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Erneuerung

Neue Straße ist befahrbar

Sieben Monate lang war Großbergerdorfs marode Durchfahrt in Arbeit. Ab jetzt dürfen die Autos wieder darüberrollen.
Werner Weiß

Mit dem Durchschneiden des Bandes wurde die Ortsdurchfahrt Großbergerdorf offiziell für den Verkehr freigegeben.  Foto: Werner Weiß
Mit dem Durchschneiden des Bandes wurde die Ortsdurchfahrt Großbergerdorf offiziell für den Verkehr freigegeben. Foto: Werner Weiß

Pemfling.In den vergangenen sieben Monaten ist die Ortsstraße in Großbergerdorf durch einen Vollausbau erneuert worden. Jetzt ist sie wieder für Autos offen. Bei der offiziellen Verkehrsfreigabe feierte Bürgermeister Franz Haberl das mit Landrat Franz Löffler, dem Mitglied des Landtages Dr. Gerhard Hopp sowie Abordnungen des Planungsbüros Altmann, der bauausführenden Firma Rädlinger, des Zweckverbandes der Wasserversorgung der Chamer Gruppe und des Gemeinderats. Auch viele Einwohner aus Großbergerdorf sind gekommen. Haberl war erleichtert über den Abschluss des Projekts. „Die Verkehrsfreigabe dieser seit Jahrzehnten maroden Ortsstraße kann man tatsächlich als kleines Wunder bezeichnen“, sagte er.

Denn die Maßnahme habe nach der Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung kurzzeitig vor dem Aus gestanden. Haberl blickte nochmal zurück: Nachdem die Anlieger 2017 ihr Einverständnis für die Straßensanierung gegeben hatten, habe sich der Gemeinderat im Februar 2018 entscheiden müssen: Wie gehen wir bei der Ortsdurchfahrt Großbergerdorf weiter vor? Trotz der Diskussion über die Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung habe das Ratsgremium Mut bewiesen und mit großer Mehrheit beschlossen, nach Eingang des Förderbescheides die Ausschreibung zu veranlassen.

Der Förderbescheid der Regierung sei im März 2018 gekommen, bereits einen Tag später habe die Gemeinde das Planungsbüro mit der Ausschreibung beauftragt. Dieses Schriftstück, so Bürgermeister Haberl, sei Gold wert. Denn die Ausschreibung der Maßnahme erfolgte erst am 20. April 2018 im Staatsanzeiger – gut zwei Wochen nachdem der Landtag beschlossen hatte, die Straßenausbaubeitragssatzung abzuschaffen. Nur, wer bis zu diesem Zeitpunkt ein Projekt ausgeschrieben hatte, sollte die Einnahmeausfälle durch den Staat ersetzt bekommen.

Dorf schaffte es ins Ministerium

Damit hätte das Projekt in Großbergerdorf gestoppt werden müssen, weil die Gemeinde finanziell nicht in der Lage gewesen wäre, die eingeplanten 650 000 Euro Anliegerbeiträge aufzubringen. Doch weil die Verwaltung der Gemeinde sofort und massiv widersprochen habe und dank der Unterstützung von Gerhard Hopp und Franz Löffler, habe man das Innenministerium letztendlich dazu bewegen können, die Sachlage des Falles Großbergerdorf extra in das Ausführungsgesetz und die Vollzugshinweise mit aufzunehmen.

Umso größer war jetzt die Freude. „Ich freue mich mit den Großbergerdorfer Bürgern über eine neue Straße mit 770 Metern Ortsstraße und 115 Metern Erlenstraße – mit einem begleitenden Gehweg und Glasfasermicroleerrohren zu jedem anliegenden Anwesen“, sagte Haberl.

Gerhard Hopp sagte, dass ein großes Infrastrukturprojekt erfolgreich fertiggestellt worden sei. Die neue Ortsdurchfahrt trage maßgeblich zur Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger bei und werte auch die Attraktivität der Gemeinde Pemfling auf. Es sei richtig und gut gewesen, dass die Bürger von Beginn an in das Projekt einbezogen waren.

Auch Landrat Franz Löffler gratulierte den Bürgern von Großbergerdorf zu dem „großartigen Projekt“. Es sei gut, dass die Straßenausbaubeitragssatzung weggefallen ist. Aus eigener Erfahrung könne er berichten, dass ein gerechter Maßstab bei einer Umlegung nicht möglich gewesen beziehungsweise ein gemeinsamer Nenner nicht zu finden gewesen sei. Er appellierte deshalb an die Bürger: „Passt auf Eure Straße auf, so dass man auch soziales Verhalten im Dorf spürt.“

Eine der schönsten Durchfahrten

Gemeinderat Hausladen sprach im Namen der Ortsgemeinschaft allen Beteiligten einen herzlichen Dank aus.

Bürgermeister Franz Haberl ergriff zum Ende nochmals das Wort: Er dankte Hopp und Löffler für ihre Unterstützung. Den Großbergern dankte er für das problemlose Entgegenkommen beim Bedarf von Grundstücksflächen und für das reibungslose Abwickeln der Baumaßnahme. Ein großes Lob zollte er der bauausführenden Firma.

Viele Jahre war die Ortschaft Großbergerdorf wegen ihrer „Buckelpiste“ weit über die Gemeindegrenzen hinaus belächelt worden. Heute lächeln die Bergerdorfer, weil nunmehr eine der schönsten Ortsdurchfahrten in der Gemeinde Pemfling ihr Dorf verschönert. (cpf)

Die Kosten

  • Gesamtkosten:

    gut zwei Millionen Euro, davon 600000 Euro für die Regenwasserkanäle und 1,4 Millionen Euro für die Verkehrs- und Nebenanlagen

  • Förderung:

    450000 Euro Finanzausgleichsmittel, 650000 Euro des Freistaats Bayern für den Ausfall der Straßenausbaubeiträge. 900000 Euro verbleiben bei der Gemeinde Pemfling. Die Pro-Kopf-Belastung der Bürger liegt bei circa 400 Euro. Der Zweckverband zur Wasserversorgung der Chamer Gruppe war mit Kosten von 100000 Euro beteiligt.

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