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Bildung

Optimismus in Waldmünchens Mittelschule

Mittelschulrektor Kurt Breu zeigt sich zufrieden: Endlich hat er einen Förderlehrer. Neu ist auch der Hausmeister.
Von Petra Schoplocher

Nach vier Jahren ist einer der großen Wünsche für „seine“ Schule in Erfüllung gegangen: Mit Christian Bausch (rechts) verfügt die Schwarzachtal-Mittelschule endlich wieder über einen Förderlehrer. Sehr zur Freude von Rektor Kurt Breu. Fotos: Schoplocher
Nach vier Jahren ist einer der großen Wünsche für „seine“ Schule in Erfüllung gegangen: Mit Christian Bausch (rechts) verfügt die Schwarzachtal-Mittelschule endlich wieder über einen Förderlehrer. Sehr zur Freude von Rektor Kurt Breu. Fotos: Schoplocher

Waldmünchen.„Endlich“. Vier Jahre lang hat Rektor Kurt Breu um einen Förderlehrer gekämpft, jetzt hat er ihn in Person von Christian Bausch bekommen. Und diese Belohnung seiner Hartnäckigkeit ist nicht die einzige positive Nachricht, mit der die Schwarzachtal-Mittelschule in das neue Schuljahr startet.

Auch in der Gesamtbetrachtung sind Personal- und Stundenausstattung gut, betont Breu, „wenngleich wir natürlich immer gerne mehr anbieten würden“. Bedeutet: Der Schulleiter kommt zwar ganz gut zurecht, für mehr Wahlfächer oder intensivere Förderungen aber reicht es dann eben doch nicht. Selbst, wenn man so gut jonglieren kann wie der Waldmünchner Rektor, der zugleich Verbundkoordinator des Mittelschulverbunds ist.

Selbst am ersten Unterrichtstag muss dieser noch mit einigen „Schülerbewegungen“ klar kommen. Das sind Jugendliche, die unangemeldet da stehen oder solche, die in einer anderen Einrichtung auftauchen. Dann klingelt (wieder) das Telefon.

Die erste Vertretungsstunde

Viel still steht es an diesem Vormittag ohnehin nicht und es ist noch nicht einmal 11 Uhr, ehe sich der Rektor selbst für eine Vertretungsstunde am Mittwoch einteilt. „Das tägliche Brot“, sagt er dazu nur.

Jammern will er aber nicht. Im Gegenteil, lieber auf die großen und kleinen Erfolge „seiner“ Schule hinweisen. So kamen bei der Evaluation im vergangenen Schuljahr sehr viele positive Rückmeldungen, immer wieder würden Lehr- und Führungskräfte auf die Höflichkeit der Schüler angesprochen. „Das tut schon gut“, gibt der Rektor zu, der nichts auf „seine“ Schützlinge kommen lässt –wohlwissend, dass sich in den Schülerreihen „einige Schlitzohren“ finden lassen.

Gebäude in Top-Zustand

Kurt Breu streicht etwas heraus, das auch den Evaluierern aufgefallen ist: Das Gebäude ist in einem Top-Zustand. „Die machen nichts kaputt, dafür leg’ ich meine Hand ins Feuer“, formuliert Breu einen ungewöhnlichen Vertrauensbeweis. Und es gibt noch größere unter den doch „gottseidank zahlreichen kraftgebenden Geschichten“. Etwa die einer Absolventin, die mit panischer Schulangst gekommen und mit einem sehr guten Quali-Abschluss gegangen war. Hinter diesen Erfolgen steckt eine Menge Arbeit, die Kurt Breu allerdings gar nicht in den Fokus rücken will. Sehr wohl aber den dahinterstehenden Teamgeist.

Der doppelte Hausmeister: Gottfried Knopf (rechts) geht Ende September in den Ruhestand. Bernhard Roßmann ist der „Neue“, den er einarbeitet.
Der doppelte Hausmeister: Gottfried Knopf (rechts) geht Ende September in den Ruhestand. Bernhard Roßmann ist der „Neue“, den er einarbeitet.

Einem, dem die Höflichkeit und Freundlichkeit der über 200 Schüler auch gleich aufgefallen ist, ist Bernhard Roßmann. Der neue Hausmeister erzählt von netten Begegnungen im Flur und war vor allem überrascht, als Kurt Breu bei der Begrüßung der Schulfamilie in der Aula kein Mikrofon gebraucht hat. „Noch nie“, ergänzt dieser mit dem Hinweis, dass Bernhard Roßmann mit herzlichem Applaus willkommen geheißen wurde.

Auf den Neuen wartet eine Fülle von Aufgaben. In diese arbeitet ihn Gottfried Knopf gerade ein, worüber der frühere Bauhofleiter froh und dankbar ist. Was er auch schon sagen kann: „Des taugt mer“. Kurt Breu ist ebenso zufrieden und sicher, das Roßmann das richtige Gespür mitbringt für den Balanceakt zwischen Verständnis und Strenge – schließlich gibt es Regeln, die einzuhalten sind.

Neben kleineren Reparaturen und Ausbesserungsarbeiten ist der Hausmeister für die Technik ebenso zuständig wie für die Außenanlagen, Fremdbelegungen (etwa durch den Blutspendedienst) und die Einteilung der Reinigungskräfte. „Da gibt’s tausend Geschichten“, umreißt der Schulleiter den Tätigkeitsbereich. „Augen aufhalten“, ist eine wesentliche, erklärt Kurt Breu, schließlich müsse die Sicherheit gewährleistet sein. In den vergangenen Tagen haben Roßmann und Knopf die Klassenzimmer den Zahlen entsprechend möbliert, ein zwischenzeitlich für Lehrmittel genutzter Raum wurde wieder für Unterrichtszwecke hergerichtet.

Förderlehrer Christian Bausch gibt Unterricht –unter anderem Deutsch als Zweitsprache, was für Kurt Breu ganz wichtig ist. Schließlich steht er seit Jahren immer wieder vor der Herausforderung, Schüler mit „Deutschkenntnis null“ vor sich zu haben. Mit einem Förderlehrer könnten gerade Kinder mit Migrationshintergrund besser aufgefangen werden – individuell unterstützt würden aber alle mit entsprechendem Bedarf, unterstreicht er. Die aktuell 28 seien gut auf die Jahrgangsstufen verteilt, mit zwei weiteren Stunden Deutsch als Fremdsprache sei „das gut handelbar“. In der Vergangenheit hat Breu das nicht immer sagen können.

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Keine Fünfte mehr in Rötz

Dass in Rötz – die dortige Mittelschule führt den Status „inaktiv“ – keine fünfte Klasse gebildet werden konnte, erklärt der Rektor mit drei Gründen: Die Zahl der potenziellen Schüler war zu gering und selbst bei mehr Interessierten wäre die Voraussetzung, dass eine Klasse Bestandsaussicht bis zur neunten Jahrgangsstufe haben muss, nicht zu erfüllen gewesen. Vor allem, weil einige Rötzer Kinder die offene Ganztagsschule – die nach wie vor sehr gut läuft und nachgefragt wird – besuchen wollen. Zudem sei eine einzelne isolierte Klasse nicht erste Wahl.

Dem Schuljahr sieht Breu optimistisch entgegen. „Aber das Wichtigste ist sowieso etwas anderes, nämlich, dass nichts Schlimmes passiert“.

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