MyMz
Anzeige

Umwelt

Neuer Verein kämpft für Energiewende

Elf Landkreisbürger gründen den Verein „Energie-Wende Landkreis Cham“. Im Februar findet ein Kongress in der Region statt.
Von Evi Paleczek

Wenn die Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen wegfällt, sollten unbedingt entsprechende Bürgergenossenschaften gegründet werden, fordert Johann Christl. Foto: Daniel Reinhardt/dpa
Wenn die Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen wegfällt, sollten unbedingt entsprechende Bürgergenossenschaften gegründet werden, fordert Johann Christl. Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Arnschwang.Mit seinen regelmäßig stattfindenden Energie-Stammtischen versucht Johann Christl seit Jahren, Bürger im Landkreis für das Thema Energie-Wende zu sensibilisieren. Nun ist aus den losen Abenden heraus ein Verein entstanden. Am Freitagabend gründeten elf Bürger aus dem ganzen Landkreis im Arnschwanger Radlcafé den Verein „Energie-Wende Landkreis Cham“. Sein Ziel ist der Umweltschutz – und damit die Energiewende, sagt Christl, der zum Vorsitzenden gewählt wurde, im Gespräch mit unserem Medienhaus.

Nötig geworden ist eine Vereinsgründung zum jetzigen Zeitpunkt, weil er für den 7. und 8. Februar den Kongress Bayerischer und Österreichischer Solarinitiativen 2020 in den Landkreis holen konnte, erklärt der Arnschwanger. Im vergangenen Jahr hat er den Bürgerenergiepreis Oberpfalz erhalten – und wurde deshalb zum diesjährigen Kongress nach Rosenheim eingeladen. Weil er das Thema wichtig findet und der Meinung ist, dass im Landkreis Cham noch viel zu wenig passiert in Richtung Energiewende, hat er sich für die Ausrichtung der Veranstaltung beworben – und auch den Zuschlag erhalten.

Hubert Aiwanger beschirmt die Tagung

Einen zweitägigen Kongress auszurichten, kostet aber Geld, sagt Christl. Man braucht etwa Referenten und will Exkursionen anbieten. Um auf der sicheren Seite zu sein im Hinblick auf Mitgliedsbeiträge, Spenden und Sponsorengelder, macht deshalb die Vereinsgründung Sinn, meint der Vorsitzende.

Der Arnschwanger Johann Christl (Mitte) wurde bei der Gründungsversammlung am Freitag zum Vereinsvorsitzenden gewählt. Foto: Christl
Der Arnschwanger Johann Christl (Mitte) wurde bei der Gründungsversammlung am Freitag zum Vereinsvorsitzenden gewählt. Foto: Christl

In Bezug auf den Kongress gibt es bereits ein Organisationsteam, das sich schon dreimal – zusammen mit Campus-Leiter Prof. Wolfgang Aumer – im Technologie Campus in Cham getroffen hat. Bei der Veranstaltung im Februar wird es neben verschiedenen Vorträgen und Exkursionen eine Podiumsdiskussion geben, bei der auch Kongress-Schirmherr Hubert Aiwanger, stellvertretender Ministerpräsident und Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, mit auf der Bühne sitzen wird. Der Kongress wird unter dem Titel „Energiewende. Mehr-Wert für die Region!“ stattfinden. Wie viele Teilnehmer dabei sein werden, kann er schlecht einschätzen, sagt Christl, in Rosenheim sind es in diesem Jahr 350 gewesen.

Der Verein Energie-Wende Landkreis Cham

  • Vorsitzender:

    Johann Christl

  • 2. Vorsitzender:

    Dr. Thomas Klyscz

  • Schriftführer:

    Johann Christl

  • Schatzmeister:

    Martin Mühlbauer

  • Pressesprecher:

    Johann Christl und Dr. Thomas Klyscz

  • Beisitzer:

    Egid Amberger, Josef Aschenbrenner, Erika Christl, Leopold Fink, Hans Kraus, Johann Meier, Andreas Pfeifer und Thomas Wachter

  • Mitgliedsbeitrag:

    24 Euro jährlich

  • Treffen:

    Die Zusammenkünfte des Vereins finden im Radlcafé in Arnschwang statt. Die nächste Vorstandssitzung ist am 30. Juli, alle Interessierten sind dazu willkommen

  • Information:

    Wer dem Verein „Energie-Wende Landkreis Cham“ beitreten will oder weitere Informationen haben möchte, kann sich unter folgenden Nummern bei Johann Christl melden: (0 99 77) 90 35 82 oder 0177 / 9 61 89 06

Der Verein ist derzeit auf der Suche nach dem Veranstaltungsort sowie Sponsoren, die die Ausrichtung unterstützen. Wer Interesse hat, kann sich gerne bei ihm melden, sagt Christl. Firmen, die mit dem Thema Erneuerbare Energien zu tun haben, können auch ausstellen beim Kongress.

Ein Bewusstsein für die Umweltschaffen

Was der Verein über die Kongressplanung hinaus künftig alles machen will, das steht noch nicht genauer fest, berichtet der Vorsitzende. Natürlich gibt es Ideen, aber dazu braucht es auch immer Leute, die bereit sind, diese umzusetzen. Energie-Stammtische wird es weiterhin geben, am 4. September etwa findet ein Vortrag zu neuer Energieerzeugung statt.

2018 hat Johann Christl den Bürgerenergiepreis erhalten:

Auszeichnung

Energie-Stammtisch gewinnt Bürgerpreis

2016 hat der Arnschwanger Hans Christl begonnen, die Treffen zu planen, jetzt bekam er den Bürgerenergiepreis Oberpfalz.

Es geht dem Verein darum, ein Bewusstsein für Umwelt und Energiewende zu schaffen, betont Christl. Und ein Thema liegt ihm derzeit besonders am Herzen. Bald fallen die ersten Einspeisevergütungen für Photovoltaikanlagen weg, sagt er. Diesbezüglich müssten unbedingt Bürgergenossenschaften – auch in Zusammenarbeit mit den Kommunen – gegründet werden, damit nicht andere Investoren Geld abgreifen, meint er. Damit würden die Leute besser fahren.

Bayernweit gebe es seit vielen Jahren entsprechende Solar-Initiativen, mittlerweile seien es mehr als 100. Im Landkreis Cham tue sich da aber leider wenig. Auch aus diesem Grund ist er im vergangenen Jahr zum Kongress nach Rosenheim eingeladen worden, erzählt der Arnschwanger. Man habe ihm vermittelt, dass es wichtig sei, dass auch im Bayerischen Wald diesbezüglich etwas passiere.

Weitere Meldungen aus dem Landkreis Cham finden Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht