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Schule

Ohne großen Aufwand nachhaltiger leben

Beim Projekttag am Fraunhofer-Gymnasium wurde über Umweltschutz nicht nur gesprochen – sondern auch gehandelt.

  • Stolz präsentierten die Achtklässler den zuvor in der gesamten Stadt gesammelten Müll. Fotos: Susanne Melichar
  • In den fünften Klassen wurden am WOPS-Tag Insektenhotels aus vorhandenen Materialien gebaut.
  • Der WOPS-Tag begann für die meisten Schüler mit einem gemeinsamen gesunden Frühstück zusammen mit dem jeweiligen Lehrer der Klasse.

Cham.„Werteorientierte Persönlichkeitsentwicklung an der Schule“ – ein schwieriger Begriff, aber inhaltlich äußerst aussagekräftig. Am Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasium nimmt man dieses Thema, das bei den Schülern und Lehrern einfach nur „WOPS“ heißt, seit Jahren sehr ernst.

Zweimal im Schuljahr steht dabei ein Vormittag für alle Schüler unter einem Motto, das eben werteorientiert ist. Am letzten Freitag des Schulhalbjahrs war es nun das Thema „Nachhaltigkeit“. Die Schüler sollten in ihrer Persönlichkeitsentwicklung mit Hinblick auf die Erhaltung der Umwelt und einem ebensolchen Umgang damit sensibilisiert werden.

Über Probleme austauschen

Für jede Jahrgangsstufe war eigens ein altersgemäßes Projekt geplant worden, das in der Regel mit einem gesunden Frühstück in der Klasse mit den Lehren begann. Neben leckerem und gesundem Essen gab es dabei natürlich auch die Möglichkeit, ins Gespräch zu kommen und sich über aktuelle Probleme auszutauschen.

Die fünften Klassen wurden im Anschluss durch die Achtklässlerin Sarina Stoyan, die sich seit vielen Jahren aktiv für den Klimaschutz einsetzt und als Klimabotschafterin dieses Thema auch nach außen trägt, über den Klimawandel informiert. Aktiv wurde man beim Bau eines Insektenhotels aus Naturmaterialien, bei dem alle viel Spaß hatten.

Für eine gute Persönlichkeitsentwicklung braucht es aber natürlich auch Konfliktlösungen. Der Umgang in der Kommunikation wurde in der sechsten Jahrgangsstufe geübt und in der siebten die Präsentation von Informationen, wobei ein Referat zum Thema „Nachhaltigkeit“ vorbereitet wurde. Wer sich derweil in der Chamer Innenstadt über mit Greifern, Müllsäcken und Handschuhen bewaffnete Schüler wunderte, der hatte Gruppen beim Einsammeln von Müll beobachtet. Trotz Regens wurden Bereiche um den Floßhafen, am Regen, um den Bahnhof, auf dem Schulberg und gar an der Quadfeldmühle in Richtung Janahof müllfrei gemacht. Abschluss fand dieses Sammeln mit einer Präsentation des „Müllkunstwerks“ auf dem Pausenhof der Schule.

Für die neunten bis elften Klassen waren vor allem Vorträge organisiert worden. Lehrer des JvFG stellten die Wetterstation auf dem Schulgelände vor oder informierten allgemein über den Klimawandel. In der zehnten Jahrgangsstufe hatte man nach einem Vortrag zum Thema „Scientists für Future“ von eigens angereisten Referenten die Möglichkeit, ins Gespräch zu kommen. Die Zehntklässler informierten sich hier zum Beispiel über das Thema „Nachhaltig leben – in Zeiten der Klimaerwärmung“. So referierten die Brüder Benjamin und Fabian Eckert aus Regensburg darüber, wie jeder Einzelne in seinem Alltag ohne allzu großen Aufwand nachhaltiger leben kann. Ihnen ging es dabei vor allem um für jeden einfach umzusetzende Ziele in fünf Bereichen. So einigten sie sich mit den Zehntklässlern im Gespräch darauf, dass beispielsweise jeder Schüler bei der von ihnen gestarteten Klimahelden-Challenge im Bereich „Strom“ die Stand-by-Geräte über Nacht ausschalten solle. Und wer sich mehr zutraue, solle zunächst für einen Tag auf Fernseher, Computer bzw. Handy verzichten. Weitere Bereiche der Challenge, bei der jeder Schüler der zehnten Jahrgangsstufe aufgerufen ist, mitzumachen, sind „Ernährung“, „Wärme“, Mobilität“ und „Konsum“.

„Fußabdruck“ errechnet

Parallel zu diesem Gespräch brachten fünf Ranger des „Naturparks Oberer Bayerischer Wald“ unter der Leitung der Biologin Laura Wollschläger im Stadtpark den Schülern die Fragestellung, warum jeder Einzelne nachhaltiger leben soll, von einer anderen Seite näher. So errechneten die Schüler bei einer Station grob ihren „ökologischen Fußabdruck“, und wie viele Bäume man eigentlich pro Jahr pflanzen müsste, um klimaneutral zu leben. Die zweite Station zeigte den Schülern spielerisch, wie die Menschen auf der Nordhalbkugel momentan mit ihrem CO2-Ausstoß die Erde massiv schädigen – und so mancher Schüler ging mit nachdenklicher Miene ins Klassenzimmer zurück.

Hochkarätig besetzt war der Vortrag der Q11 mit einem Referat zum Thema „Nachhaltigkeit“ durch Prof. Dr. Werner Kunz vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Regensburg. Er stellte verschiedene Ansätze zum Thema Nachhaltigkeit vor und zeigte auf, dass die gesamte Thematik durchaus komplex ist. Allein bei der Betrachtung des Drei-Säulen-Modells der nachhaltigen Entwicklung (Magisches Dreieck) zwischen Ökologie, Ökonomie und sozialen Standards wurden den Schülern die umfangreichen Aspekte dieser Thematik klar.

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