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Region Cham
Mittwoch, 19. September 2018 26° 1

Auftritt

Papageien-Paare und Polonaise

Beim „Schlonegger Exotenball“ der FFW Chameregg weiß Häuptling Humba Hau viel zu erzählen: Auch über goldene Hallen.

  • Brav auf ihren Sitzstangen nahmen die bunten Papageiinnen Platz. Fotos: chi
  • Allerlei Geschichten von den Nachbarstämmen und der Frau Häuptling wusste Häuptling Humba Hau zu erzählen.
  • Welcher Federbusch ist der erotischste für den Papageier?
  • Da strahlt der hungrige Kommandant bei solchen Rieseneiern
  • Das Glückskomitee beim Auslosen der Gewinner des Schätzspiels: Die Schriftzeichen konnte oft nur der Gast aus Fernost entziffern.

Cham. „Das sagt der Häuptling vom Stamm der Godlneger: Schee is bei der Feierwehr, hier in Chameregg.“ So sangen die vier Ruderweiber des Stammeshäuptlings Humba Hau. Volles Haus konnte FFW-Vorsitzender Florian Heuberger feststellen, aber das ist seit Jahrzehnten nichts Besonderes beim Faschingsball der FFW Chameregg. Ihren Teil dazu beigetragen hat auch heuer wieder die Band „Die Lumpen“ Heuberger hielt sich nicht lange mit Begrüßungsworten auf, freute sich über den Besuch der benachbarten Wehren und vieler Vereine. Und dann kündigte er schon einen ersten Höhepunkt an, die Geschichte von den „Sechs freilaufenden Eiern“.

Die liefen zunächst noch nicht, sondern Christian Bauer kam mit einem Karton in den Saal, wartete eine Weile und verkündete: „Das war die erste Einlage.“ Doch war sie es natürlich nicht. Der Schlonegger Kommandant die enorm großen Eier sah, holte er gleich die Bratpfanne. Doch da knisterte es in den Eiern und plötzlich sprangen die Kalkhüllen auf und heraus kamen sechs knallbunte Papageien-Weibchen, die einen tollen Tanz zeigten. Plötzlich Aufregung beim Federvieh: Im Nachbarraum war ein prächtiges Männchen aufgetaucht. Und da war klar, wozu die prächtigen Papageienschwänze dienten: Sie waren sozusagen das Locksignal der Weibchen an den Prachtmann. Schließlich schnappte sich der Papageier seine Papageiin und wollte verschwinden, doch das ließen die andern nicht zu und so tanzten sie gemeinsam noch den Biberltanz, der in eine Polonaise überging.

Danach wurde ein großes Segelkanu in den Saal getragen und Häuptling Humba Hau (Kommandant Georg Maier, auch Godl genannt) bestieg es mit vier seiner Frauen, die ihn rudern durften. Der Häuptling wollte Geschichten von den Nachbarn erzählen. Etwa, dass die Gutmaninger Kameraden zwar beim Ausrücken immer das Licht brennen lassen, aber dann beim Fest an der falschen Stelle Strom sparen und die Bierkühlung nicht anstellten, so dass nur Schaum floss.

Einen ganz anderen Festsaal plane die Bürgermeisterin nach Fertigstellung der Stadthalle. Sie war mit ihrem Freund jetzt in Indien und hat sich in den riesigen, golden schimmernden Tempel verschaut. Bei dem glänzt die Fassade aus purem Gold, nicht nur so ein Abglanz wie bei der Stadthalle. Platz für so einen Prachtbau wäre neben dem Chameregger Feuerwehrhaus.

Dass der Haderstodlinger Stamm heuer keinen Faschingsball gehalten hat, ist fast allen ein Rätsel, und Anlass für wilde Spekulationen. Es habe geheißen, dass die Haderstadler auf keinen Ball mehr gehen, aber dann waren sie beim Schachendorfer mit großer Mannschaft dabei. Erst beim Hofinger sah man keinen mehr im Festsaal.

„Das sagt eich der Häuptling Humba Hau, darauf ein dreifach donnerndes Helau!“, schloss der Stammeshäuptling seine wahren Geschichten und seine Rudererinnen ergänzten: „Das sagt der Häuptling vom Stamm der Godlneger: Schee is bei der Feierwehr, hier in Chameregg. Ugh!“ Und schon ruderten sie ihren Chef hinaus auf die Weiten des Schlonegger Ozeans und hofften, dass der steigende Meeresspiegel ihre Insel der Seligen nicht überflutet. Denn im nächsten Jahr sollen ja wieder alle Exoten und sonstiges Getier zum Schlonegger Feuerwehrball kommen können. (chi)

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