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Interview

Panagiota Petridou erzählt aus dem Leben

Als TV-Moderatorin und beste Autoverkäuferin Deutschlands wurde sie bekannt. Am 29. Februar steht sie in Cham auf der Bühne.
Von Sandra Adler

„Wer bremst, verliert!“ heißt das Programm, mit dem Panagiota Petridou am 29. Februar in Cham auftritt. Foto: Liborio Petridou
„Wer bremst, verliert!“ heißt das Programm, mit dem Panagiota Petridou am 29. Februar in Cham auftritt. Foto: Liborio Petridou

Cham.Authentizität und ihre direkte, unterhaltsame Art ist das Erfolgsgeheimnis von Panagiota Petridou. Egal, ob sie Autos verkauft und so mehrmals die beste Mini-Verkäuferin des Jahres wird oder ob sie für die Sendung „Biete Rostlaube, suche Traumauto“ und andere Show-Formate vor der Fernsehkamera steht.

Ihre Persönlichkeit und ihre persönliche Lebensgeschichte stehen auch in ihrem Live-Programm „Wer bremst, verliert!“ im Fokus, mit dem Petridou am Samstag, 29. Februar, in der Chamer Stadthalle gastiert. Was die Solingerin mit griechischen Wurzeln auf die Bühne brachte, erzählt sie im Interview mit unserem Medienhaus.

Sie sind Moderatorin, Autoverkäuferin, Ex-Handballerin und jetzt Live-Comedian – Oder wie muss man sich das vorstellen, wenn Sie auf der Bühne stehen?

Es gibt ein Live-Bühnenprogramm von mir, wo ich kein klassisches Stand-Up mache, sondern eher Geschichten erzähle aus dem Autohaus und aus meiner Jugend und Kindheit, die in einer Kneipe stattgefunden hat. Ich erzähle, wie schwer es teilweise war, als Griechin in Deutschland groß geworden zu sein und in diesen zwei Kulturen zu leben. Und wie es dazu gekommen ist, dass ich die beste Autoverkäuferin in Deutschland geworden bin – bis hin dazu, wie ich überhaupt ins Fernsehen gekommen bin und wie dieser Spagat zwischen TV-Welt und Autohaus funktioniert. Darüber erzähle ich spannende, lustige Anekdoten. Es wird auch ein bisschen interaktiv mit dem Publikum, das heißt, dass Fragen gestellt werden und ich die auf der Bühne spontan beantworte.

Wie ist es dazu gekommen, dass Sie jetzt mit einem Live-Programm touren?

Mit dem Gedanken habe ich schon viele, viele Jahre gespielt, hab’ mich aber zurückgehalten, weil ich beschäftigt genug war mit anderen Sachen. Vor zwei Jahren habe ich ein Buch rausgebracht: „Das Scheiße-Gold-Prinzip“.

Andere gehen in die Sauna, ich gehe Autos verkaufen zur Entspannung.

Ich hatte eine Lesung, da saßen 150 Leute. Ich bin auf die Bühne gegangen und hab’ gesagt: ‚Wisst ihr was, ich les’ euch nix vor, ich erzähl’ euch das einfach.’ Dann habe ich einfach aus meinem Buch erzählt und das Ganze war so lustig, die Leute waren ganz begeistert. Die Presse war da und sprach von Kabarett und einer Bühnen-Show. Daraufhin war ich so angetrieben und positiv elektrisiert, dass ich gesagt habe: ‚Das ist für mich der Startschuss für eine Bühnenshow.’ Und auch so bin ich sehr wortgewandt und ein spaßiger Vogel, deswegen hab ich einfach in dem Moment sowas wie eine Eingebung gehabt. Ich habe dann alles so vorbereitet, dass ich ein Jahr später auf Tour gehen konnte.

Karriere

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Der Auftritt in Cham ist der Auftakt für die bayerischen Termine der Tour. Stellen Sie sich irgendwie auf kulturelle bayerische Eigenheiten ein?

Nö, es gibt auch nix anderes. Mich gibt es immer nur authentisch, genau so und das ganze Jahre lang. Es ist zwar meine erste Bühnenshow, aber mir ist schon aufgefallen, dass in jeder Stadt anders gelacht wird. Ich hoffe, dass sich Cham anstrengt, denn das Publikum im Osten und im Westen war bis jetzt sehr gut. Also erwarte ich fröhliche Menschen, die mich herzlich empfangen (lacht). Ich arbeite ja seit 16 Jahren für ein bayerisches Unternehmen und bin viel in München gewesen, also ich kenn’ mich ganz gut mit den Bayern aus. Ich freue mich auf die Damen und Herren.

