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Region Cham
Mittwoch, 19. September 2018 26° 1

Natur

Obstbaum optimal schneiden

Um Früchte zu gewinnen, gilt es im Garten einige Regeln zu beachten. Und Susanne Deutschländer weiß darüber bestens Bescheid.

Susanne Deutschländer zeigt zu gegebener Zeit auch immer wieder mal, wie der Schnitt in der Praxis ausgeführt wird. Foto: rjm
Susanne Deutschländer zeigt zu gegebener Zeit auch immer wieder mal, wie der Schnitt in der Praxis ausgeführt wird. Foto: rjm

Walderbach.Im Anschluss an die Jahreshauptversammlung des Obst- und Gartenbauvereins Walderbach referierte Kreisfachberaterin Susanne Deutschländer zum Thema „Warum trägt mein Obstbaum nicht?“ Sie hatte hiefür Antworten bereit. Interessiert verfolgten die OGV-Mitglieder den Vortrag, bei der anfänglichen Frage, wie viel Obst die Gartler im letzten Jahr vorweisen konnten, waren sich alle einig, dass es ein eher mageres Obst-Jahr war, zumal der späte Frost Schäden anrichtete. Die versierte Fachfrau nannte die botanischen Grundlagen, nämlich unter anderem, welche Unterschiede es gäbe, auch bezüglich der Blütenarten. Um die Befruchtung/Fruchtbildung zu fördern kann man blühende Zweige einer geeigneten Pollenspender-Sorte mit einem mit Wasser gefüllten Gefäß unter den Baum stellen oder im Baum befestigen. Auch eine sogenannte Umveredelung ist möglich. Wichtig ist hier eine zeitgleiche Blüte. Wie wichtig Bienen und ähnliche Bestäuber sind, die für die Befruchtung sorgen und wie man Bienen lockt und vor allem dauerhaft hält, wurde ebenfalls aufgezeigt. So solle man ein großes Angebot für Bienen schaffen, denn, wenn gut durch eine Biene bestäubt wurde, ist auch die Frucht schön.

Der Frost im letzten Jahr sorgte für eine schlechte Obsternte. Hier kann man den „Regner“ laufenlassen, da durch den Eismantel – so widersprüchlich dies klingen mag – Wärme erzeugt wird, oder eben die Bäume mit Vlies einwickeln. Frostrissen am Stamm kann man durch Einstreichen oder weiteren Schutzmaßnahmen entgegenwirken. Stress schadet Bäumen, etwa wenn sie nicht richtig, meist zu tief, eingepflanzt und (zu dick) Rindenmulch aufgebracht wurde. Wühlmausschutz soll unverzinkt über die Wurzeln gelegt werden. Es ist auch die Frage zu stellen, weshalb der Baum anstatt Holz Früchte produziert ... Waagrechtes Holz bringt Frucht und stehendes Holz produziert Holz. Hier muss man ein Gefühl für den Baum entwickeln und walten lassen und ihn durch einen umsichtigen Schnitt ins Gleichgewicht bringen. Wie man einen Baum schneidet, wurde aufgezeigt. So sollen je nach Baumart die Stehend-Triebe im Sommer und nicht im Frühjahr entfernt werden. Wenn man etwa bei einem alten Baum das Holzwachstum fördern möchte, solle man im Frühjahr schneiden. Wasser und Dünger spielen ebenfalls eine wichtige Rolle für eine reiche Obsternte. Kalium ist gut für die Frosthärte, ebenso ist Magnesiumkalk ratsam. Aktuell ist eine gute Düngezeit. Stickstoff soll nicht eingesetzt werden. Wasser solle reichhaltig und außen aufgebracht werden, vor allem aufgrund der in den letzten Jahren herrschenden Trockenheit im Frühjahr. Abschließend fasste Deutschländer dann alles noch einmal zusammen und wies auf die Angebote im Landkreis Cham hin. (run)

Betty Schweiger (l.) überreichte Susanne Deutschländer einen prächtigen Obstkorb. Foto: run

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