlung: die kostenlose Handy-App Codecheck, mit der sich Inhaltsstoffe leicht erkennen lassen. Einige Anwesende nutzten noch die Gelegenheit, ihre mitgebrachten Körperpflegemittel begutachten lassen. Resi Ittmann, Beauftragte im Verbraucher-Service des KDFB, bedankte sich nach der regen Diskussion mit einem kleinen Präsent für den interessanten Vortrag, der die Zuhörerinnen auf jeden Fall dazu veranlasst, in Zukunft „näher hinzusehen“.

Das ist im Duschbad

Ein typisches Duschbad enthält Tenside, die Schaum produzieren und die Haut entfetten. Damit der Schutzmantel der Haut wiederhergestellt wird, braucht es Rückfettungs- und Feuchtigkeitsmittel.

Verdickungsmittel werden eingesetzt, damit das Produkt nicht ausflockt und sich angenehm anfühlt. Hautkonditionierer, wie Silikone, für eine glatte, geschmeidige Haut kommen ebenso zum Einsatz wie Duft- und Farbstoffe. Dazu kommen Konservierungsstoffe und Antioxidantien für eine lange Haltbarkeit.

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