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Montag, 16. Juli 2018 27° 8

Glaube

Ostern mehr als Frühlingsfest

Haibühls Pfarrer Franz Weber fand in seiner Predigt kritische Worte über die Wertschätzung der höchsten christliche Festlichkeit.
Von Regina Pfeffer

  • Die Osterkerze wurde bereitet mit den Insignien Nägel, Kreuz, Jahreszahl sowie Alpha und Omega. Dann wurde von Pfarrer Franz Weber bei der Auferstehungsfeier das Osterfeuer geweiht. Fotos: krp
  • Ans Heilige Grab konnten die Haibühler Pfarrangehörigen zum stillen Gebet kommen.

Haibühl.Die drei österlichen Tage bildeten auch in der Pfarrei Haibühl den Höhepunkt des Kirchenjahres. Sie vermittelten mit eindrucksvollen Gottesdiensten die Botschaft, dass Jesus Christus durch sein Sterben und seine Auferstehung den Tod besiegt und neues Leben erworben hat.

Die Karfreitagsliturgie, der besondere Gottesdienst zur Todesstunde Jesu, bestand aus drei Hauptteilen: dem Wortgottesdienst mit drei Schriftlesungen und den Großen Fürbitten, Erhebung und Verehrung des heiligen Kreuzes und der Kommunionfeier. Die Passion nach Johannes lasen zusammen mit Pfarrer Weber die beiden Lektorinnen Margit Schmid und Conny Loders. Orgel- und Kantorendienst versah Ewald Pirtzl. „Der Tod Jesu am Kreuz irritiert, wirft Fragen auf und verstört“, so Pfarrer Weber in seiner Predigt. Jesus sieht seinen Tod als Liebesdienst, als stellvertretendes Leiden und Vollendung seines Auftrages. Abschließend lud der Geistliche die Gläubigen ein, sich selber Gedanken zu machen über die eigene Sicht der Zusammenhänge in heutiger Zeit.

Der Karsamstag galt als Tag der Grabesruhe. Er endete mit der Auferstehungsfeier am Abend. Im Dunkeln wurde an einem Feuer vor der Kirche die Osterkerze als Symbol der Auferstehung entzündet. Pfarrer Weber trug sie mit dem dreimaligen Ruf „Lumen Christi – Christus ist das Licht“ in die gut gefüllte, dunkle Kirche hinein. An der Osterkerze entzündeten alle Gläubigen ihre Kerzen. Es folgte das gesungene Osterlob, das Exsultet. Die Lesungen aus dem Alten Testament trugen Regina Kummer, Andrea Altmann und Margit Schmid vor, die Epistel verlas Conny Loders. „Ostern ohne Auferstehung?“, mit dieser provozierenden Frage konfrontierte der Priester die Gottesdienstbesucher. Die Kernbotschaft von Ostern spiele im heutigen Alltag kaum mehr eine Rolle, das Fest sei von der Symbolik her zu einem Frühlingsfest verkommen und der Glaube von der Politik zur Privatsache erklärt worden. An die Auferstehung zu glauben, sei schon immer eine rechte Anforderung gewesen. Wenn der Glaube ohne Auferstehung geschieht, sei die Verkündigung nichtig. „Dann wäre Christus umsonst gestorben, mit ihm alle Märtyrer und die, die auch heutzutage um ihres Glaubens willen sterben und hingerichtet werden“, gab der Geistliche zu bedenken.

Danach wurde das Taufgelübde erneuert und das Taufwasser geweiht. Pfarrgemeinderatsmitglieder verteilten bunte Ostereier und eine Schar Gläubiger versammelte sich in gemütlicher Runde zum Ostermahl im Wolfgangsheim. Gut besucht waren auch die beiden Ostergottesdienste am Ostersonntag und Ostermontag. (krp)

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