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Neues ÖPNV-Angebot für Waldmünchen

Vier Referenten und weitreichende Entscheidungen für alle Bürger: ÖPNV, Kindergarten und Breitband waren Themen im Stadtrat.
Von Petra Schoplocher

  • Die Mitarbeiter des Bauhofes werden die Rufbus-Schilder zeitnah montieren, der Startschuss für das Landkreis-Projekt fällt am 1. Juni. Bürgermeister Markus Ackermann appellierte an alle Bürger, das neue Angebot anzunehmen. Nur so könnten auch Lücken noch geschlossen werden. Foto: Schoplocher Foto: Schoplocher
  • Neue Vorgaben ermöglichen es Kommunen, Stabilisierungshilfen für Schuldentilgung, Investitionshilfen oder beides zu beantragen. Die Stadt wird Letzteres tun, um weiter in den Genuss der seit 2013 gewährten Finanzspritze zu kommen: Foto: ps

Waldmünchen.Die Grundsatzentscheidung war bereits im März gefallen, nun musste der Stadtrat den ersten Schritt in Richtung Feinjustierung gehen: Wie soll der Neubau aussehen, der je einer Kindergarten- und Krippengruppe Platz bieten soll? Ausführlich wägten die Gremiumsmitglieder die Vor- und Nachteile der vier Entwürfe ab, die Heiko Bauernfeind und Elisabeth Aumann-Bierl in die Sitzung mitgebracht hatten. Letztlich kristallisierte sich ein eindeutiger Favorit heraus: Die neuen Baukörper sollen 90 Grad an das südliche Schulgebäudeteil andocken, in dem jetzt bereits eine Kindergartengruppe untergebracht ist.

Diese Gruppe ist es auch, die eine genauere Aussage über die Größe des Neubaus zum aktuellen Zeitpunkt unmöglich macht, erklärten die Fachleute. Die Kindergartenkinder, die seit Jahren in der Schule Quartier bezogen haben, haben mehr Platz als ihnen nach dem Raumkonzept der Regierung zusteht.

Es hängt an der Regierung

Deren 118 Quadratmeter müssen von den 429 Quadratmetern abgezogen werden, die für die drei Gruppen mit 50 Kindergarten- und zwölf Krippenkindern als Bedarf anerkannt und gefördert werden – Es sei denn, die Regierung genehmigt eine entsprechende Ausnahme. „Das werden wir versuchen, in entsprechenden Gesprächen zu klären“, betonte Bürgermeister Markus Ackermann.

Auf diesem Grünstreifen zwischen Grundschule und Stadtpark entsteht ein Neubau, der einer Kindergarten- und einer Kinderkrippengruppe Platz bietet. Das Architekturbüro Aumann + Bauernfeind hatte vier Vorentwürfe dafür mitgebracht. Foto: ps
Auf diesem Grünstreifen zwischen Grundschule und Stadtpark entsteht ein Neubau, der einer Kindergarten- und einer Kinderkrippengruppe Platz bietet. Das Architekturbüro Aumann + Bauernfeind hatte vier Vorentwürfe dafür mitgebracht. Foto: ps Foto: Schoplocher

Was jetzt schon feststeht: Der Fußweg von der Arztpraxis und dem alten Kindergarten kommend, muss verlegt werden. Weil die Fluchtmöglichkeiten aus der Schule gewahrt werden müssen, muss der Neubau einen gewissen Abstand wahren, führte Elisabeth Aumann-Bierl vor Augen. Die Erschließung der Kindertagesstätte erfolgt vom Breitenwiesweg aus, dort wird auch ein Parkplatz gebaut.

Der favorisierte Entwurf sieht eine zweite Kindergartengruppe sowie Speisesaal und Leitungsräume im Obergeschoss vor. Ebenerdig werden die Kinderkrippe und Mehrzweckraum untergebracht, jeweils mit direktem Gartenzugang. Pluspunkte dieser Planung sind laut Heiko Bauernfeind die Erweiterbarkeit, das ansprechendere geometrische Formenspiel (des Architekten „Favourite“) und eine bessere Abholsituation.

