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MZ-Serie

Organe spenden, jetzt entscheiden

In unserer Rechts-Serie gibt es Ratschläge rund um das Thema Organspende und was es dazu zu wissen gibt.
Von Elke Kestler

Will ich meine Organe nach meinem Tod spenden oder nicht? Um Angehörige nicht mit dieser Frage zu belasten, empfiehlt unsere Rechtsexpertin, alle Punkte in einer Patientenverfügung schriftlich zu klären. Foto: dpa
Will ich meine Organe nach meinem Tod spenden oder nicht? Um Angehörige nicht mit dieser Frage zu belasten, empfiehlt unsere Rechtsexpertin, alle Punkte in einer Patientenverfügung schriftlich zu klären. Foto: dpa

Cham.Trotz leicht steigender Spenderzahlen sterben leider immer noch viele Patienten, bevor sie das lebensrettende Organ erhalten. Und das, obwohl die große Mehrheit der Deutschen Umfragen zufolge ihre Organe im Todesfall spenden würde.

Wichtig ist es, sich über seine eigene Einstellung zu Organspende im Klaren zu sein und diese Entscheidung auch zu kommunizieren. Die vor wenigen Tagen beschlossenen Änderungen zum Transplantationsgesetz beinhalten keine grundlegende Änderung der bisher geltenden Rechtslage.

Das eingeführte Organspende-Melderegister wird frühestens in zwei Jahren zur Verfügung stehen. Auch dessen Umsetzung könnte in der Praxis zu Problemen führen: Sollten nämlich Ärzte erst auf die Registerdaten zugreifen dürfen, wenn der Hirntod des Patienten festgestellt ist, würde dies bedeuten, dass lediglich auf den Verdacht einer Organspendebereitschaft hin Intensivmedizin betrieben werden würde.

Insbesondere für Sterbende ohne Patientenverfügung und ohne Organspendeausweis würde das unter Umständen bedeuten, dass bei einem Nein des Patienten zur Organspende lebenserhaltende Maßnahmen ohne ein Einverständnis des Patienten und seiner Angehörigen durchgeführt werden würden. Die Deutsche Stiftung Organtransplantation rät deshalb: „Wer seine Organe nach dem Tod spenden möchte, um anderen Patienten zu helfen, sollte in seiner Patientenverfügung gerade zu diesem Punkt eindeutige Angaben machen, um der Organspende den Vorrang vor dem Abbruch von intensivmedizinischen Maßnahmen einzuräumen.“

Unsere Expertin

  • Autor:

    Unsere Autorin Elke Nicole Kestler ist Rechtsanwältin und Fachanwältin für Erbrecht in Waldmünchen. Die Kanzlei ist kompetenter Ansprechpartner in allen Fragen zum Thema Erbrecht, Vorsorgevollmacht, Behindertentestament sowie für Nachfolgeplanungen von Privatpersonen und Unternehmen.

  • Kontakt:

    Kanzlei für Erbrecht Kestler, Obere Bräuhausstraße 1, 93449 Waldmünchen, Tel. (0 99 72) 30 03 69 0, Fax (0 99 72) 30 03 69 50 0, E-Mail buero@anwalt-kestler.de, Internet www.anwalt-kestler.de

Überlassen Sie deshalb diese und andere weitreichende Entscheidungen nicht Ihren Angehörigen, sondern legen Sie Ihren Willen selbst schriftlich fest. In Ihrer Patientenverfügung regeln Sie, ob und gegebenenfalls welche lebenserhaltenden Maßnahmen Sie – am Lebensende angekommen – noch wünschen. Auch die Entscheidung über die eigene Bereitschaft zur Organspende gehört in die Patientenverfügung. Selbstverständlich können Sie zusätzlich einen ausgefüllten Organspendeausweis bei sich tragen. Achten Sie aber darauf, dass Patientenverfügung und Spenderausweis gleichlautenden Inhalt haben. Bei einer Änderung Ihrer Entscheidung sollten Sie deshalb beide aktualisieren.

Anders als im Organspendeausweis können Sie in Ihrer Patientenverfügung Regelungen dazu treffen, welche Ihrer Entscheidungen für intensivmedizinische Maßnahmen vorgeht: die zur Organspende oder die zur Einstellung lebenserhaltender Maßnahmen.

Selbstverständlich ist es auch möglich, nur bestimmte Organe spenden. Wer die Entscheidung über die Organspende auf einzelne Personen überträgt, belastet diese in einer ohnehin hoch emotionalen Situation zusätzlich. Ebenso handelt, wer keine eigene Entscheidung trifft, denn dann holen die Ärzte die Entscheidung der nächsten Angehörigen ein, wenn der Hirntod bevorsteht oder eingetreten ist.

Wer zusätzlich zur Patientenverfügung eine Vorsorgevollmacht erstellt, kann sicher sein, dass er in allen gesundheitlichen Belangen Ärzten und Krankenhäusern gegenüber von der Person seiner Wahl rechtssicher vertreten wird.

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