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glauben

Ostern wälzt Ballast von

Frohbotschaft Auferstehung: Pfarrer Karl-Heinz Seidl transferiert in Rimbach die Leidensgeschichte Jesu in die Gegenwart.

Im Taufwasser wurde die Osterkerze geweiht. Foto: kvo

Rimbach.Mit feierlichen Gottesdiensten begingen die Gläubigen aus der Pfarrei die heiligen Tage vom Gründonnerstag bis zum Ostertag, vom Abendmahl Jesu mit seinem Jüngern, über sein Leiden und Sterben, der Grabesruhe bis zur Auferstehung. Ostern als Hochfest für die Christen bezeichnete Pfarrer Karl-Heinz Seidl als den Hauptgewinn und Jackpot für die Gläubigen, wofür es sich zu glauben lohnt.

Mit dem Gottesdienst am Abend des Gründonnerstags begann wurden die heiligen Tage eingeleitet. Der Name dieses Tages deute nicht auf die Farbe Grün hin, sondern geht auf das altdeutsche Wort „Greinen“ zurück, das Weinen und Kummer bedeutet, so Pfarrer Karl-Heinz Seidl. Für Jesus bedeutete dieser Tag, Abschied nehmen zu müssen von seinen Jüngern und so wollte er vor seinem Tod nochmals mit ihnen das Abschiedsmahl halten.

Eine Art der Christenverfolgung sei noch heute zu erkennen, wenn Gläubige von anderen Menschen belächelt und verspottet werden. Dabei sei Ostern für die Christen der Hauptgewinn und Jackpot denn durch Tod und Auferstehung Jesu sei ihnen das Tor zum ewigen Leben offen. Nachdem Abendmahlsgottesdienst fanden Gebetsstunden statt, bei denen an die Todesangst Jesu erinnert wurde.

„Lumen Christi – deo gratias“

Am Karfreitag versammelten sich die Gläubigen zur Karfreitagsliturgie um des Leidens und Sterbens Jesu zu gedenken. Bei der Kreuzverehrung legten viele der Gläubigen auch wieder Blumen unter dem Kreuz ab, die anschließend zum schönen Osterschmuck der Kirche verarbeitet wurden. Am Heiligen Grab, das heuer wieder in der Seelenkapelle aufgerichtet war, bestand am Karfreitag und am Karsamstag Gelegenheit zur stillen Anbetung.

Mit dem Entzünden der Osterkerze am Feuer vor der Kirche, begann am Abend des Karsamstag die Feier der Osternacht. Mit dem Ruf „Lumen Christi – Deo gratias“ wurde die brennende Kerze in die völlig dunkle Kirche getragen und nach und nach verbreitete sich das Licht auf die vielen Kerzen, die die Gottesdienstbesucher mitgebracht hatten. In den Lesungen hörten die Gläubigen wie Gott sich immer wieder für die Menschen einsetzt, ausgehend von der Schöpfungsgeschichte aus dem Buch Genesis, über den Zug der Israeliten durch das Rote Meer aus dem Buch Exodus, bis hin zum Bericht über die Auferstehung Jesu. Brausendes Orgelspiel und das Läuten der Glocken verkündeten die frohe Botschaft das Jesus den Tod bezwungen hat. Mit dem Eintauchen der Osterkerze in das Taufbecken wurde das Taufwasser gesegnet, mit dem die Täuflinge im kommenden Jahr getauft werden.

Mit dem Tod Jesu, so Pfarrer Seidl in der Predigt der Osternacht, schien für seine Jünger alles zu Ende zu sein. Der dicke Stein vor seinem Grab bedeutete zunächst für sie dass alle Hoffnungen die sie in den Herrn gesetzt hatten zerstört wurden. Trotzdem machten sich die Frauen auf den Weg um Jesus zu salben und stellten sich die Frage, wer den schweren Stein wegwälzen würde.

Der Stein hatte die Hoffnungen der Jünger und Frauen eingesperrt nachdem sie so fest an die Botschaft Jesu geglaubt hatten. Der Stein lag aber nicht nur vor dem Grab Jesu, sondern lastete auch auf den Herzen der Frauen weil sie Jesus verloren zu haben glaubten.

Jeder, der einen lieben Menschen verloren hat, kennt diese Hoffnungslosigkeit und Trauer, die auf dem Herzen wie ein Stein lastet und den Atem zu nehmen droht. Wie die Frauen am Ostertag können auch die Trauernden heute die Frage stellen „Wer könnte uns den Stein wegwälzen?“. Und wie die Frauen am Grab Jesu das Wunder erlebten als der Stein weg und das Grab leer war, so kann Gott auch heute den Stein auf unseren Seelen ins Rollen bringen. Gottes Kraft sei es, die Steine aus dem Weg räumt, sie weg rollt oder durch steten Tropfen Steine höhlt auch wenn es scheinbar lange Zeit braucht. Der Glaube an den Auferstandenen Jesus kann die Steine der Trauer, der Hoffnungslosigkeit von den Herzen der Menschen nehmen. Wo Menschen für andere ein gutes Wort, einen freundlichen Blick oder eine hilfreiche Geste haben, fallen Steine vom Herzen.

Freude über Ostern hinaus

Den Festgottesdienst am Ostersonntag zelebrierte Pfarrer Peter Chettaniyil, der zu Beginn der Feier betonte, dass Ostern das erste und wichtigste Fest für die Christen sei. Trotz aller Kriege und Krisen, über die täglich berichtet werde, dürfen wir das österliche Halleluja singen. Ostern sagt uns dass die Zeit des Heils begonnen hat, weil Gott stärker als alles Böse ist. Diese Freudenbotschaft sollen wir auch nach dem Osterfest hinaustragen in die Welt, so Pfarrer Peter.

Alle Gottesdienste wurden vom Kirchenchor mitgestaltet, wofür sich die Seelsorger bedankten. Wie es Tradition ist, wurden an Ostern auch die Speisen gesegnet, die die Rimbacher Gläubigen dann zu Hause in den Familien beim gemeinsamen Mahl zu sich nahmen. (kvo)

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