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Region Cham
Mittwoch, 19. September 2018 25° 1

Garten

Obstbaum-Veredelung ist keine Hexerei

Mario Irrgang vom OGV Chamerau zeigte die Technik des Veredelns. Damit können alte Kultursorten bewahrt werden.

Etliche Obstbaumfreunde beschäftigten sich ausgiebig mit Veredelungstechniken für Obstbäume. Foto: che
Etliche Obstbaumfreunde beschäftigten sich ausgiebig mit Veredelungstechniken für Obstbäume. Foto: che

Chamerau.Der schöne Apfelbaum im Garten wird langsam altersschwach? Hobbygärtner müssen keinen neuen kaufen, sondern können auch einen Ableger züchten – allerdings muss man diesen veredeln. Aber das schaffen sogar Anfänger, so Mario Irrgang, der Leiter des Veredelungskurses.

Obstbaumveredelung ist keine Hexerei. „Wer sich damit etwas beschäftigt, hat den Dreh bald heraus“, sind Mario Irrgang und der Vorsitzende des OGV Chamerau Klaus Irrgang überzeugt. Sinn und Zweck des Kurses im Garten von Mario Irrgang war, dass sich die Leute wieder mehr zutrauen, ihre Bäume zu erziehen, um ihr eigenes Obst zu ernten..

Zuerst wurden die Grundkenntnisse und Gesetzmäßigkeiten beim Veredeln in der Theorie vermittelt. Hierzu zählte die Wahl der richtigen Veredelungsunterlage, die Kenntnis über den Veredelungszeitpunkt und die Veredelungsmethoden. Das Hauptziel, so Mario Irrgang, in der Veredelungstechnik ist, sortenreine Nachkommen zu erhalten, also solche, die genetisch identisch sind mit dem Stammbaum. Der Teil des zukünftigen Baumes, der die Wurzel bildet, wird „Wildling“ oder „Unterlage“ genannt. Sortenrein ist der Teil des Baumes, der über der Veredelungsstelle liegt. Aus ihm entwickelt sich die Baumkrone, auf der die Früchte der gewünschten Apfel- oder Birnensorte reifen. Diesen als „Edelreiser“ bezeichneten Trieb gewinnt man, indem man einen kurzen, einjährigen Trieb vom Mutterbaum der gewünschten Obstsorte abschneidet.

Die meist verbreiteten Veredelungsmethoden sind Okulation, Pfropfung und Kopulation. Bei allen Veredelungsarten ist unbedingt darauf zu achten, dass die verwendeten Reiser gesund sind. Denn nur so kann einer Übertragung von Viruskrankheiten vorgebeugt werden. Ein wesentlicher Vorteil der Veredelung liegt darin, dass durch die gezielte Kombination von Unterlage und Sorte die Größe, der Ertrag, das Alter und die Resistenz gegenüber Krankheiten und Schädlingen des zukünftigen Baumes entscheidend beeinflusst werden können.

Nach der Theorie folgte der praktische Teil mit Übungen an Haselnussruten und dem Veredeln auf wurzelnackten, schwachwüchsigen Apfel-Unterlagen. Dabei wurde je ein Ende der beiden Stücke über eine Länge von vier bis fünf Zentimeter schräg angeschnitten. Am Edelreis wird der Kopulationsschnitt am unteren Ende, an der Unterlage am oberen Ende gemacht. Nun wurden die frischen Schnittflächen aufeinandergelegt und mit einem Veredelungsband umwickelt. (che)

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