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Sanierung

„Operation am offenenHerzen“

Die Sicherung des Drachenturms kann beginnen. Sie ist ein Baustein im Gesamtprojekt der Revitalisierung von Landmarken.

  • Die alte Wasserreserve wird zu einem Info-Zentrum ausgebaut. Foto: Christa Bucher
  • Freuen sich, dass die Sanierung endlich losgeht. Foto: Christa Bucher

Treffelstein.Am Drachenturm nagt der Zahn der Zeit. Wind und Wetter haben dem Treffelsteiner Wahrzeichen zugesetzt. Im Mauerwerk klaffen große Löcher. Risse in den Fugen zwischen den Natursteinen sind teilweise zentimeterbreit. Seit Jahren ist die Gemeinde Treffelstein bestrebt, den um 1290 errichteten Turm zu sanieren. Jetzt ist der Kampf um Fördergelder endlich gewonnen. Die Sicherung des Drachenturms kann beginnen und soll bis Mitte 2020 dauern.

Seit vergangener Woche ist die auf 523 Metern Höhe gelegene Burgruine eingerüstet. Für Bürgermeister Helmut Heumann beginnt die Sanierung keinen Tag zu früh. „Es war allerhöchste Zeit.“ Dem Gemeindeoberhaupt ist die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. Der Startschuss für die Sanierung des 15 Meter hohen Rundturms sei ein freudiger Tag für die Gemeinde Treffelstein. Um zu verdeutlichen, wie wichtig ihm das Projekt ist, bedient sich der Bürgermeister der Medizinersprache. Er vergleicht die Sanierung mit einer Operation am offenen Herzen von Treffelstein. Sei doch der Turm markantes Wahrzeichen im Zentrum des Orts.

Neun Mal musste Architekt Christian Schönberger das Konzept ändern, damit die Gemeinde für das Projekt in Genuss von Fördermitteln kommt. Dafür wurden nun drei Einzelmaßnahmen zu einem Paket zusammengefasst. Neben der Instandsetzung des Drachenturms wird auch das Anwesen Burgstraße 8 saniert. Dort wird eine barrierefrei zugängliche Toilettenanlage eingebaut. Das Dach wurde bereits erneuert. Außerdem entsteht in der alten Wasserreserve neben dem Turm ein Info-Zentrum. Um ins Innere zu gelangen, wird das Mauerwerk aufgebrochen und eine Tür eingebaut, erläutert Architekt Christian Schönberger das geplante Vorhaben. Im Info-Punkt soll die Ortsgeschichte audio-visuell präsentiert werden. Ohne dieses Info-Zentrum hätte die Gemeinde die Sanierung des Drachenturms finanziell nicht schultern können. Für das Gesamtprojekt ergeben sich Kosten in Höhe von rund 780000 Euro. Nach Abzug der Förderungen durch RÖFE, Naturpark und Denkmalschutz bleibt für die Gemeinde ein Eigenanteil von rund 260000 Euro. Die Sanierung des Drachenturms ist einer von mehreren Bausteinen im Gesamtprojekt Revitalisierung von Landmarken. Dazu gehören unter anderem die Sanierung und Sicherung der Burgruine Hirschstein in Tschechien, des Aussichtsturms am Klammerfels und Bleschenberg oder die Revitalisierung des Burgstalls Altenschneeberg. Sie alle sind bedeutende Kulturgüter, die aber bis dato nur als einzelne Aussichtspunkte oder Ausflugsziele und nicht als verbindendes gemeinsames Erbe wahrgenommen und touristisch beworben wurden. Ziel des Projekts ist es, diese besonderen Landmarken langfristig zu sichern und sie als Teil des deutsch-tschechischen Kulturerbes für Touristen und Einheimische erfahrbar zu machen. Den Anstoß dazu habe das Aktionsbündnis Cerchov plus gegeben, erklärt Heumann.

Nachdem der Turm nun eingerüstet ist, werden Mitarbeiter der Firma Bauer aus Niedermurach die Risse im zweieinhalb Meter starken Mauerwerk säubern, Fugen auskratzen und Schadstellen freilegen. Danach werden die Hohlräume mit Trassmörtel wieder gefüllt. Die weiteren Arbeiten übernimmt eine Spezialfirma. (wbf)

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