MyMz
Anzeige

Prangertag – Hochfest der Eucharistie

Fronleichnam wurde erstmals 1246 im Bistum Lüttich gefeiert. Auslöser war das Blutwunder von Bolsena.
von Edmund Speiseder

Die Monstranz wird an Fronleichnam unter dem „Himmel“ durch die Straßen getragen.  Foto: Edmund Speiseder
Die Monstranz wird an Fronleichnam unter dem „Himmel“ durch die Straßen getragen. Foto: Edmund Speiseder Foto: Edmund Speiseder

Cham.Das Fronleichnamsfest ist das Fest des heiligsten Leibes und Blutes Christi, ein Hochfest im Kirchenjahr der katholischen Kirche, mit dem die leibliche Gegenwart Christi im Sakrament der Eucharistie gefeiert wird.

Als Brot des Lebens, als gewandelte Hostie, steht Christus selbst im Mittelpunkt der prunkvollen Fronleichnamsprozession. Dafür steht auch der Name Fronleichnam, denn im Althochdeutschen steht „fron“ für „Herr“ und „lichnam“ für „Leib“. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Hostie: Auf den ersten Blick nur eine kleine, unscheinbare Oblate – doch für den gläubigen Katholiken wird sie durch die Wandlung im Gottesdienst zum „Leib Christi“. In der Liturgie heißt das Fest „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“, regional wird es auch als Prangertag oder Blutstag benannt. Ins Englische und in andere Sprachen ist die lateinische Bezeichnung des Hochfestes als „Corpus Christi“ eingegangen.

Der Donnerstag als Festtag

Der Festtag selbst – der Donnerstag – steht in enger Verbindung zum Gründonnerstag und der Einsetzung der Eucharistie durch Jesus selbst beim letzten Abendmahl. Wegen des „stillen Charakters der Karwoche“ erlaubt der Gründonnerstag keine prunkvolle Entfaltung der Festlichkeit. Deshalb wurde Fronleichnam auf den ersten Donnerstag nach der Oktav des Pfingstfestes gelegt. In Ländern, in denen Fronleichnam kein gesetzlicher Feiertag ist, kann es auch am folgenden Sonntag gefeiert werden.

Der wichtigste Teil an diesem Tag ist das Zelebrieren der Eucharistie, deren liturgische Texte sich auf das Geheimnis der Eucharistie beziehen. In manchen Orten wird dieser Gottesdienst im Freien gefeiert. Es schließt sich in der Regel eine Prozession an. Dabei trägt der Priester die Monstranz mit dem Allerheiligsten mit der konsekrierten Hostie in einem Festzug unter Gebet und Gesang durch die Straßen mit. Die Monstranz wird dabei von einem „Himmel“ genannten Stoffbaldachin beschirmt. Mit einer Statio an bis zur vier Außenaltären werden Elemente eines Flurumgangs aufgenommen. Ein Abschnitt aus dem Evangelium wird vorgetragen, Fürbitten werden formuliert und der sakramentale Segen wird in alle Himmelsrichtungen erteilt. Die Prozession schließt meist in der Pfarrkirche mit dem „Tantum ergo“ und dem „Te Deum“.

Ein Fest der Gesamtkirche

Fronleichnam, das Fest der leiblichen Gegenwart Christi in der Eucharistie, wurde erstmals 1246 im Bistum Lüttich gefeiert und 1264 von Papst Urban IV. durch die Bulle „Transiturus de hoc mundo“ zum Fest der Gesamtkirche erhoben. Auslöser dieser Entscheidung war das Blutwunder von Bolsena, das vom ihm 1263 als echtes Wunder anerkannt wurde. U.a. schrieb Papst Urban: „Wir haben es daher, um den wahren Glauben zu stärken und zu erhören, für recht und billig gehalten, zu verordnen, dass außer dem täglichen Andenken, das die Kirche diesem heiligen Sakrament bezeigt, alle Jahre auf einen gewissen Tag noch ein besonderes Fest, nämlich auf den fünften Wochentag nach der Pfingstoktav, gefeiert werde, an welchem Tag das fromme Volk sich beeifern wird, in großer Menge in unsere Kirchen zu eilen, wo von den Geistlichen und Laien voll heiliger Freude Lobgesänge erschallen.“

Die Reformation stand dem Fronleichnamsfest ablehnend gegenüber, da es sich biblisch nicht begründen lasse. Im Konzil von Trient (1545-1563) bestätigte die Katholische Kirche dieses Fest dennoch. Im Nationalsozialismus wurde die Fronleichnamsprozession von vielen als Demonstration ihres Glaubens praktiziert. Und heute?

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht