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Pfingsten

Pfingstbrautpaar: So war unser Pfingsten

Heinz Schötz und Mirjam Zelzer blickt auf die Pfingstzeit 2018 in Bad Kötzting mit eindrucksvollen Erlebnissen zurück.
Von Fred Wutz

Das Pfingstbrautpaar 2018: Heinz Schötz und Mirjam Zelzer Foto: Michael Gruber
Das Pfingstbrautpaar 2018: Heinz Schötz und Mirjam Zelzer Foto: Michael Gruber

Bad Kötzting.Tradition hat in Zusammenhang mit dem Pfingstritt eine wesentliche Funktion. Vor diesem Hintergrund ist das Pfingstbrautpaar 2018, Heinz Schötz und Mirjam Zelzer, ein Musterbeispiel. Zusammen haben sie fast 20 Vorfahren oder Verwandte, die schon Pfingstbräutigam, Pfingstbraut oder Brautführer waren. Am Fronleichnamstag wird von Mirjam und Heinz noch einmal ein öffentlicher Auftritt erwartet, ein paar Repräsentationsaufgaben folgen bis Pfingsten 2019 – doch ansonsten stellt sich schon die Normalität ein.

„Ja, es war schon sehr viel Stress!“ – Pfingstbraut Mirjam Zelzer ist aber dennoch sichtlich begeistert von den zurückliegenden festlichen Tagen, als sie gegenüber unserem Medienhaus mit strahlendem Lächeln zu erzählen beginnt. Dem Hinweis von Pfingstbräutigam Heinz Schötz, „dass wir in den letzten Tagen schon wenig Schlaf hatten“, stimmt sie zu. Aber die beiden sind sich einig in ihrer Einschätzung: „Es war eine wunderschöne Zeit!“

Impressionen vom Bad Kötztinger Pfingstritt

Das war der Pfingstritt 2018 in Bad Kötzting

Kleider waren kein Problem

Die Zeit intensiver Vorbereitungen begann für das Pfingstbrautpaar mit der Präsentation am Palmsonntag. Es galt, die Einladungen zur Pfingsthochzeit zu überbringen, aber auch die Veranstaltungen der Festwoche anzurichten. „Meine beiden Brautkleider habe ich schon im Januar gekauft. Nur meine Mama und ich wussten Bescheid, wie sie aussehen. Die Dirndl und andere Kleidung hatte ich auch schon – das war kein Problem.“

Ähnlich war die Situation beim Pfingstbräutigam und den Begleitern. „Jeder von uns hat drei Anzüge gebraucht, Lederhosen und Trachtenwesten – das war schnell erledigt.“ Die drei Männer des pfingstlichen Quartetts mussten sich auch noch für den Ritt vorbereiten und sich mit den drei Kaltblutpferden der Familie Hackl in Viechtafell vertraut machen, auf denen sie nach Steinbühl pilgerten.

Spaß und zeitlicher Druck

„Ein wenig Anspannung hatte ich schon beim Ritt,“ verrät der Pfingstbräutigam, „aber sonst war ich nicht nervös.“ Die Pfingstbraut hatte in dieser Hinsicht während der festlichen Tage überhaupt kein Problem, wie sie sagt: „Aufgeregt war ich gar nicht. Das war auch nicht nötig, es hat alles so viel Spaß gemacht.“

Pfingstbräutigam Heinz Schötz jun. erhält das Tugendkränzchen von Offiziator Kaplan Florian Rein. Foto: Wutz
Pfingstbräutigam Heinz Schötz jun. erhält das Tugendkränzchen von Offiziator Kaplan Florian Rein. Foto: Wutz

