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Region Cham
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Nahversorgung

Netto zieht auf das Prossl-Gelände

Nach langen Verhandlungen bekommt die Further Innenstadt einen Supermarkt. Eröffnet wird vielleicht schon im kommenden Jahr.
Von Evi Paleczek

  • Der Prosslhof wird abgerissen, auf der Fläche an der Von-Müller- und Konrad-Utz-Straße wird ein Lebensmittelmarkt Einzug halten. Foto: Paleczek
  • Karl Heinz Mayerhöfer von der Firma Ratisbona Handelsimmobilien (links) stellte das Konzept vor; mit auf dem Bild: Bürgermeister Sandro Bauer und Geschäftsleitender Beamter Franz Würz (von links). Foto: Paleczek

Furth im Wald.Schon viele Jahre bemüht sich die Stadt darum, nun hat es geklappt: Furth im Wald bekommt einen Lebensmittelmarkt für die Innenstadt, gleichzeitig verschwindet ein markanter Leerstand. Das Prosslhofgebäude an der Von-Müller- und Konrad-Utz-Straße wird abgerissen, auf der frei werdenden Fläche entstehen ein Netto-Markt und 68 Parkplätze. Karl Heinz Mayerhöfer von der Firma Ratisbona Handelsimmobilien war am Donnerstagabend in der Stadtratssitzung im Rathaus zu Gast, um das Projekt vorzustellen.

Der Standort sei städtebaulich voll integriert, es sei toll und selten, mitten in der Innenstadt ein so großes Grundstück zur Verfügung zu haben, freute sich Mayerhöfer. Der Markt sei eine große Chance für Menschen, die nicht mobil seien. Dies habe die Firma in den vergangenen Jahren stets bewogen, das Projekt weiterzuverfolgen, obwohl sich die Verwirklichung alles andere als einfach gestaltet habe.

Backshop mit Außencafé

Nur Netto habe die Firma Ratisbona schließlich überzeugen können, keine andere Kette hätte sich auf dem Gelände niederlassen wollen. Aber wenn schon einmal die Chance da sei, etwas direkt in der Innenstadt zu machen, habe man das nutzen wollen, erklärte Mayerhöfer. Der Nettomarkt werde einen Backshop mit Café und Außencafé haben, die Ein- und Ausfahrt wird an zwei Stellen möglich sein, unmittelbar vorne an der Von-Müller-Straße und in der Konrad-Utz-Straße. Die Verkaufsfläche hat einen Umfang von mehr als 1000, der Backshop von etwa 80 Quadratmetern. Angeliefert wird nur zwischen 6 und 22 Uhr, nicht in der Nacht. Städtebauförderung wird für das Projekt sicher zu bekommen sein, meinte Mayerhöfer, weil die Leute in der Innenstadt gehalten werden.

Die Parkplätze werden nicht beschrankt, informierte er zudem. Außerhalb der Netto-Öffnungszeiten stünden sie also zur freien Verfügung. Die Fläche könne auch für Veranstaltungen wie Flohmärkte genutzt werden, solange die Sauberkeit garantiert sei. Die Eröffnung des Netto-Markts könnte vielleicht bereits im kommenden Jahr erfolgen, spätestens aber im Frühjahr 2020.

Man sei einen langen Weg gegangen zu diesem Punkt, sagte Bürgermeister Sandro Bauer. Die Stadt sei noch Eigentümer der Flächen, würde das Grundstück aber an Ratisbona, den Träger des Projekts, verkaufen. Die Firma überlegt derzeit, den Abbruch des bestehenden Gebäudes selbst zu übernehmen, sagte Mayerhöfer.

Mit diesem Projekt werde die Innenstadt gestärkt, lobte Michael Mühlbauer, es sei an dieser Stelle in der Stadt aber wichtig, den städtebaulichen Aspekt zu bedenken: Die Gestaltung des Areals solle zum Umfeld und der nahen Kirche passen. Er lege Wert darauf, dass der Stadtrat bei Dingen wie einer Eingrünung mit einbezogen werde. Der 2. Bürgermeister fragte zudem nach den beiden anderen Netto-Märkten in Furth im Wald. Einer werde geschlossen, sagte Karl Heinz Mayerhöfer, welcher, sei momentan aber noch nicht klar.

Ein Netto-Markt wird schließen

Mühlbauer meinte, dann solle am besten der in der Eschlkamer Straße bestehen bleiben, weil sich im dortigen Umfeld kein anderer Lebensmittelmarkt befinde. Wenn der schließen würde, würden sicher einige Further aus diesem Gebiet eher in Eschlkam einkaufen, was der Stadt Kaufkraft kosten würde. Man habe Netto bereits darum gebeten, den Standort an der Eschlkamer Straße wohlwollend zu prüfen, sagte der Bürgermeister.

Er begrüße die Ansiedlung, sehe aber städtebauliche Probleme, sagte Oskar Mühlbauer. Es falle ein raumbildprägendes Gebäude weg, er würde das Netto-Gebäude deshalb an der gleichen Stelle des jetzigen Gebäudes gleich vorne an der Straße errichten. Geplant ist, dass im vorderen Bereich die Parkplätze entstehen.

Es sei einfach wichtig, dass das Projekt überhaupt klappt, meinte Bauer. Und von vorne auf die Rückseite des Nettomarkts zu schauen, was dann der Fall wäre, sei sicher auch nicht so toll. Da habe man doch lieber die Front und eine saubere Parkplatz-Fläche vor Augen. Zudem werde es ja noch eine Abgrünung zur Straße hin geben. Das sah auch Franz Former so: Dass der Parkplatz nach außen offen sei, sei gut, meinte er.

Man müsse halt darauf achten, dass das Ganze auch im Hinblick auf den Georgsplatz wie aus einem Guss wirke, sagte Toni Schmidt. Ansonsten bestehe Stadtentwicklung immer auch aus Veränderung. Ein Platz könne die gleiche Qualität haben wie eine Raumkante. Das Gremium beschloss die entsprechende Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung eines Bebaungsplans zur Ausweisung eines Sondergebiets „Einzelhandel“ schließlich einstimmig.

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