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Region Cham
Freitag, 23. Februar 2018 2

Cham

„Ois is Sokrates“, er a a weng

Der Radiomacher, Sprecher, Autor und Schauspieler Christian Jungwirth kennt seiner Chamer Publikum gut.

Christian Jungwirth las Cordonhaus philosopische Alltagsgeschichten.cia

Cham.Als besonderer Gast gab sich Radiomacher, Sprecher, Autor und Schauspieler Christian Jungwirth die Ehre im Chamer Cordonhaus. Der Kulturverein Bayerischer Wald und die Städtische Galerie Cordonhaus hatten mit der Einladung Jungwirths, ein besonderes Highlight für die Kreisstadt geboten.

Mit seiner Lesung „Ois Sokrates, oda wia?“ zeigte Jungwirth, der mit regelmäßigen Radiokolumnen im BR zu begeistern weiß, einen etwas anderen Einblick in den Alltag und seine Geschichten. Wie die Verbindung im Titel zum griechischen Philosoph Sokrates vermuten lässt, spielt die philosophische Komponente eine zentrale Rolle in Jungwirths Programm. Der Titel sei aber im Rahmen einer Lesung entstanden, als ein Zuhörer fragen wollte, ob seine Themen ausschließlich einen Bezug zu Sokrates hätten.

Jungwirth erzählte viele verschiedene Geschichten, in den Meisten davon grantelte er: „Zivilisatorische Unzulänglichkeiten“, so bezeichnet er die Inhalte. Jungwirth, der eine familiäre Beziehung zu Cham hat, sah sich schnell in seiner Rolle wieder: Authentisch, kernig, zeitweilen lautstark: So bekamen die Besucher einen Eindruck in eine Welt, die erst auf den zweiten Blick philosophisch daher kommt. Im Wesentlichen wurde jede einzelne Gesichte mit einem Spruch untermalt. Während dem Groll über die Lautstärke in einer Sauna der Satz: „Wer die Stille ertragen kann, ist niemals allein“, zugrunde lag, ging der Aussage „Alles ist schwer, bevor es leicht wird“, eine Geschichte des Wandels vom herkömmlichen Buch zum ebook voraus. Aktuelle Probleme mit dem Gewicht und der Wunsch abzunehmen, ergänzten den Satz dann wieder direkt verständlich.

Sämtliche Geschichten erschienen zunächst zusammenhangslos. Jungwirth schaffte es aber immer wieder, überraschende Überleitungen zu erzielen. Auch der Bezug zu seiner Tätigkeit als Radiomoderator wurde immer wieder hergestellt und mit Sprüchen angereichert. Das Schöne beim Radio sei es, Figuren zu schaffen, die es in der Realität gar nicht gibt.

Mit seiner launigen Art konnte Christian Jungwirth das Publikum gleichermaßen unterhalten und amüsieren. Der heimatnahe Bezug war durch den Dialekt, aber auch den Humor auszumachen. Hin und wieder geriet er ins Träumen, in dem er sich an andere Orte der Welt wünschte. Die „Isle of Man“ sei ein Traum, dort könne man ungehindert rasen, weil es kein Tempolimit gäbe. Grundsätzlich ging es immer wieder um Selbstentfaltung. Abwechslungsreich war die Lesung allemal, das Chamer Publikum lachte, fühlte mit und applaudierte. (cia)

Lesung

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