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Motorsport

Offroad-Sieg für Bad Kötztinger Fahrer

Drei Besatzungen der Geländewagenfreunde Bayerischer Wald dominierten die Klassenwertung der Transsylvania Trophy.
Von Fred Wutz

So sehen siegreiche Offroad-Fahrer aus (v. l.): Die Besatzungen Franz Mitterfelner/Erich Kölzer sowie Ludwig Zach/Heinz Plötz und Falk Pillath/Clemens Krauß waren bei der Transsylvania Trophy 2018 erfolgreich. Fotos: Katharina Plötz
So sehen siegreiche Offroad-Fahrer aus (v. l.): Die Besatzungen Franz Mitterfelner/Erich Kölzer sowie Ludwig Zach/Heinz Plötz und Falk Pillath/Clemens Krauß waren bei der Transsylvania Trophy 2018 erfolgreich. Fotos: Katharina Plötz

Bad Kötzting.Für Offroad-Spezialisten gilt wohl dasselbe wie für guten Rotwein: Je älter, je besser! Ein Team vom Verein „Geländewagenfreund Bayerischer Wald“ – alles Senioren, die seit Jahren erfolgreich fahren! – stellte das nämlich unter Beweis und holte bei der „Transsylvania Trophy 2018“ in der Ukraine den ersten Platz in der Klasse der „Side-by-Side“-Fahrzeuge. Die Truppe bestand aus den Besatzungen Heinz Plötz und Ludwig Zach (beide aus Bad Kötzting), Erich Kölzer und Franz Mitterfelner (beide aus Reisbach) sowie Clemens Kraus (Frankfurt) und Falk Pillath (Hamburg).

Vom 16 bis 22. Juni dauerte die Transsylvania Trophy 2018, die in Transkarpatien durchgeführt wurde, einer Region im äußersten Westen der Ukraine an den Grenzen zu Polen, der Slowakei, Rumänien und Ungarn. Offroad-Kenner wissen, dass es sich um eine legendäre Veranstaltung handelt, die erstmals 1993 als Alternative zur berühmten Camel Trophy stattfand.

50 Teams in zwei Klassen

Die Bad Kötztinger Heinz Plötz und Ludwig Zach (blauer Helm) stellten ihre Klasse in Sachen Offroad einmal mehr unter Beweis und führten ihr Team zum Sieg. Fotos: Katharina Plötz
Die Bad Kötztinger Heinz Plötz und Ludwig Zach (blauer Helm) stellten ihre Klasse in Sachen Offroad einmal mehr unter Beweis und führten ihr Team zum Sieg. Fotos: Katharina Plötz

Gefahren wird diese Offroad-Veranstaltung von maximal 50 Mannschaften in zwei Klassen; einerseits sind es handelsübliche Pkw, andererseits die sogenannten „Side-by-Side“-Fahrzeuge. An den Start gehen keine Serienfahrzeuge. Unter Pkw sind hier modifizierte Allrad-Geländewagen zu verstehen. Die weitere Fahrzeug-Klasse ist am ehesten als „Buggy mit Allradantrieb für zwei Personen, die nebeneinander sitzen“ zu beschreiben – wobei die „Wolpertinger“ ihre Fahrzeuge technisch gegenüber der Serie nur durch Anbau von Seilwinden verändert hatten.

Per Anhänger transportierte das Team „Wolpertinger“ seine Fahrzeuge (mit einem Zwischenstopp in Ungarn) in die Ukraine. Gleich nach der Ankunft erfolgte die technische Abnahme, dann die Beklebung der Fahrzeuge mit Schriftzügen der Trophy-Sponsoren und eine Fahrerbesprechung. Die Veranstaltung umfasste dann an fünf Tagen viele Aufgaben innerhalb der fünf Etappen. Einmal mussten die Teilnehmer im Gelände übernachten.

