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Kommentar

Ökotest auf dem Bierdeckel

Ein Kommentar von Michael Gruber

Unglaublich, aber wahr: Ein Kunststoff-Konzern fährt seine Produktion mit chemischen Gefahrstoffen auf zehnfache Leistung hoch, gleich daneben liegt das größte Naturschutzgebiet der Oberpfalz, und das Landratsamt sagt auf kurzem Dienstweg: „Basst scho.“

Die einzige Einschätzung zu möglichen Gefahren für die Natur und die Umgebung kommt von der hauseigenen Abteilung und passt auf einen Bierdeckel. Dazu kommt ein TÜV-Gutachten, das sich auf Messwerte aus den Neunzigern beruft. Und als wäre das nicht schon genug: Die Messfristen, die in der Genehmigung vorgeschrieben sind, soll die Firma nicht eingehalten haben. Was da in den Himmel steigt, wird erst jetzt noch einmal genau gemessen. Seltsamerweise kurz nachdem das Bayerwald-Echo angeklopft hat. Wen wundert’s da, wenn Anlieger Sätze sagen wie „Die großen Firmen haben Narrenfreiheit und die Behörden ducken sich weg“.

Keine Frage: Ensinger ist ein Jobmotor und beschert Cham sprudelnde Steuereinnahmen. Doch gibt es immer mehr Leute, die eine Politik satt haben, die Konzernen um jeden Preis Vorfahrt einräumt – und zwar erst recht, wenn es um die Umwelt geht. Die Klimaproteste beweisen das, und die CSU von Landrat Löffler hat den Schuss gehört.

Chams Bürgermeisterin scheinbar nicht. Wer sagt, dass es bei Ensinger stinke, sei ein „Obergrantler“, urteilte Karin Bucher beim Jahresempfang und befand, dass etwas schief laufe in unserem Land. Ja, dass hier etwas schief gelaufen ist, finden wir auch.

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