Zum Spaß kam allerdings dann doch zeitlicher Druck, sagt Mirjam Zelzer: „An den Haupttagen waren wir kaum daheim, eigentlich nur zum Umziehen zwischen den Terminen. Das war dann schon totaler Stress!“ Heinz Schötz bestätigt das, und er ergänzt: „Am Pfingstmontag bin ich um 4 Uhr aufgestanden, um 5 Uhr kam der Spielmannszug zum Weckruf, und dann ging es durch – der Ritt, der Festakt, der Zug durch die Stadt, am Abend die erste Pfingsthochzeit, die hat bis um 2 Uhr gedauert.“ Pausen gab es demzufolge eher nicht für das Pfingstbrautpaar. „Am Dienstag hat die Pfingsthochzeit bis um 4 Uhr morgens gedauert,“ berichtet Mirjam Zelzer, „dann war noch der dritte Brautzug – wir sind erst um 6 Uhr heimgekommen.“

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Bei allem Stress gab es für das Pfingstbrautpaar doch einige schöne Erlebnisse. „Die Kranzl-Übergabe ist unvergesslich, wichtiger als alles andere, und auch das Te Deum war sehr beeindruckend,“ sagt Heinz Schötz. „Mir bleiben ein paar kurze Momente stark in Erinnerung“, verrät Mirjam Zelzer. Sie habe sich bewusst auf manche Vorgänge konzentriert und sie richtiggehend genossen „damit das ganze Festgeschehen nicht einfach vorbeirauscht, weil man für das Schöne keine Zeit hat“.

Dass sie in dem ganzen Festgeschehen voll auf ihre Familien und deren Unterstützung bauen konnten, empfinden Heinz Schötz und Mirjam Zelzer im Nachhinein als Bereicherung. Der Pfingstbräutigam freut sich zudem, dass der Leitende Zugordner Sepp Barth seinem Vater Heinz Schötz sen. anbot, das Pferd des Sohnes beim Festakt zu führen. Und für die Pfingstbraut ist es bedeutsam, dass ihr verstorbener Vater „noch die Möglichkeit hatte, zu meiner Aufgabe als Pfingstbraut ja zu sagen“.

Eigentlich sind Mirjam und Heinz schon Mitte der Pfingstwoche in ihr normales berufliches Leben zurückgekehrt. Sie bereitet sich auf das Staatsexamen ihres Lehramtsstudiums vor, er ist aktuell dabei, eine neue Tätigkeit aufzunehmen. Wehmut, dass die schöne Zeit vorbei ist, empfinden beide nicht. „Nächstes Jahr nicht ganz im Mittelpunkt zu stehen, ist nur ein wenig schade. Einmal Pfingstbrautpaar sein, eine perfekte Leistung abliefern – und dann ist es gut,“ meint Mirjam Zelzer. Und Heinz Schötz ergänzt: „Es ist toll, wenn nicht nur die Angehörigen mitmachen, sondern wenn Leute mithelfen, die man nicht kennt und die eigentlich nichts dabei zu tun haben, wenn ganz Bad Kötzting zusammenarbeitet. Das ist beeindruckend!“

Die Pfingstbraut am Dienstag

Der zweite Umzug der Pfingstbraut in Bad Kötzting

Ein besonderes Jubiläum

Das Pfingstbrautpaar von 1908 Repro: Kretschmer
Das Pfingstbrautpaar von 1908 Repro: Kretschmer

In großer Tradition steht das Pfingstbraupaar 2018, Heinz Schötz und Mirjam Zelzer. Beide entstammen alteingesessenen Familien der Stadt, und so ist es nicht verwunderlich, dass beinahe 20 ihrer direkten Vorfahren oder Verwandten schon einmal Pfingstbräutigam, Pfingstbraut oder Brauführer waren. Im Jahr 1908 sind der Schlosserssohn Josef Schötz (geb. 1888) und die und die Gastwirtstochter Anna Dreger (geb. 1891) als Pfingstbraupaar in Archivunterlagen notiert. Es gibt sogar eine qualitativ hochwertige Fotografie, auf der die beiden Michael Staudinger und Vitus Oexler mit abgebildet sind.

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