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Kommune

Neues Leben für den Urtlbachplatz

Bad Kötztings Stadtrat beseitigt 20 Jahre alten Planungsfehler durch Neugestaltung des Areals am Schinderbuckel.
Von Roman Hiendlmaier und Stefan Weber

Bäume, Sträucher, Steine und Treppen ins Nichts: Im kommenden Jahr sollen ein Spielplatz, Sitzgruppen und mehr Parkplätze dem meist menschenleeren Urtlbachplatz neues Leben einhauchen. Fotos: rh

Bad Kötzting.Seit Jahren ist der Zustand des Urtlbachplatzes am Schinderbuckel den Anwohnern und der Stadtführung ein Dorn im Auge. Nie wirklich fertig geworden, da weder ein dort vorgesehenes Hotel noch eine Tiefgarage gebaut wurden, ist er nach rund zwei Jahrzehnten an vielen Stellen mittlerweile zudem auch noch ein Sanierungsfall geworden: „Der Bachlauf verunkrautet,“ so Klyscz – das sei den dortigen Anwohnern, die ob des Platzes Zugeständnisse gemacht haben, nicht zuzumuten.

Den Platz „hochklappen“

Im vergangenen Jahr nun hat der Stadtrat reagiert und den Landschaftsarchitekten Josef Garnhartner vom Büro G+2S aus Deggendorf beauftragt, sich Gedanken über die Neugestaltung des Platzes zu machen. Vier Pläne hatte Garnhartner erarbeitet, die er im Herbst 2016 erstmals den Mitgliedern des Stadtrates vorstellte.

Der entscheidende Planungsfehler, wie es Stadtrat Dr. Thomas Klyscz nun bei der zweiten Präsentation Garnhartners in dieser Sache am Dienstagabend formulierte, liegt an der massiven Steigung, die den Platz quasi nicht benutzbar mache.

Sackgasse, von Steinwänden flankiert: Die Neuplanung ermöglicht eventuell die Bebauung und damit den Verkauf eines Nachbar-Grundstücks.. Fotos: rh

Der Deggendorfer Planer hatte nun seine Planungen leicht überarbeitet und präzisiert. Er bestätigte aber im wesentlichen seine Vorschläge vom Herbst vergangenen Jahres. Künftig soll der Platz „quasi hochgeklappt werden“, wie es Josef Garnhartner formulierte. Heraus kommen dabei mehrere terrassenförmige Ebenen, die die Nutzbarkeit für Kinder und Erwachsene verbessern. Unten, entlang der Straßen, werden die Parkmöglichkeiten verbessert. Quer- statt Längsparken soll zudem die Zahl der Stellplätze erhöhen. „Diese Maßnahmen schaffen mehr Parkplätze und verringern die ungenutzte Fläche.“ Außerdem soll ein Gehweg angelegt werden, und einige kleine Bäume sollen die kahle Optik verbessern. Die bisher dort befindlichen Treppen sollen weitgehend erhalten bleiben.

Die größere Veränderung sah der Niederbayer dann für „oben“ vor. Das „nach oben Klappen“ solle in Verbindung mit einer Begrünung der Böschungen zum einen einen (Klein-) Kinderspielplatz mit Geräten vom Sandkasten bis zum Turngerüst vor. Nebenan solle „ein kleiner Treffpunkt“ entstehen, eine Sitzgruppe, die von allen Altersgruppen genutzt werden könne.

Plan und Wirklichkeit

  • Geschichte

    In den vergangenen rund 20 Jahren hat die Stadt Bad Kötzting selbst in drei größere Baugebiete investiert. Das größte davon war das Neubaugebiet Schinderbuckel. Die damals völlig überzogene Ausweisung des Baugebietes war unter anderem dafür verantwortlich, dass sich die Pro-Kopf-Verschuldung der Stadt vor rund zehn Jahren an der 4000-Euro-Marke bewegte.

  • Problem

    Zentrales Element war die Grünanlage entlang des Urtlbaches, die als Treffpunkt und Aufenthaltsort für alle Generationen gedacht war. Der schroffe Anstieg der Flächen mit einer Steigung von bis zu 15 Prozent machte das Ansinnen aber zunichte.

An der Spitze des Urtlbachplatzes erneuerte Josef Garnhartner seinen Vorschlag eines „Aussichts-Throns“ am Ende der Treppe, also dort, wo das Hotel eben nicht gebaut wurde. „Das soll mit einer großen Bank oder einer Sitzgruppe dort optisch aber auch richtig aufwendig gemacht werden“, sagte er und zeigte eine Aufnahme von der Aussicht auf die vom „Thron“ aus gut sichtbaren Höhenzüge rund um die Stadt.

Garnhartner sagte auch, was er nicht eingeplant habe: „Eine Allee nach oben sowie einen Brunnen.“

Wasser wollte er als Gestaltungselement aber nicht außenvorlassen. An einer Stelle solle ein kurzer Wasserlauf entstehen, der etwa im Sommer zur Kühlung von Tüchern für erhitzte Kinderköpfe genutzt werden könne.

Umbaubeginn wohl noch 2018

Die Kosten hatte Garnhartner im vergangenen Jahr noch mit etwa 250000 Euro beziffert. Aktuell halte er inklusive der Ausstattung mit Geräten und den Sitzmöglichkeiten gut 350000 Euro für realistisch.

Stadtbauamts-Chef Christian Kopf sah in Garnhartners Planung „eine große Chance für den Urtlbachplatz“ und schlug die Genehmigung zur Ausschreibung vor. Zur Finanzierung könnte bei dieser Planungsvariante ein ursprünglich für einen Spielplatz gedachtes, benachbartes Grundstück zur Bebauung verkauft werden – als Kompensation der Neugestaltungskosten sozusagen.

150 000 Euro hatte der Stadtrat jedoch schon für den Haushalt 2018 vorgesehen, weswegen Bürgermeister Markus Hofmann den Stadtrat um Genehmigung für die Ausschreibung des unteren Platz-Geländes bat, der in etwa diese Summe kosten soll. Die Zustimmung erfolgte einstimmig.

Den rund 200 000 Euro teueren oberen Teil soll im Detail noch einmal der Bauausschuss des Stadtrats unter die Lupe nehmen und bei entsprechender Einigkeit dann ebenfalls auf den Weg bringen.

Josef Garnhartner dirigiert die neue Planung des Urtlbachplatzes.

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