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Region Cham
Dienstag, 25. September 2018 13° 1

Hagelsturm

Noch keine Normalität in Sicht

Über die Hotline im Further Rathaus und per E-Mail bieten viele Handwerker aus dem Landkreis und darüber hinaus Hilfe an.
Von Wolfgang Baumgartner

  • Martina Groitl betreut die Hotline und vermittelt hilfesuchenden Bürgern Handwerksbetriebe, die noch Kapazitäten frei haben. Foto: wb
  • Auf dem Wertstoffhof herrscht Hochbetrieb. Dort werden unter anderem aufgeweichte Kartons und Folien entsorgt. Foto: wb

Furth im Wald. Die Drachenstichstadt ist auch am dritten Tag nach dem verheerenden Hagelsturm am Montag von Normalität noch weit entfernt. Mit Hochdruck laufen die Aufräum- und Reparaturarbeiten. Ihrem Namen absolut gerecht wird die „Hotline“, die nach der Naturkatastrophe am Dienstag im Further Rathaus eingerichtet wurde. Martina Groitl nimmt die Anrufe unter der Telefonnummer (0 99 73) 50 9 41 entgegen und bearbeitet auch die Mails unter „unwetter@furth.de“.

„Die Aktion ist sehr gut angelaufen, es bieten Handwerker mit freien Kapazitäten aus dem gesamten Landkreis und darüber hinaus ihre Dienste an“, teilt Martina Groitl am Mittwoch im Gespräch mit unserem Medienhaus mit.

Hotline-Telefon läuft „heiß“

Viel Zeit zum reden hat sie nicht, da ständig das Telefon klingelt. Aktuell hat sie einen Dachdeckerbetrieb aus Schwandorf an der Strippe, der zeitnah Aufträge in Furth im Wald übernehmen könnte. „Sogar eine Firma aus Augsburg hat sich gemeldet und ist bereit, in Furth Arbeiten zu übernehmen“, fügt die Hotline-Betreuerin hinzu. Neben Dachdecker hat sie auch Spengler und andere Branchen auf ihrem Notizblock. Daneben liegt die Liste der vielen Anrufer, die bei der Stadt um Hilfe nachfragen. „Die örtlichen Handwerker sind alle restlos ausgebucht“, erzählt Martina Groitl. Deshalb ist sie sehr froh, Firmen mit freien Kapazitäten vermitteln zu können. Nicht helfen kann sie bei Versicherungsfragen. „Hier sollten sich die Geschädigten direkt mit ihrem Versicherungsmakler in Verbindung setzen!“

Schon kurz nach der Öffnung der zusätzlichen Sammelstelle am Mittwoch um 8 Uhr herrschte reger Betrieb auf dem Areal vor der Festhalle. Foto: wb
Schon kurz nach der Öffnung der zusätzlichen Sammelstelle am Mittwoch um 8 Uhr herrschte reger Betrieb auf dem Areal vor der Festhalle. Foto: wb

Wie die Praxis am Mittwochvormittag zeigte, hat sich auch die Einrichtung einer zusätzlichen Sammelstelle für Grüngut und Bauschutt auf der Festwies als richtig und notwendig erwiesen. Dort können zerstörte Überbleibsel vom Sturm wie Dachziegel oder auch Baum- und Strauchschnitt kostenlos angeliefert werden.

Seit Mittwochmorgen besteht die Möglichkeit, an der zusätzlich eingerichteten Sammelstelle auf der Festwiese Baum- und Strauchschnitt abzuladen. Foto: wb
Seit Mittwochmorgen besteht die Möglichkeit, an der zusätzlich eingerichteten Sammelstelle auf der Festwiese Baum- und Strauchschnitt abzuladen. Foto: wb

„Diese Sammelstelle ist schon deshalb sehr wichtig, weil hier am Wertstoffhof nicht ausreichend Platz vorhanden ist“, teilte ein Mitarbeiter des Wertstoffhofes mit. Und auch die Betroffenen begrüßten diese zusätzliche Sammelstelle. „Man weiß ja sonst nicht, wohin mit dem vielen Unrat“, sagt ein Mann, der einen prall gefüllten Autohänger mit Baum- und Strauchresten sowie eimerweise Glassplitter auf der Festwiese anliefert. Glas, verbeultes Blech und dergleichen können in einem Container entsorgt werden, für Bauschutt und Baum- sowie Strauchschnitt stehen auf dem Festplatz eingezäunte Flächen zur Verfügung. Die zusätzliche Sammelstelle ist personell besetzt, so dass die Anlieferungen koordiniert werden können.

Ebenfalls zusätzlich bietet die Stadt auf dem Festplatz einen Container an, in dem vom Hagelsturm zerstörte Überbleibsel kostenlos entsorgt werden können. Foto: wb
Ebenfalls zusätzlich bietet die Stadt auf dem Festplatz einen Container an, in dem vom Hagelsturm zerstörte Überbleibsel kostenlos entsorgt werden können. Foto: wb

Mit der Entsorgung der zerstörten Utensilien einhergehen weiterhin die Reparatur- und Ausbesserungsarbeiten. Mit Hochdruck versuchen die Menschen vor allem, die beschädigten Dächer soweit zu reparieren, dass kein Wasser mehr eindringen kann. Enorme Unterstützung erfuhren die Further dabei bereits von den Feuerwehren. Mehrere tausend Quadratmeter Folien wurden noch am Abend des Unwetters am Montag verlegt. Doch woher kam diese Masse an Folien?

Stadt übernimmt die Kosten

„Wir haben den toom-Baumarkt in Cham total leergekauft“, erzählt der Chamer Kreisbrandinspektor Marco Greil im Gespräch mit unserem Medienhaus. Unmittelbar nach dem Hagelsturm übernahm die Kreiseinsatzzentrale die Koordination der Hilfsmaßnahmen in der Drachenstich-Stadt.

Im Auftrag der örtlichen Führungsstelle wurde dann bei den Baumärkten in Furth und Umgebung nach vorrätigem Folienmaterial nachgefragt. „Mit Ausnahme vom toom-Baumarkt hatten die meisten Märkte bereits geschlossen“, fügt Marco Greil hinzu. Etwa eine viertel Stunde vor Ladenschluss vermeldete der toom-Mark, rund 1500 Quadratmeter Folien auf Lager zu haben. Marco Greil schlug nach Rücksprache mit der Führungsstelle sofort zu und bat das THW, die Folien zu holen. „Dabei zeigte sich das Personal vom toom-Baumarkt äußert zuvorkommend“, berichtet der KBI. Weit über die Ladenschlusszeit hinaus hätten die Mitarbeiter beim Verladen geholfen.

Auch Bauschutt wie gebrochene Dachziegel können auf der zusätzlichen Sammelstelle neben der Eschlkamer Straße abgeladen werden. Foto: wb
Auch Bauschutt wie gebrochene Dachziegel können auf der zusätzlichen Sammelstelle neben der Eschlkamer Straße abgeladen werden. Foto: wb

Die Kosten für den Arbeitseinsatz der Feuerwehren und das benötigte Material, werden zu 100 Prozent von der Stadt übernommen. Das teilte gestern der geschäftsführende Beamte, Franz Würz, auf Anfrage mit. Die im Januar 2017 beschlossene Kostensatzung wird aufgrund des großen Leids der Further nicht angewendet. Weitere Meldungen aus Furth im Wald finden Sie hier.

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