Wie sind Sie aus dem Autohaus heraus zum Fernsehen gekommen?

Es war eher Zufall. Jemand von der Produktionsfirma hat ein Jahr vorher ein Auto bei mir gekauft, hatte dann die Idee zur Sendung „Biete Rostlaube, suche Traumauto“ und hat mich angesprochen, ob ich Lust hätte, bei diesem Piloten mitzuspielen. Wir haben die Sendung gedreht und die war sehr erfolgreich. Dann sind wir in Serie gegangen. Irgendwann kamen andere Formate dazu. Ich wollte aber nicht kündigen, weil es mir ganz gut ging und ich ein gutes Verhältnis zu meinem Chef und meinen Kollegen hatte. Deswegen habe ich gesagt: ‚Wissen Sie was, solange ich beides unter einen Hut kriege, bleibe ich bei Ihnen im Autohaus.’ Außerdem macht das Spaß, zwischendurch auch mal was Anständiges zu machen. Andere gehen in die Sauna, ich gehe Autos verkaufen zur Entspannung.

Porträt

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Sie stehen in der Öffentlichkeit und in Ihrer Bühnenshow ist Ihr persönlicher Werdegang Thema – wo ziehen Sie die Grenze zum Privaten?

Es gibt gar keine. Ich rede über meine Mama, meine ziemlich harte Kindheit, über Misserfolge, einen Fauxpas auf dem ersten roten Teppich oder über eine peinliche Erfahrung im Autohaus. Es wird keine Nackedei-Szenen geben, das kann ich schon mal sagen (lacht). Ansonsten sind die Geschichten, die ich erzähle, alle wahr. Das sind keine geschriebenen Gags. Ich hab’ manchmal ein bisschen ausgeschmückt, aber grundsätzlich erfährt man sehr, sehr viel über meine Person in dieser Show.

Zur Person

  • Geburt:

    Panagiota Petridou wurde am 13. Juli 1979 in Solingen als Tochter griechischer Einwanderer geboren.

  • Beruf:

    Nach dam Abitur machte sie eine Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau. Sie arbeitet bis heute in einem Autohaus und war mehrmals die beste Neuwagenverkäuferin der Marke Mini.

  • TV:

    Petridou stand etwa für die Sendung „Biete Rostlaube, suche Traumauto“ als Auto-Expertin vor der Bühne. In „Die Super-Olympionikin“ stellt die Ex-Handballerin ihre sportlichen Fähigkeiten unter Beweis.

  • Live:

    Am Samstag, 29. Februar, tritt sie in Cham auf. Karten gibt es beim Bayerwald-Echo, Tel. (0 99 71) 85 22 23, bei CTS-Eventim und unter www.go-konzerte.de.

Wie ist es, Autos zu verkaufen, seitdem Sie bekannt sind?

Ich bin schon zwei-, dreimal umgezogen innerhalb des Autohauses, weil die Leute rausgefunden haben, wo ich sitze. Natürlich kommen welche, die mal gucken, ein Autogramm oder ein Foto wollen.

Ich verkaufe die Autos ja auch und da kann ich nicht mit so ’nem 20 Jahre alten Schätzchen um die Ecke fahren.

Ich sage dann immer: ‚Ihr dürft mal schauen, aber bitte nicht füttern, weil ich muss natürlich immer noch Autos verkaufen.’ Grundsätzlich sehen die Menschen mich im Autohaus aber als Autoverkäuferin.

Sie verdienen Ihr Geld größtenteils mit Autos, ob im Fernsehen oder im Autohaus. Wie stehen Sie persönlich zu Autos?

Auch das erzähl’ ich in meiner Bühnenshow: wie meine Affinität zum Auto entstanden ist. Als Autoverkäuferin sehe ich Autos mit anderen Augen. Privat ist es so: Wir sind zu zweit und haben vier Autos, zum Beispiel einen Oldtimer, ein kleines für die Stadt und ein großes für die Tour – also wir sind ganz gut aufgestellt. Ich lege ehrlicherweise auch Wert darauf, ein schönes Auto zu fahren. Ich verkaufe die Autos ja auch und da kann ich nicht mit so ‘nem 20 Jahre alten Schätzchen um die Ecke fahren. Da hab ich keine Lust drauf. Es gibt viel zu schöne Autos, als dass ich ’ne kleine Möhre fahre.

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