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Ferien

Polizei Furth in Kinderhand

Das Freizeitangebot fand eine große Resonanz: Mädchen und Buben lernten Aufgaben und Ausrüstung der Polizei kennen.
von Johann Gruber

  • Ausbilder PHK Gerhard Doppelkammer hatte zwei Diensthunde von der Hundeschule Herzogau dabei. Der Bayerische Gebirgsschweißhund Franzl ist acht Monate alt und in der Ausbildung zum Personensuchhund. Fotos: Johann Gruber
  • PHK Gerald Kolbeck wies die Kinder in die Funktion der Laserpistole zur Geschwindigkeitsmessung ein, die es sich nicht nehmen ließen, zahlreiche der vorbeikommenden Autos zu „blitzen“.
  • Hundeführer PHK Gerhard Doppelkammer holte das im Rad versteckte Rauschgiftpäckchen ans Tageslicht.
  • Das Foto von Laura, „Dienstgruppenleiterin“ der Gruppe B, erschien sofort auf dem Bildschirm.

Furth im Wald.Im Zuge des Ferienfreizeitprogramms für den Hohenbogenwinkel öffnete die Polizeiinspektion Furth im Wald am Donnerstagnachmittag ihre Pforten für rund 40Kinder. Inspektionsleiter Polizeirat Vincent Bauer hieß die Kinder und Eltern im Hof des Dienstgebäudes in der Daberger Straße willkommen.

Bei der Polizei tun nicht nur Frauen und Männer als Polizeibeamte ihren Dienst. Für Spezialaufgaben haben sie auch vierbeinige Kollegen. Zwei davon hatte Gerhard Doppelkammer von der Hundeschule Herzogau, die eine Außenstelle des Fortbildungsinstituts der Bayerischen Polizei ist, mitgebracht. Zunächst holte der Ausbildungsleiter den acht Monate alten Bayerischen Gebirgsschweißhund Franzl aus dem Transportkäfig. Franzl befindet sich in der Ausbildung zum Personensuchhund.

So helfen Suchhunde

Schutzhunde wiederum können gegen Personen eingesetzt werden, die bewaffnet oder auf andere Weise als aggressive Angreifer erkennbar sind. Sie sollen aber zum Beispiel auch einen Einbrecher verbellen, der sich versteckt hat. Beim Personensuchhund dagegen zählt nur der Körpergeruch als sogenannte Individualspur. In der Hundeausbildung wird ausschließlich mit Belohnung durch Lob, Hundefutter und Spielzeug gearbeitet, erklärte der Hundeführer. Anschließend zeigte der Rauschgiftspür- und Schutzhund Simon, ein achtjähriger Deutscher Schäferhund, was er kann. Er legte sich vor das Hinterrad des Transporters und reagierte damit auf ein paar Gramm Rauschgift, die der Hundeführer vorher darin versteckt hatte. Danach wurden die Kinder in vier „Dienstgruppen“ eingeteilt und Dienstgruppenleiter bestimmt. Philipp (Gruppe A), Laura (Gruppe B), Justin (Gruppe C) und Bastian (Gruppe D) erhielten von ihm einen „Dienstplan“ für vier vorbereitete Stationen: „Polizeiwache“, „Fahrzeuge“, „Geschwindigkeitskontrolle“ und „Ermittlung“. „Wenn jemand mit einem Anliegen zur Polizei kommt, kümmert sich zunächst einer der diensthabenden Beamten um ihn“, erklärte Bauer den Kindern. Am Donnerstag bestand die Dienstgruppe aus Dienstgruppenleiter Stefan Hacker, Peter Schwägerl und Gerhard Kolbeck. Am Funktisch hielten sie Kontakt mit den Streifenwagenbesatzungen und nahmen Anrufe entgegen. Denn neben der Polizeinotrufnummer 110 für dringenden sofortigen Hilfebedarf hat jede Polizeidienststelle natürlich auch einen Festnetz-Telefonanschluss. In den verschiedenen Stationen wurde dann reihum das breite Spektrum der Polizeiarbeit und der dazugehörigen Hilfsmittel aufgezeigt. Wenn jemand straffällig geworden ist, wird er zunächst erkennungsdienstlich behandelt. Ermittlungsbeamter Harald Lettner erklärte den Kindern die Anlage, bei der Fingerabdrücke fotoelektronisch in den Computer eingespeist werden. Die Fingerkuppen brauchen dadurch nicht mehr wie früher mit einem Stempelkissen eingefärbt und dann auf Papier übertragen werden.

Die Polizei in Furth im Wald

  • Lage:

    Das Gebäude der Polizeiinspektion Furth im Wald liegt in der Daberger Straße 7.

  • Erreichbarkeit:

    Neben der bekannten Nummer 110, die nur für Notfälle gedacht ist, auch Tel. (09973)5040

  • Zuständigkeit:

    Neben der Stadt Furth im Wald mit ihren 9100 Einwohnern sind die Beamten auch für die Gemeinde Arnschwang (2000 Einwohner), den Markt Eschlkam (3400 Einwohner) und den Markt Neukirchen b. Hl. Blut (3700) zuständig.

Nach erkennungsdienstlicher Behandlung geht es bei entsprechenden Delikten ab in eine der beiden Arrestzellen, die wie richtige Gefängniszellen mit Gitterstäben gesichert und nur mit Liege, Sitzgelegenheit und Toilette ausgestattet sind. Die Kinder nahmen eine der Arrestzellen in Augenschein und waren froh, keine „gesiebte Luft“ einatmen zu müssen.

Im Hof der Polizeiinspektion warteten drei Polizeieinsatzfahrzeuge darauf, von den Kindern unter die Lupe genommen zu werden: Ein neuer Streifenwagen im aktuellen silber-blauen Design mit gelben Reflexionsflächen, einer im auslaufenden Silber-Grün-Look sowie ein ziviler Wagen, mit dem die Grenzpolizeigruppe (GPG) der Dienststelle am Grenzübergang Schafberg zur Schleierfahndung unterwegs ist.

Das unauffällige schwarze Auto

Vizepolizeichef Ludwig Kreitl erklärte den Kindern bei laufendem Blaulicht die Streifenwagen. Alexander Dilling zeigte, wie das unauffällige schwarze Auto der GPG durch Blaulichtaufsatz, Front- und Heckblitzer bei Notwendigkeit in ein erkennbares Polizeifahrzeug verwandelt werden kann.

An der Ausfahrt in die Daberger Straße hatte Gerald Kolbeck ein Stativ mit aufgesetzter Laserpistole aufgebaut, mit der Geschwindigkeitskontrollen bei bis zu einem Kilometer entfernten Fahrzeugen vorgenommen werden konnten. Der Beamte erklärte den Kindern das Lasermessgerät und die ließen es sich nicht entgehen, einmal selbst durch das Visier der Laserpistole zu schauen. Nach zwei Stunden verließen die Kinder dann mit vielen Eindrücken die Wache wieder.

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