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Preise für Wildbret sind am Boden

Die Corona-Krise ist auch bei den Jägern angekommen: Seit Wochen kennen die Preise für Wildbret nur noch den Weg nach unten.
Gregor Raab

Ein Wilder Burger Foto: Oliver Bodmer
Ein Wilder Burger Foto: Oliver Bodmer

Cham.Hauptursachen für den Preisdruck sind das anhaltende Überangebot und die stark gesunkene Nachfrage. Die Waidmänner sollen einerseits zur Verjüngung des Waldes Rehe und Hirsche schießen sowie den Wildschweinbestand in Zaum halten. Andererseits fehlen die Abnehmer für das Wildfleisch. „Die Gaststätten sind weiter geschlossen und die gebotenen Preise sind nicht akzeptabel“, erklärt Gerhard Luckner, Vorsitzender der Jägerkameradschaft Cham. Die Jäger müssen sich deswegen Gedanken machen, wie sie aus der Misere kommen.

Eine Möglichkeit könnte die Direktvermarktung sein. So hätten viele Verbraucher in der Corona-Krise die Lust am Kochen und an hochwertigen Zutaten wiederentdeckt. Er könne diesen Leuten nur empfehlen, auch zu Wildfleisch zu greifen. Es erfülle alles, was gute Ernährung ausmache. Es sei kalorienarm, reich an wichtigen Nährstoffen und, auf den heißen Rost gelegt, die ideale Grundlage für die leichte Sommerküche. Viele Jäger hätten sogar eine eigene Wildkammer, in der sie das Fleisch von Reh und Sau professionell zerwirken. Das Wild werde deswegen stets küchenfertig und in handlichen Portionen ansprechend verpackt.

Oft herrschen laut Luckner auch Bedenken in den Küchen vor, bei der Zubereitung von Wildbret etwas falsch zu machen. „Trauen Sie sich ran an das Wildbret. Es steckt keine große Kunst dahinter“, rät der begeisterte Wildkoch. Ansprechpartner für den Bezug von regionalem Wildfleisch seien die Jäger vor Ort. Bei Fragen rund ums Wildbret können sich Interessenten auch direkt an Luckner, Tel. 01 70/3 34 84 22 oder jaegerkameradschaft.cham@t-online.de) wenden.

Rezept für Wilde Burger: Zutaten: 400 g Muskelfleisch vom Reh (ausgelöste Schulter oder Keule), 400 g Wildschweinbauch (von Frischling oder Überläufer), 1 Zwiebel, 1-2 Knoblauchzehen, 5 Stängel Petersilie, 1 Ei, 1 halber TL abgeriebene Zitronenschale (Bio), 1 EL Salz, Pfeffer aus der Mühle, 4 EL Paprikapulver edelsüß, 1-2 Msp. Cayennepfeffer, Mehl zum Bestäuben, 6 Burgerbrötchen, 6 Salatblätter, 12 Tomatenscheiben, Röstzwiebeln.

Zubereitung: Fleisch in Stücke schneiden, durch die 5 mm-Scheibe des Fleischwolfes drehen. Zugedeckt kalt stehen lassen. Zwiebel und Knoblauch sehr fein würfeln, Petersilienblätter fein schneiden. Zwiebeln, Knoblauch und Petersilie zum Hackfleisch geben. Ei, Zitronenschale, Salz, grob gemahlenen Pfeffer, Paprikapulver und Cayennepfeffer hinzugeben. Alles verkneten. Hackfleischteig abgedeckt zwei Stunden kühl stellen. Sechs flache Burger formen, beidseitig mit Mehl bestäuben. Burger auf eingeöltem Rost bei mittlerer Hitze pro Seite sieben bis acht Minuten grillen. Burgerbrötchen aufschneiden, rösten. Fertige Burger mit Salatblatt, zwei Tomatenscheiben und einigen Röstzwiebeln zwischen die Brötchenscheiben legen. Dazu schmeckt eine Soße aus Senf, Tomatenketchup, etwas Joghurt und Schnittlauchröllchen. (cga)

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