Wolfgang Kürzinger regte trotz des Zeitdrucks an, die Entscheidungsfindung transparent zu gestalten und die Bevölkerung einzubinden. Markus Ackermann sah in diesem Wunsch keinen Widerspruch zu dem üblichen Vorgehen, zumal sich Bauausschuss und auch Stadtrat erneut ausführlich befassen werden, sobald die Raumdimensionen feststünden.

 Thomas Ederer, Sachgebietsleiter für den Öffentlichen Personennahverkehr im Chamer Landratsamt, stellte Rufbus und Nachtschwärmer-Linie vor. Das neue Angebot startet am 1. Juni, noch aber gibt es Lücken, auch um Waldmünchen. Foto: ps
Thomas Ederer, Sachgebietsleiter für den Öffentlichen Personennahverkehr im Chamer Landratsamt, stellte Rufbus und Nachtschwärmer-Linie vor. Das neue Angebot startet am 1. Juni, noch aber gibt es Lücken, auch um Waldmünchen. Foto: ps Foto: Schoplocher

„Eine eindeutige Verbesserung“, so wertete Markus Ackermann den Rufbus, dessen Prozedere Thomas Ederer vorstellte. Die Kurzform: „Anrufen, erscheinen, einsteigen“, die Idee: Bestehende Lücken schließen und vor allem nicht mobilen Menschen wohnortnah anzubinden. Weil es keine Richtungsvorgaben gebe, könnten die Busse auf 39 Linien flexibel fahren. Das Landkreis-Konzept umfasse zudem die Errichtung neuer Haltepunkte.

Leider, so erklärte der ÖPNV-Fachmann, konnte für drei Linien im Raum Waldmünchen (nach Althütte, Untergrafenried und Rötz) kein Betreiber gefunden werden. „Wir sind aber zuversichtlich, dass wir diese im Laufe des Jahres Unternehmen noch schmackhaft machen können“, ergänzte Ederer.

Bürger entscheidet über Erfolg

Manfred Ruhland teilte Markus Ackermanns Urteil nicht, sondern sah ältere und gehbehinderte Menschen eindeutig benachteiligt. „Unter Rufbus stelle ich mir eine Haus-zu-Haus-Beförderung vor“, wie sie in anderen Landkreisen üblich sei. Thomas Ederer antwortete, dass sich in Sachen flexible Aussteigepunkte durchaus zeitnah etwas bewegen könne. Allerdings – und das betonte er ebenso wie der Bürgermeister und Vize Martin Frank – liege es nun an den Bürgern. Diese müssten das Angebot annehmen, dann würde es bald mehr Möglichkeiten geben.

Das Miteinander pflegen, ältere Mitmenschen aus der Isolation holen und Unzulänglichkeiten aufzeigen: Seniorenbeiratsvorsitzender Arnold Lindner informierte über die Arbeit des ehrenamtlichen Gremiums und anstehende Projekte.Foto: wel
Das Miteinander pflegen, ältere Mitmenschen aus der Isolation holen und Unzulänglichkeiten aufzeigen: Seniorenbeiratsvorsitzender Arnold Lindner informierte über die Arbeit des ehrenamtlichen Gremiums und anstehende Projekte.Foto: wel Foto: Lindner

Das Bild einer aktiven, generationenübergreifenden Gemeinde malte Seniorenbeiratsvorsitzender Arnold Lindner. Nach seinem Rechenschaftsbericht, der (Informations)Veranstaltungen, Ausflüge, Fortbildungen, Vernetzungsgespräche und mehr umfasste, formulierte er Sprechstunden („Bedürfnisse und Erwartungshaltungen werden mehr“), einen Seniorentagestreff, Aktionen zum selbstbestimmten Leben im Alter und die Verbesserung der Nachbarschaftshilfe vor allem in den Dörfern als nächste Ziele.

Wenn es nach Arnold Lindner geht, sollen verstärkt auch „Jungsenioren“ angesprochen werden, um sie an die Arbeit heranzuführen.

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