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Pfingstfest „gibt Kraft füreinander“

Dekan Walter Kotschenreuther feierten mit vielen Gläubigen den Festgottesdienst.

Dekan Walter Kotschenreuther am Altar Foto: Gabriele Dahlmann
Dekan Walter Kotschenreuther am Altar Foto: Gabriele Dahlmann Foto: Gabriele Dahlmann

Cham.„Komm, Heil’ger Geist, mit deiner Kraft“ sangen am Pfingstsonntag die zahlreichen Besucher zu Beginn des Festgottesdienstes in der Erlöserkirche. Wieder ein Fest mit Abstandsregeln, Hygienevorschriften und Mundschutz: Dennoch war die Freude der Gläubigen fast mit den Händen zu fassen. Dekan Walter Kotschenreuther sagte zu Beginn: „Pfingsten lehrt uns alle, wieder eine Sprache zu sprechen.“

Das Pfingstfest gebe Kraft füreinander und Kraft, für die Gemeinde da zu sein, Kraft, die zusammenstehen lasse und Fantasie gebe, mit Distanz Nähe zu schaffen. Diese Kraft und Fantasie zeige sich deutlich in der derzeitigen Krise. „Wie besoffen kamen die Jünger Jesu den herbeigelaufenen Menschen vor, nicht ganz bei Sinnen“, sagte Kotschenreuther. „Jedoch war es ein Neuanfang, eine neue Realität. Im damaligen Israel gingen die Gläubigen drei bei vier Mal im Jahr nach Jerusalem, opferten, je nach finanzieller Lage, einen Ochsen oder ein Täubchen und beteten. Aber Gemeinschaft – Fehlanzeige. Jeder betete in einer Ecke für sich oder, wenn er seine Gläubigkeit zeigen wollte, auch mitten auf der Straße. Die Priester warteten auf die Gläubigen, kamen ihnen nicht entgegen.“

Dann kamen die Jünger Jesu und sagten, Gott wolle überall mit allen Menschen sprechen und spreche alle an – eine Revolution, denn dieser Gott sprach auch die Frauen, die Knechte und Mägde an. Die Jünger waren zuvor in einem sicheren Raum, hatten Angst. Ein aufkommender Sturm riss die Türen auf, den Jüngern wurde die Angst entrissen, wie Flammen kam der Heilige Geist über sie. Sie konnten in den Sprachen der damaligen Welt reden, so dass alle sie verstehen konnten.

Der pfingstliche Aufbruch sei auch heute notwendig, um Distanz so zu gestalten, dass Nähe spürbar werde, eben anders als zuvor. „Anders muss aber nicht zwangsläufig schlechter heißen“, so der Dekan. Die Israeliten waren damals sehr exklusiv – dann kam Pfingsten, und es wird berichtet: „Sie waren eins im Gebet und in der Gemeinschaft. Sie entwickelten neue Ideen.“ Die Geschichte, die an Pfingsten begann, habe Auswirkungen auf uns und unsere Gesellschaft. Gott wolle stets das Gute. Das Gute besiege das Böse und sorge dafür, dass keiner aus dem Netz der Gemeinschaft fallen kann. „Gemeinsam wollen wir an der ganzen Welt arbeiten, dass sie von dem guten Geist erfüllt ist, den Gott uns allen geschenkt hat“, schloss die Predigt.

Der Gottesdienst endete mit Fürbitten, dem Vaterunser sowie dem Segen. Der Organist erfreute mit jubelnden Orgelklängen.

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