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Region Cham
Sonntag, 19. August 2018 29° 2

Kirche

Ohne die Mesner läuft gar nichts

Die Mesner im Landkreis Cham haben vielfältige Aufgaben. Zu denen zählt sogar Erste Hilfe. Nun gibt es einen Regionalverband.
Von Monika Kammermeier

Die neue Vorstandschaft (von links): Schriftführerin Gabi Mayer, stellvertretender Vorsitzender Thomas Schmatz, Beisitzerin Elfriede Gleixner, Kassier Michael Vielreicher, Vorsitzender Josef Pflug und Diözesanvorsitzender Josef Dommer Fotos: kmo
Die neue Vorstandschaft (von links): Schriftführerin Gabi Mayer, stellvertretender Vorsitzender Thomas Schmatz, Beisitzerin Elfriede Gleixner, Kassier Michael Vielreicher, Vorsitzender Josef Pflug und Diözesanvorsitzender Josef Dommer Fotos: kmo

Cham.67 Mesner aus verschiedenen Dekanaten haben sich am Montag im Redemptoristen-Kloster zusammengefunden, um den Regionalverband der Mesner in Cham wieder aufleben zu lassen. Josef Pflug, Gabi Mayer und Elfriede Gleixner trafen sich bei einer Fortbildung in Johannisthal und hatten die Idee dazu geboren. Der Diözesanvorsitzende Josef Dommer leitete die Veranstaltung. Er sagte, dass es wichtig sei, die Arbeit der Mesner öffentlich zu machen.

Mesner – seit 1965 auch Sakristan genannt – üben in Sakristei und Kirche ihren „Dienst am Heiligtum“ oft ehrenamtlich, als geringfügig Beschäftigte, in Teilzeit und auch hauptberuflich aus. Es sind Menschen, die mit beiden Beinen im Leben stehen und über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen – möglichst in einem handwerklichen Beruf. Mesner verrichten oft in Teams ihre Arbeit.

Elisabeth Dietz (51) ist seit drei Jahren in Teunz Mesnerin. Mit drei weiteren Mesnern teilt sie sich die Aufgabe im Wechsel von drei Monaten. Sie sagt, dass sich die Tätigkeit gut mit der Familie vereinbaren lasse, die sehr hinter ihr stehe. Fotos: kmo
Elisabeth Dietz (51) ist seit drei Jahren in Teunz Mesnerin. Mit drei weiteren Mesnern teilt sie sich die Aufgabe im Wechsel von drei Monaten. Sie sagt, dass sich die Tätigkeit gut mit der Familie vereinbaren lasse, die sehr hinter ihr stehe. Fotos: kmo

Hauptamtliche Mesner besuchen für drei Wochen die überdiözesane Mesnerschule in Freising. Dazu gibt es Fortbildungen und Kurse. Zur Tätigkeit gehören die Vorbereitung der Gottesdienste und Amtshandlungen, der Blumenschmuck, das Kümmern um die Öffnungszeiten der Kirche, die Kollektensammlung, die Sorge um liturgische Kleider, Geräte und Utensilien, Erste Hilfe oder die Verantwortung für Hilfskräfte und Handwerker, um nur einige zu nennen.

Josef Dommer erklärte, dass Mesner in Regionalverbänden organisiert seien. So in Aachen, Amberg, Weiden, Straubing, Landshut, Regensburg und Kelheim. Darüber stehe der Diözesanverband und darüber die Arbeitsgemeinschaft des Süddeutschen Mesnerverbandes. Der deutschsprachige Sakristanverband ADS (Österreich, Deutschland, Schweiz und Südtirol) stehe an der Spitze. Seit etwa 100 Jahren gebe es Mesnerverbände. Sie seien wichtig, damit der Mesner repräsentiert werde. Man brauche einheitliche Richtlinien und das Gehalt solle geregelt sein. Die meisten seien unterbezahlt oder ehrenamtlich tätig.

Tarife und Löhne

Markus Münzl (29) hat als Ministrant in der Pfarrei Tiefenbach begonnen und arbeitet seit zwölf Jahren als Mesner zusammen mit der sehr humorvollen Lydia Bücherl (71). Fotos: kmo
Markus Münzl (29) hat als Ministrant in der Pfarrei Tiefenbach begonnen und arbeitet seit zwölf Jahren als Mesner zusammen mit der sehr humorvollen Lydia Bücherl (71). Fotos: kmo

Die Pfarrer wüssten oft auch nicht, was die Mesnertätigkeit alles beinhalte. Die Kommission für das Arbeitsvertragsrecht der bayerischen Diözesen (KODA) kümmere sich um Tarife und Löhne. Aber Mesner hatten keine Vertreter in der KODA und seien darum schlechter weggekommen. Mit Klaus Probst habe man nun einen Vertreter, und langsam verbessere sich die Situation. Zu den Zwecken des Mesnerverbands gehöre die Vertretung, Betreuung und Weiterbildung der Mitglieder. Veranstaltungen, Tagungen und Kurse werden angeboten; dazu Beratung und Betreuung bei den vorgesetzten Dienststellen. Auch eine Rentenberatung könne in Anspruch genommen werden – zum Beispiel über Josef Wismet von der KAB.