Einsame und weitläufige Hochebenen wurden bei der Trophy durchfahren. In der westlichen Ukraine gab es oft nur Wegespuren für die Fahrzeuge . Fotos: Katharina Plötz
Einsame und weitläufige Hochebenen wurden bei der Trophy durchfahren. In der westlichen Ukraine gab es oft nur Wegespuren für die Fahrzeuge . Fotos: Katharina Plötz

„Die Strecken waren schon anspruchsvoll,“ berichtete Heinz Plötz unserem Medienhaus, „nicht mehr so extrem wie früher, aber nicht einfach.“ Der Outdoor-Fachmann, der vor Jahren in Afrika und Asien gewaltige Touren und Erfolge einfuhr, hatte zusammen mit seinem Beifahrer Ludwig Zach weniger Probleme auf der Strecke als vielleicht mit moderner Technik, die bei der Trophy nötig war. Per GPS mussten nämlich diverse Punkte angefahren waren, weil die einsamen Landstriche mit den wenigen Wegen und Straßen kaum Orientierung boten. „Aber wir haben das schon geschafft,“ lachte Plötz, „die anderen Teams waren da mit Computertablets unterwegs, wir hatten nur ein Hand-GPS, das nicht so exakt funktionierte. Da ging es schon auf fünf Meter genau um die Punkte. Unsere Stärke war die Orientierung an sich und weil wir einfach schnell unterwegs waren.“ Fahrer und Beifahrer konnten also in jeder Hinsicht gute Leistung bringen.

Kötztinger Fahrer bei der Transsylvania Trophy

In der sogenannten Trail-Section bewies Clemens Krauß fahrerische Qualität. Der vorgegebene Weg war mit tiefen Rillen und Felsbrocken eine Herausforderung. Fotos: Katharina Plötz
In der sogenannten Trail-Section bewies Clemens Krauß fahrerische Qualität. Der vorgegebene Weg war mit tiefen Rillen und Felsbrocken eine Herausforderung. Fotos: Katharina Plötz

Pluspunkte und Zeit-Gutschriften konnten die Besatzungen Plötz/Zach, Kölzer/Mitterfelner und Krauß/Pillath bei Geschicklichkeitsaufgaben holen. Beispielsweise bastelten sie eine Behelfsfackel besser als ihre Konkurrenten, halfen anderen Fahrzeugen (die steckengeblieben waren) und zeigten sich auch bei einer Fluss-Überquerung geschickter als die übrigen. Einmal musste ein Roadbook (Wegbeschreibung) durch einen Lauf über eine steile Bergstrecke abgeholt werden, wo sich der ehemalige Marathon-Läufer Franz Mitterfelner als Punkte-Bringer für die „Wolpertinger“ bewährte.

„Wolpertinger“ waren topp

Gemeinsam mussten die Fahrzeuge die Prüfungen absolvieren, in diesem Fall die Besatzung Clemens Krauß/Falk Pillath (l.) vor Erich Kölzer/Franz Mitterfelner. Fotos: Katharina Plötz
Gemeinsam mussten die Fahrzeuge die Prüfungen absolvieren, in diesem Fall die Besatzung Clemens Krauß/Falk Pillath (l.) vor Erich Kölzer/Franz Mitterfelner. Fotos: Katharina Plötz

Während manche Trophy-Teilnehmer immer wieder Schäden an ihren Fahrzeugen reparieren mussten, hatten die drei „Side-by-Side“ vom Verein „Geländewagenfreund Bayerischer Wald“ so gut wie keine Probleme, was sicher mit der profimäßigen Vorbereitung in der Werkstatt von Heinz Plötz zu tun hatte. Feld- und Waldwege, Wasserdurchfahrten und Touren auf Berge und Hochplateaus wurden bestens gemeistert. Der Lohn war dann der Sieg in der Kategorie „Side-by-Side“, die Gründe dafür waren vielfältig. In einer Gesamtwertung – die so nicht definiert war – hätten die „Wolpertinger“ übrigens Rang 2 geholt. Für 2019 ist wieder ein Start bei der Transsylvania Trophy geplant. Und voraussichtlich werden die „Wolpertinger“ auch eine Frau an Bord haben.

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