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Kirche

Pfarrer „nach Hause“ begleitet

Waldmünchner Protestanten bereicherten die warmherzige Einführung von Ernst Schwemmer in Nürnberg in vielerlei Hinsicht.
Von Petra Schoplocher

  • Ein großer Moment für Pfarrer Ernst Schwermmer: Pfarrer Dr. Johannes Rehm, stellvertretende Dekanin Beate Kimmel-Uhlendorf, Vertrauensmann Tobias Tretter und Rolf Sauerhammer (von rechts), ein Freund Schwemmers, segnen den neuen Hirten der Gemeinde St. Paul in Nürnberg ein. Foto: Schoplocher
  • Zur Amtseinführung in Nürnberg St. Paul war auch eine Delegation aus Waldmünchen angereist. Ernst Schwemmer freute sich sehr.

Nürnberg.Sie machten einen ohnehin schon besonderen Tag noch einen Hauch besonderer: Fünf Frauen und zwei Männer ließen es sich nicht nehmen und machten sich am Sonntag auf nach Nürnberg, um den Einführungsgottesdienst „ihres“ Pfarrers Ernst Schwemmer mitzufeiern.

Dieser war sichtlich gerührt, als er die Abordnung in seiner neuen beruflichen Heimat in St. Paul erblickte. Als die Waldmünchner nach dem feierlichen Gottesdienst nicht nur gute Wünsche und ein Geschenk, sondern auch eine kulinarische Erinnerung an die alte Wirkungsstätte übergaben, war Ernst Schwemmer einen Moment lang sprachlos.

Beim Empfang war Zeit für Gespräche, auch mit Waldmünchnern. Foto: ps
Beim Empfang war Zeit für Gespräche, auch mit Waldmünchnern. Foto: ps

Der Besuch, meinte er später, sei neben der Anwesenheit seines 95-jährigen Vaters Siegfried, der „wohl Nürnbergs ältester Pfarrer ist“, die wunderbarste Abrundung eines erfüllenden Tages. „Ich fühle mich gut“, gestand er gerne.

Die Gemeinde Nürnberg St. Paul hatte sich für den Empfang arg ins Zeug gelegt. Foto: ps
Die Gemeinde Nürnberg St. Paul hatte sich für den Empfang arg ins Zeug gelegt. Foto: ps

Denn auch die neue Gemeinde St. Paul hatte sich gehörig ins Zeug gelegt, um ihren neuen Pfarrer herzlich zu begrüßen. Dem Gottesdienst mit Einsegnung folgte ein Empfang, bei dem vor allem eines deutlich wurde: Wie sehr sich die knapp 1000 Protestanten freuen, wieder einen Hirten zu haben. In warmherziger Gesprächsatmosphäre wurden erste Kontakte geknüpft, so mancher fühlte den Waldmünchnern auf den Zahn, wie es denn so sei, in der Diaspora.

Die neue Pfarrei

  • Gemeinde:

    An die 1000 Protestanten zählen zu Ernst Schwemmers neuer Gemeinde. Zehn Prozent seiner Arbeitszeit wird er aber für das Prodekanat „Süd“ aufwenden.

Die stellvertretende Dekanin, Pfarrerin Beate Kimmel-Uhlendorf bezeichnete St. Paul als „kleine, feine, eingeschworene Gemeinschaft“. Für Pfarrer Schwemmer freute sie sich, dass er am Ende seiner beruflichen Laufbahn - er ist 61 Jahre alt - nicht nur in seine Heimatstadt zurückkehren konnte, sondern auch noch einmal das Wort Gottes unter die Menschen bringen werde. In Anlehnung an eines der Abschiedsgeschenke aus Waldmünchen, einen Fahrradhelm, überreichte sie eine Landkarte, mit deren Hilfe er sich Nürnberg „erradeln“ könne.

Von Karin Tietze gab es eine kulinarische Erinnerung an die alte Heimat. Foto: ps
Von Karin Tietze gab es eine kulinarische Erinnerung an die alte Heimat. Foto: ps

Vertrauensmann Tobias Tretter versicherte dem Geistlichen im Namen von Kirchenvorstand und Gemeinde, ihn mit offenen Armen aufzunehmen. Über den Geist, der in der Rangierbahnhof-Siedlung herrsche, sagte er: Miteinander anzupacken, zuzulangen und einander zu helfen, hat hier Tradition.

Ernst Schwemmer freute sich sichtlch über das Geschenk von Karin Will. Foto: ps
Ernst Schwemmer freute sich sichtlch über das Geschenk von Karin Will. Foto: ps

„Was Sie hier sehen, ist der Großteil der aktiven Gemeinde“, meinte Reinhard Tietze vom Waldmünchner Kirchenvorstand mit Blick auf die Gruppe. Dass man den Weg nach Nürnberg angetreten habe, zeuge von der Verbundenheit mit dem Pfarrer. Bei aller Freude, dass Ernst Schwemmer so warmherzig aufgenommen wurde, gestand er sich ein wenig Wehmut zu: „Sie haben ihn jetzt und wir keinen.“ Herzlich lud er die Nürnberger zu einem Ausflug in die Diaspora ein.

Die Waldmünchner wurden zum ERinnerungsfoto mit Pfarrern, Grußwortrednern und Gemeindevertretern gebeten. Foto: ps
Die Waldmünchner wurden zum ERinnerungsfoto mit Pfarrern, Grußwortrednern und Gemeindevertretern gebeten. Foto: ps

Pfarrer Dr. Johannes Rehm bezeichnete Ernst Schwemmer als Geistlichen, der nah an den Menschen sei und durch Sportbeauftragter, Krankenhausseelsorger und die Arbeit im Jerusalemverein über den Tellerrand hinaus blickt. Er plädierte für den Erhalt kleiner Gemeinden, deren Wert nicht nur nach Zahlen bemessen werden dürften. Schwemmers Installation sei da ein Hoffnungszeichen.

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