Ein Mesnerverband komme einem gemeinnützigen Verein gleich. Die gesellschaftliche Seite, die ein solcher Verband habe, sei ebenso wichtig – der Austausch und dass man sich gegenseitig aufbauen könne und unterstützen. Aus all diesen Gründen solle wieder ein solcher Regionalverband in Cham ins Leben gerufen werden. Der Jahresbeitrag belaufe sich auf 18 Euro.

Anita Graßl (46) ist Mesnerin in St. Laurentius in Grafenkirchen und St. Wolfgang in Löwendorf (Gemeinde Pemfling). Auch für sie ist die Arbeit gut mit der Familie vereinbar. Das Leben regle sich nach den Gottesdiensten, sagt sie. Fotos: kmo
Anita Graßl (46) ist Mesnerin in St. Laurentius in Grafenkirchen und St. Wolfgang in Löwendorf (Gemeinde Pemfling). Auch für sie ist die Arbeit gut mit der Familie vereinbar. Das Leben regle sich nach den Gottesdiensten, sagt sie. Fotos: kmo

Günther Kuzi stellte seinen Regionalverband in Landshut vor. Sechs Dekanate seien darin vertreten – mit 170 Mesneradressen. 2013 wurde er gegründet. Man treffe sich viermal im Jahr, zu Ostern für einen Kreuzweg, zu einer Maiandacht, einem Sommerausflug und einem Herbsttreff mit Wallfahrt. Robert Feigl, Mesner im Dom von Regensburg und Vorsitzender des dortigen Regionalverbands, erzählte, wie sie es in Regensburg halten. 30 bis 35 Mesner treffen sich dort abends alle zwei Monate in der Pfarrei.

Sie sehen sich bei den Kollegen um, sehen sich Betriebe an und seien anschließend zum Austausch in einer Gaststätte oder Pfarrei. Michael Vielreicher aus Altrandsberg sprach für den Regionalverband Straubing-Deggendorf. Sie treffen sich auch viermal im Jahr jeweils in einer anderen Pfarrei. Einmal hätten sie ein Jahrestreffen mit Beisammensein und Absprachen.

Umweltschutz in den Pfarreien

Josef Dommer kündigte eine Fort- und Weiterbildung in Regensburg an, bei der es um Grundsätzliches für Mesner gehe, und eine Fortbildungswoche vom 19. Bis 23. November in Offenstetten. Es gehe da unter anderem um Themen wie den Blumenschmuck mit einer Floristin, den Umweltschutz in den Pfarreien oder die Altersvorsorge.

Rita Hess (67) und Gitta Volkner (63) verrichten zusammen ihren Mesnerdienst in Rimbach. Die Arbeit lässt sich gut mit der Familie vereinbaren, sagen beide.  Fotos: kmo
Rita Hess (67) und Gitta Volkner (63) verrichten zusammen ihren Mesnerdienst in Rimbach. Die Arbeit lässt sich gut mit der Familie vereinbaren, sagen beide. Fotos: kmo

Zum Vorsitzenden des Regionalverbands wurde Josef Pflug aus Teunz gewählt. Er arbeitet für das Dekanat Neunburg-Oberviechtach, war Sparkassenleiter und übt das Amt des Mesners mit Begeisterung aus. Sein Stellvertreter wurde Thomas Schmatz. Er ist Organist und Chorleiter in Neukirchen b. hl. Blut. Schriftführerin Gabi Mayer ist seit zwölf Jahren Mesnerin in Gleißenberg. Kassier wurde Michael Vielreicher aus Altrandsberg. Er übt das Amt seit 19 Jahren aus. Zur Beisitzerin wurde Elfriede Gleixner gewählt. Sie ist seit 22 Jahren Mesnerin in Frauenau. Die Kassenprüfer wolle man später bestimmen. Auch einen Regionaldekan, der für den geistlichen Beistand für den Verband aufgeschlossen sei, wolle man noch finden.

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