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Justiz

Pistole im Auto bringt Mann vor Richter

Ein 50-Jähriger wurde an der Further Grenze mit einer Halbautomatik im Auto gestoppt. Die Erklärung dafür war ungewöhnlich.
Von Tatjana Robl

Der Angeklagte hätte Waffe und Munition in Tschechien führen dürfen. Zum Verhängnis wurde ihm die ungeplante Fahrt über die Grenze. Foto: Thomas Frey/dpa
Der Angeklagte hätte Waffe und Munition in Tschechien führen dürfen. Zum Verhängnis wurde ihm die ungeplante Fahrt über die Grenze. Foto: Thomas Frey/dpa

Cham.Ein 50-Jähriger stand wegen unerlaubten Besitzes und unerlaubter Führung von Waffen vor dem Chamer Amtsgericht. Bei einer Kontrolle durch Zollbeamte in Furth im Wald am Grenzübergang Schafberg war bei dem Mann aus Tschechien auf der Rückbank seines Fahrzeugs eine Stahlkassette entdeckt worden, in der sich eine halbautomatische Schusswaffe sowie die dazu passende Munition befanden. Bei der weiteren Untersuchung des Fahrzeugs hatten die Beamten noch einen Teleskopschlagstock, ein Einhandmesser und eine Sturmhaube gefunden.

Der Angeklagte hatte über eine Social Media Plattform eine potenzielle Freundin kennengelernt und nach Austausch der Handynummern hatten sich die beiden per WhatsApp unterhalten. Die Dame hatte ihn zu sich nach Ceska Kubice eingeladen, auf der knapp zweistündigen Fahrt dorthin hatten sie weiter kommuniziert. Dabei habe ihn langsam das Gefühl beschlichen, dass etwas „nicht normal“ ist, so der Angeklagte. Es habe sich herausgestellt, dass die Frau in einem Nachtclub arbeitet. „So eine Art von Treffen will ich nicht“, betonte der 50-Jährige.

Mann fuhr ohne Absicht über Grenze

Da er in dieser Gegend nicht ortskundig sei, sei ihm nicht bewusst gewesen, wie nah er sich an der deutschen Grenze befunden hatte. Er sei über die Grenze gefahren, ohne es zu merken. Ungefähr 150 Meter hinter der Grenze sei er in die Kontrolle der Zollbeamten geraten.

Zur Verhandlung hatte der Angeklagte detaillierte Fotos vom Grenzübergang dabei, und die beiden Zollbeamten, die als Zeugen aussagten, mussten ihm nach Sichtung der Bilder Recht geben: Auf dem Weg von Tschechien nach Deutschland kommend ist die Beschilderung nicht eindeutig, und erst auf deutschem Boden wäre es möglich, zu wenden.

Die beiden Ermittlungsbeamten, die zum Tatzeitpunkt im Bereitschaftsdienst waren, sagten ebenfalls als Zeugen aus. Die Geschichte des Angeklagten sei schlüssig, nachdem das Treffen mit der Frau gescheitert war, sei er auf der Suche nach einem Hotel in der Umgebung gewesen. Die Überprüfung der Handydaten bestätigte die Hotelsuche, ebenso wurde der Chat mit der Frau von den Beamten gesehen.

Angeklagter muss hohe Geldauflage zahlen

Auf die Frage von Richterin Birgit Fischer, wofür er die Waffen hat, sagte der Angeklagte, diese besitze er zu seiner Sicherheit, weil er nachts arbeite. Die Waffenbesitzkarten sowie den Waffenschein, die ihn in Tschechien dazu berechtigen, die Waffen zu führen, hatte er dabei. „Es war keine Absicht, nach Deutschland zu fahren“, beteuerte er mehrfach. Er zeigte sich damit einverstanden, dass die sichergestellten Gegenstände seitens der Staatsanwaltschaft eingezogen werden.

Sein Anwalt plädierte auf die Einstellung des Verfahrens, da die Kassette mit der Waffe unter anderem „mit einem Stahlseil gesichert war“. „Einen leichtfertigen Umgang kann man ihm nicht vorwerfen“, so der Verteidiger. Das Verfahren wurde mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft sowie des Angeklagten vorerst eingestellt. Der 50-Jährige hat bis 31. Dezember eine Geldauflage in Höhe von 10.000 Euro an die Staatskasse zu zahlen.

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