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Nößwartling rettet Tiere mit Drohne

Der LBV Cham verfügt nun über eine neue Technologie. Sie soll auch dabei helfen, Rehe vor der Mähmaschine zu schützen.

LBV-Kreisvorsitzende Karl-Heinz Schindlatz und LBV-Kreisverbandsschriftführer Michael Bauer haben den erforderlichen Drohnenführerschein bereits erworben.  Foto: Johann Gruber
LBV-Kreisvorsitzende Karl-Heinz Schindlatz und LBV-Kreisverbandsschriftführer Michael Bauer haben den erforderlichen Drohnenführerschein bereits erworben. Foto: Johann Gruber

Arnschwang.Mit Beginn der Mähsaison im Mai spielt sich auf vielen Wiesen immer wieder ein Drama ab. Junge Rehe werden oft von ihren Müttern in hochgewachsenen Wiesen zurückgelassen, wenn diese auf Nahrungssuche gehen. Das kann zur großen Gefahr für sie werden: Wird die Wiese in diesem Moment gemäht, können sie durch die Maschine grausam verstümmelt oder gar getötet werden. Um sie davor zu bewahren, bemühen sich engagierte Landwirte, Jäger und freiwillige Helfer darum, die Tiere vor der Mahd in den Wiesen aufzuspüren. Im hohen Gras sind die Rehkitze aber nur schwer oder gar nicht auffindbar, oft drücken sie sich auf den Boden und bleiben bewegungslos liegen.

Für den Einsatz zur Tierrettung verfügt der Kreisverband Cham des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) nun über eine hochmoderne, mit Wärmebildkamera ausgestattete Drohne.

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Kitze mit Infrarot aufspüren

Mit deren Infrarotsensoren sollen in den Wiesen versteckte Rehkitze, Hasen, Fasanen und andere Tiere rechtzeitig aufgespürt werden. Möglich gemacht habe diese Anschaffung, die auch eine große Hilfe bei diversen Naturschutzprojekten sein werde, eine großherzige Spende von Manuela und Josef Graf, Inhaber der Graf Immobilienmarketing- und Verwaltungs- GmbH in Cham.

Manuela und Josef Graf spenden Hightech-Drohne für den LBV  Foto: Johann Dendorfer
Manuela und Josef Graf spenden Hightech-Drohne für den LBV Foto: Johann Dendorfer

Zur Inbetriebnahme der Drohne begrüßten der LBV- Kreisvorsitzende Karl-Heinz Schindlatz und der LBV-Geschäftsstellenleiter Markus Schmidberger am vergangenen Mittwoch das Sponsorenehepaar Graf, die Naturparkrangerin des Naturparks Oberer Bayerischer Wald Laura Wollenschläger sowie den ortsansässigen Landwirt Thomas Fischer im LBV-Zentrum in Nößwartling. Schindlatz und LBV-Kreisverbandsschriftführer Michael Bauer haben bereits den dafür erforderlichen Drohnenführerschein erworben. Sie erläuterten die Möglichkeiten der neuen Hightech-Drohne und ließen sie erstmals in den Himmel steigen.

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Die beiden bedankten sich bei den Sponsoren für ihre wertvolle Unterstützung. „Aus anderen Bereichen wissen wir, dass sich die Erfolge der Tiersuche vor der Mahd beim Einsatz von Drohnen nahezu verdoppeln“, erklärte Schmidberger. Man sei stolz, eine der ersten LBV-Geschäftsstellen zu sein, die nun über einen Ausrüstungsgegenstand verfüge, wie ihn auch Polizei, Feuerwehr und Bergwacht im Einsatz haben. Schon in Kindertagen habe ihn das Leid von Tieren berührt, erzählte Spender Josef Graf.

Von seinem Vater, einem passionierten Jäger, sei er oft, mitgenommen worden, wenn dieser von Landwirten gerufen wurde, weil Rehkitze oder andere Tier in den Mähbalken geraten waren. Darum sei für ihn und seine Frau der Tierschutz eine Herzensangelegenheit. Aus diesem Grund hätten sie in das LBV-Projekt investiert. Auch Landwirt Thomas Fischer begrüßte die zusätzliche Unterstützung bei diesem gemeinsamen Anliegen und freute sich über das Engagement. Zur Tierrettung brauche man aber immer auch Unterstützer am Boden.

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Ehrenamtliche Helfer gesucht

Für diese Aufgabe habe sich die Naturparkrangerin Laura Wollenschläger gefunden.Zusätzliche Helfer würden aber immer gebraucht. Landwirte könnten sich telefonisch bei der Tierhilfe Weiding (01 72) 8 57 61 54 oder (01 71)2 72 10 72 zur Drohnenunterstützung bei der Mahd melden oder auch im LBV-Zentrum „Mensch & Natur“ in Nößwartling unter der Nummer (0 99 77) 82 27 oder (01 75) 6 67 28 60 anrufen. In den sozialen Medien bieten auch private Drohnenbesitzer oft Unterstützung an. Zur genauen Planung sollte die Anmeldung dafür schon zwei bis drei Tage vor der vor der Mahd erfolgen. Der Drohneneinsatz spiele sich gewöhnlich in der Zeit von 6 bis 9 Uhr morgens ab. Wer sich im Mai und Juni zu diesen Zeiten ehrenamtlich als „Bodenpersonal“ im Tierrettungsteam einbringen möchte, sei beim LBV jederzeit herzlich willkommen. (fer)

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