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Natur

Neue Tiere im Bayerwald-Tierpark Lohberg

Der Bayerwald-Tierpark nahm einen Schwarzstorch auf. Eine Wildkätzin aus dem Nationalpark bezog ebenfalls ihr Gehege.

Der Schwarzstorch stolziert durch den Tierpark. Foto: kfl
Der Schwarzstorch stolziert durch den Tierpark. Foto: kfl

Lohberg.In Lohbergs Fremdenverkehrseinrichtung Nummer eins ergibt sich immer wieder ein Zu- oder Abgang, weil Wildtierauffangstationen anfragen, um ein Tier in gute Hände abzugeben oder Spezies getauscht werden. In Verbindung mit den „natürlichen Verschleißerscheinungen“ ist dies auch immer wieder der Anlass, die Gehege der Neuankömmlinge zu optimieren. So knöpften sich die Tierpfleger, die sich gut auf Zimmerer-, Schreiner- und sonstige Handwerksarbeiten verstehen, unlängst das Wildkatzengehege vor, für das zur Blutauffrischung eine neue Kätzin aus dem Nationalpark erwartet wurde. Hier hatte der Zahn der Zeit der Behausung zugesetzt, so dass alle in Mitleidenschaft gezogenen Hölzer erneuert wurden und der Lebensraum insgesamt eine neue Struktur erhielt. Hier beheimatet der Bayerwald-Tierpark das „Tier des Jahres 2018“.

Das Engagement für die Samtpfoten sei sehr wichtig, wie es hieß, denn es liege immer noch vieles über die ökologischen Ansprüche der Wildkatze im Verborgenen. „Die Deutsche Wildtier Stiftung untersucht mit Hilfe von Wildkatzenexperten in einem dreijährigen Forschungsprojekt in Rheinland-Pfalz, wie sich eine zunehmende menschliche Nutzung von Wäldern, in denen die Wildkatze lebt, mit dem Artenschutz verträgt“, weiß Leiterin Claudia Schuh. Ziel des Wildkatzenschutzes sei eine Wiederbesiedlung aller geeigneten Waldlebensräume. Auch der Bayerwald-Tierpark hat diese Bemühungen bereits unterstützt. „Wir haben die Nachzuchten vergangener Jahre zur Verfügung gestellt“, bestätigt Schuh. Die Hauptorganisation hierzu übernahm die Umweltstation in Wiesenfelden. Die Tierärztin betont jedoch, dass die Nachkommen nicht im Bayerischen Wald ausgewildert wurden. „Leider verbinden viele irrtümlich die Meinung, dass man nur die Gehegetür offen lässt und dann erledigt sich das Ganze von selbst. Das Gegenteil ist der Fall.“ Es sei ein aufwendiges Programm, bis man ein Zootier wildbahntauglich trainiert.

Der Schwarzstorch

  • Germanen:

    Die alten Germanen verehrten den Schwarzstorch als heiligen Vogel Odins.

  • Verfolgung:

    In christlicher Zeit wurde er wegen seiner Farbe als Unglücksbote verunglimpft und als Fischräuber verfolgt. Er stand immer im Schatten seines populären Verwandten, des Weißstorchs.

  • Schutz:

    Der Schwarzstorch ist in den meisten Ländern Europas gesetzlich geschützt. Quelle: LBV

Seit rund zwei Monaten tapst ein Schwarzstorch mit langen Beinen durch seinen neuen Wirkungskreis, den er sich mit den Weißstörchen teilt. Im Frühjahr wurde dort von Stefan Zirngibl mit dem Mini-Bagger der Uferbereich des Teiches befestigt. „Der Schwarzstorch stammt aus einer Wildtierauffangstation aus der Hallertau“, betrachtet Schuh den Neuzugang wohlwollend. Im Gegensatz zum Weißstorch ist der Schwarzstorch ein scheuer Bewohner alter, geschlossener Wälder, die Still- und Fließgewässer aufweisen. Er wird in der Roten Liste als vom Aussterben bedroht geführt und gilt als besonders schützenswerte Art in der FFH-Richtlinie der EU. (kfl)

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