MyMz
Anzeige

Technik

Netzausbau steckt in der Warteschleife

Da sich das landkreisweite Projekt verzögert, steigt die Stadt Roding zumindest voll in das Förderprogramm „Höfebonus“ ein.
Von Bastian Schreiner

Glasfaseranschlüsse gelten als das Modernste, was es aktuell am Markt gibt. Die Stadt Roding will den Ausbau forcieren. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Glasfaseranschlüsse gelten als das Modernste, was es aktuell am Markt gibt. Die Stadt Roding will den Ausbau forcieren. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Roding.Für Kommunen ist schnelles Internet ein wichtiger Standortfaktor. Da im Großteil des städtischen Bereichs zwar 30 bis 50 Mbit/s möglich sind, aber Bewohnern an entlegenen Orten nicht mal 16 MBit/s zur Verfügung stehen, will die Stadt auf der Datenautobahn Gas geben. Beim Bundesprogramm, das der Landkreis Cham federführend mit dem Telekommunikationsunternehmen M-net umsetzt, herrscht momentan Stillstand. Dafür treibt die Stadt das bayerische Sonderprogramm „Höfebonus“ voran.

Wie können möglichst viele Menschen möglichst viele Infos aus einer einzigen Landkarte ziehen? Dr. Ulrich Huber vom Landratsamt stellte das Interkommunale Geographische Informationssystem und das Siedlungsmanagement vor. Foto: Schreiner
Wie können möglichst viele Menschen möglichst viele Infos aus einer einzigen Landkarte ziehen? Dr. Ulrich Huber vom Landratsamt stellte das Interkommunale Geographische Informationssystem und das Siedlungsmanagement vor. Foto: Schreiner

Sebastian Prechtl vom Büro IK-T aus Regensburg stellte dem Stadtrat das Programm vor. Demnach sollen auch in dünn besiedelten Gebieten Bandbreiten bis zu 30 Mbit/s ermöglicht werden. Für das Rodinger Stadtgebiet ermittelte Prechtl 75 Adressen, die in diesem Rahmen förderfähig wären. „Sie haben eine sehr gute Ist-Situation im Vergleich zu anderen Kommunen“, bekräftigte er.

Förderbescheid im Sommer

Genehmigt wurden der Anbau eines Pferdestalls an eine Fahrsiloüberdachung in Oberprombach, der Neubau eines Einfamilienhauses in Mitterdorf und der Neubau eines Betriebsleiterwohnhauses mit Einliegerwohnung in Kronwitt. Foto: Schreiner
Genehmigt wurden der Anbau eines Pferdestalls an eine Fahrsiloüberdachung in Oberprombach, der Neubau eines Einfamilienhauses in Mitterdorf und der Neubau eines Betriebsleiterwohnhauses mit Einliegerwohnung in Kronwitt. Foto: Schreiner

Von Januar bis März läuft die Ausschreibung, ehe in den Monaten April und Mai die Bewertung der Angebote erfolgt. Die Vergabe ist im Juni geplant, ebenso die Erstellung des Förderantrags. Noch im Sommer 2019 könnte der Förderbescheid eintreffen, so Prechtl. Die Realisierung wird aufgrund der abgelegenen Orte zwischen 24 und 48 Monate betragen. „Mit dieser Bauzeit muss man auf jeden Fall rechnen“, meinte er. Da der Freistaat zur Forcierung des Ausbaus die Förderung verdoppelt hat, damit eine höhere Flächendeckung mit der Glasfaser-Technologie erreicht wird, warb Bürgermeister Franz Reichold um Zustimmung. Das Gremium votierte geschlossen für den Einstieg in das Verfahren für den „Höfebonus“.

Der erste Abschnitt des Breitbandausbaus war im September 2017 durch die Deutsche Telekom abgeschlossen worden. Die Kosten lagen bei rund 433000 Euro. Nachdem 346 000 Euro Fördermittel geflossen sind, musste die Stadt noch 87 000 Euro investieren.

„Sie haben eine sehr gute Ist-Situation im Vergleich zu anderen Kommunen.“

Sebastian Prechtl

Wie es mit dem Breitbandausbau für Weiler und einzelne Gehöfte weitergeht, ist offen. Wie berichtet, ist es bei der Umsetzung des Bundesprogrammes zu Verzögerungen gekommen. Der Bürgermeister sagte, dass der Landkreis mittlerweile davon ausgeht, dass M-net nicht mehr in der Lage ist, das Netz bis 2019 fertigzustellen. „Die Verhandlungen laufen. Das ist ärgerlich“, so Reichold. Der Ausbau für rund 370 Anwesen im Stadtgebiet Roding – – beispielsweise in Dachshof, Nassen, Piendling, Wacherling, Weiherhaus oder Zenzing – hätte bereits im August 2017 anlaufen sollen.

386 Hausanschlüsse betroffen

Da sich in Roding, Mitterdorf und Angermühle zwei Programme zur Revitalisierung leerstehender Gebäude überschneiden und so die Gefahr einer Doppelförderungsstruktur besteht, passte das Gremium das Fördergebiet an. Foto: Schreiner
Da sich in Roding, Mitterdorf und Angermühle zwei Programme zur Revitalisierung leerstehender Gebäude überschneiden und so die Gefahr einer Doppelförderungsstruktur besteht, passte das Gremium das Fördergebiet an. Foto: Schreiner

Sollte es nicht gelingen, das Projekt mit M-net umzusetzen, werde der Landkreis weitere Schritte einleiten. „Der Landkreis hält aber am Ziel des Glasfaserausbaus fest“, betonte Reichold. Demnach soll durch eine neue Ausschreibung ein neuer Infrastruktur-Partner gesucht werden. „Die Umsetzung kann noch zwei bis drei Jahre dauern“, vermutete Breitbandpate Hans-Jochen Geißler. Die Kosten für die Stadt Roding belaufen sich auf rund 705 000 Euro. Dieser Betrag sei im Haushalt für die Jahre 2019, 2020 und 2021 eingeplant.

Dr. Michael Jobst, Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses, berichtete über das Prüfungsergebnis des Haushalts 2017. „Die Prüfung habe gezeigt, dass die Verwaltung verantwortungsvoll mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln umgeht und bemüht ist, den Sparkurs und die Schuldenbremse, die vom Stadtrat vorgegeben wurden, bestmöglich umzusetzen“, so Jobst. Das Gremium bestätigte die Feststellung des Jahresabschlusses.

Ein Bauherr hatte eine Voranfrage zum Neubau eines Betriebsleiterwohnhauses mit Lagerhalle in Strahlfeld gestellt. Da die geplante Baufläche im Außenbereich liegt und laut Landratsamt nicht genehmigungsfähig ist, muss die Stadt diese in die Ortsabrundung mit einbeziehen. Der Stadtrat stellte den Tagesordnungspunkt bei sieben Gegenstimmen vorerst zurück.

Weitere Themen aus der Region lesen Sie hier

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht