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Paradies für die Schnatterente in Furth

Der Drachensee ist Lebensraum für die seltene Schwimm- und Gründelente, die als Brutvogel auf der „Roten Liste“ steht.
Von Heribert Mühlbauer

Es hat am Drachensee einen Brutraum gefunden – das Schnatterenten-Pärchen im Prachtkleid.  Foto: Andreas Mühlbauer
Es hat am Drachensee einen Brutraum gefunden – das Schnatterenten-Pärchen im Prachtkleid. Foto: Andreas Mühlbauer

Furth im Wald. Im Rahmen der Serie „Drachenseegeschnatter“ im Bayerwald-Echo stellt Heribert Mühlbauer, seit nunmehr fast 50 Jahren als Naturschützer an vorderster Stelle im Landkreis aktiv, diesmal eine Vogelart vor, die seit der Flutung alljährlicher Brutvogel am Drachensee ist – die Schnatterente.

In Bayern ist sie nach der „Roten Liste“ als seltener Brutvogel und als gefährdet eingestuft. Sie ist eine von bisher neun am Drachensee festgestellten Schwimm- oder Gründelenten, die im Gegensatz zu bisher acht registrierten Tauchenten, ihre Nahrung nur durch Eintauchen des Kopfes aufnehmen.

Kennzeichen: Erpel und Ente im Prachtkleid sehr unterschiedlich

Der Danglesbach ist ein wichtiges Brutgebiet.  Foto: Heribert Mühlbauer
Der Danglesbach ist ein wichtiges Brutgebiet. Foto: Heribert Mühlbauer

Erpel und Ente sind im Gefieder sehr unterschiedlich. Sie sind vor allem im Prachtkleid sehr leicht zu unterscheiden. Das Männchen ist auf der Brust feinwellig marmoriert, Hinterleib und Schnabel sind schwarz und ein sehr gutes Erkennungsmerkmal. Die unterschiedliche Maserung des Gefieders ist bei näherem Betrachten faszinierend. Im Schlichtkleid ähnelt das Männchen den Weibchen.

Schnatterente

  • Name:

    Der wissenschaftliche Name der Schnatterente lautet Mareca strepera. Sie wurde im Jahre 1758 von Carl von Linné erstmals wissenschaftlich beschrieben.

  • Prachtkleid:

    Das Männchen hat im Prachtkleid einen schwarzen Schnabel, ein grau und braun gemustertes Gefieder und einen hellen, fast weißen Bauch. Das Weibchen ist unauffällig. Im Schlichtkleid ähneln sich Erpel und Ente.

Das farbig unauffällige Weibchen lässt sich vom ungeübten Beobachter sehr leicht mit der Stockente verwechseln. Aber auch hier gibt es einige gute Merkmale für eine richtige Bestimmung. Vor allem der weiße Flügelspiegel, der orange geränderte Schnabel sowie im Flug der weiße Bauch sind gute Hinweise, um eine Verwechslung zu vermeiden. Der Flügelspiegel bei der Stockente ist übrigens blau und schwarz-weiß eingerahmt.

Brutzeit: Am Drachensee wird im Mai und Juni gebrütet

Geboren am Drachensee zwischen Furth und EschlkamFoto: H. Mühlbauer
Geboren am Drachensee zwischen Furth und EschlkamFoto: H. Mühlbauer

Brutzeit am Drachensee sind Mai und Juni. Das Weibchen brütet alleine und zieht auch alleine die Jungen groß. Es gibt nur eine Jahresbrut, die Brutdauer beträgt knapp vier Wochen. Die jungen Schnatterenten sind Nestflüchter und sofort schwimmfähig. Zwischen zwei und fünf Brutpaare brüten jährlich am Drachensee.

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Die Vogel-Stars vom Drachensee

Auch 2020 wird Heribert Mühlbauer wieder Neues über die Natur und ihre Schönheit und Gefährdung am Drachensee vorstellen.

Lebensraum: In der Ösbühler Bucht und der Ökozone

Der Lebensraum der Schnatterente sind störungsfreie, flachgründige Verlandungszonen mit vegetationsreichen Uferbereichen. Am Drachensee ist diese Voraussetzung in der Ösbühler Bucht und in der Ökozone gegeben. Hier brüten die Vögel und suchen auch nach Nahrung.

Die Nahrung besteht überwiegend aus verschiedenen Wasserpflanzen, Knospen oder Sämereien. Mit den Pflanzen werden im geringen Umfang auch Wasserinsekten, Weichtiere und Schnecken aufgenommen. Schnatterenten sind scheu und störanfällig. Deshalb ist es wichtig, dass keine Freizeitaktivitäten wie Wassersport oder Angeln in den Schutzbereichen stattfinden. Davon profitieren übrigens auch viele andere Arten, die gerade jetzt zur Brutzeit am Drachensee eine Überlebenschance brauchen.

Fazit: Die Kostbarkeit des Drachensees braucht Schutz

Die Schnatterente gehört zu den kleinen und größeren Kostbarkeiten am Drachensee. Sie wurde hier schon zu allen Monaten des Jahres beobachtet. Zur Zugzeit wurden öfters schon über 100 Individuen registriert, die die Bedeutung des Drachensees als Brut- und Rastbiotop unterstreichen. Naturschützern ist es ein Anliegen, dass die Ösbühler Bucht und die Ökozone als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden. Der Freistaat als fast alleiniger Eigentümer könnte ein Vorbild für notwendigen und zukunftsfähigen Biotop- und Artenschutz sein, auch in der momentan schwierigen Zeit.

Natur

Der Drachensee ist ihre Heimat

Naturexperte Heribert Mühlbauer stellt wieder See-Bewohner vor. So können Sie bei ihrem nächsten Besuch Neues entdecken.

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