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Glaube

Premiere für neuen Diakon aus Runding

Sechs Jahre hatte sich Harald Schneider darauf vorbereitet, am Sonntag verkündete der 44-Jährige erstmals das Evangelium.
Von Heidi Meier

Bischof Rudolf Voderholzer weihte Harald Schneider im Regensburger Dom zum Ständigen Diakon. Zahlreiche Weggefährten Schneiders verfolgten die Zeremonie. Fotos: Julia Wächter (1)/Heidi Meier (6)
Bischof Rudolf Voderholzer weihte Harald Schneider im Regensburger Dom zum Ständigen Diakon. Zahlreiche Weggefährten Schneiders verfolgten die Zeremonie. Fotos: Julia Wächter (1)/Heidi Meier (6)

Runding.Einst beriefen die Apostel auf Geheiß Jesu sieben Männer mit gutem Ruf in ihren Dienst. Sie sollten sich zum einen um die Witwen und Waisen kümmern und ihnen zum anderen den Rücken freihalten, damit sie das Wort Gottes verkünden konnten. Jene sieben Männer waren vor rund 2000 Jahren die ersten Diakone. Am Samstag trat Harald Schneider aus Runding praktisch ihre Nachfolge an. Im Regensburger Dom weihte ihn Bischof Rudolf Voderholzer zum Ständigen Diakon.

Neben den drei vollbesetzten Bussen aus der Pfarreiengemeinschaft Runding/Chamerau/Lederdorn hatten sich zahlreiche Verwandte, Freunde und Wegbegleiter auf den Weg nach Regensburg gemacht, um bei diesem Ereignis dabei zu sein. Zu Beginn der Weihefeier saß er noch bei seiner Frau Manuela, Sohn Johannes und den Eltern Gerhard und Elisabeth – sozusagen in der Mitte des Volkes. Bischof Voderholzer freute sich, neben den vielen Gläubigen auch mehr als einhundert Ministranten begrüßen zu können. Allein aus der Pfarreiengemeinschaft waren 43 Messdiener angereist, durften mit dem liturgischen Dienst einziehen und die Zeremonie auf reservierten Plätzen hautnah miterleben.

Kirche

Ein Banker wird Ständiger Diakon

Harald Schneider (44) wird von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer geweiht. 150 Rundinger werden im Dom zu Regensburg dabei sein.

Zeremonie gebannt verfolgt

Stark vertreten waren beim Empfang des Diakons die Ministranten der Pfarreiengemeinschaft. Foto: Heidi Meier
Stark vertreten waren beim Empfang des Diakons die Ministranten der Pfarreiengemeinschaft. Foto: Heidi Meier

Nachdem Harald Schneider, Manuel Hirschberger und Helmut Pscheidl beim Namen gerufen wurden, bezeugte der Bischöfliche Beauftragte, dass die drei Kandidaten dieser Weihe würdig sind. Bevor diese vollzogen werden konnte, mussten sie ihre Bereitschaft bestätigen, sich in den Dienst der Kirche nehmen zu lassen, das Diakonenamt zur Unterstützung des Bischofs und der Priester auszuüben, das Evangelium in Wort und Tat zu verkünden und den Armen und Notleidenden zu helfen. Auch die Ehefrauen mussten bekunden, dass sie ihre Männer in ihrem Dienst unterstützen werden.

Ein Fest für Diakon Harald Schneider aus Runding

Premiere: Diakon Harald Schneider verkündete das Evangelium. Foto: Heidi Meier
Premiere: Diakon Harald Schneider verkündete das Evangelium. Foto: Heidi Meier

Die Weihe erfolgte durch die Handauflegung des Bischofs in Stille, eine Zeremonie, die die Mitgereisten gebannt verfolgten. Es schien, als falle jedwede Anspannung von Schneider, Hirschberger und Pscheidl ab, als man sie mit der Stola des Diakons und der Dalmatik bekleidete und sie die vielen anwesenden Diakone durch herzliche Umarmungen in ihrer Mitte willkommen hießen. Feierlich überreichte man den Neugeweihten das Evangeliar, denn nun dürfen und sollen sie bei Gottesdiensten das Evangelium verkünden. Die Premiere dessen erlebten am Sonntag die Rundinger, Lederdorner und Chamerauer Gläubigen, die sich zur Einführung des neuen Diakons in der Andreaskirche eingefunden hatten.

Mit den Talenten „protzen“

Harald Schneider mit Frau Manuela, Mutter Elisabeth und Vater Gerhard
Harald Schneider mit Frau Manuela, Mutter Elisabeth und Vater Gerhard

Es brauche eine Aufgabenteilung, wenn die Zahl der Gläubigen größer werde und die Gemeinden mehr, so Pater Peter Renju, Direktor des Exerzitienhauses der Chamer Redemptoristen bei seiner Predigt. Schon die Apostel hätten damals erkannt, dass einige nicht alles tun und leisten könnten. Umso erfreulicher sei es, dass sich Menschen auch heute in den Dienst nehmen lassen. Die Voraussetzung, den Ruf Gottes zu vernehmen, sei jedoch der gelebte Glaube. „Man muss den Ruf Gottes wahrnehmen, vielleicht in einer Sehnsucht, oder in einer Unruhe. Ich weiß, lieber Harald, dass es dich schon lange umgetrieben hat, dass diese Unruhe in dir da war. Und dann gilt es die richtige Antwort zu geben. Diese Antwort haben wir gestern von dir gehört: „Ich bin bereit!“. Viel Freude und Kraft im neuen Dienst wünschte auch Bürgermeister Franz Piendl und versprach, dass ihm die Gemeinderäte stets zur Seite stehen, wenn er sie brauche.

Pfarrgemeinderatssprecher Stefan Müller beschenkte Schneider namens aller Gremien mit einem Obstbaum. Foto: Heidi Meier
Pfarrgemeinderatssprecher Stefan Müller beschenkte Schneider namens aller Gremien mit einem Obstbaum. Foto: Heidi Meier

Die besten Wünsche von den Vereinen und Gremien überbrachte Pfarrgemeinderatssprecher Stefan Müller und hatte für den 44-Jährigen einen Obstbaum mitgebracht. Angelehnt an den Weihespruch von Schneider „Dient einander – jeder mit der Gabe, die er empfangen hat!“ forderte Pfarrer Kilian Limbrunner Schneider auf, er solle mit seinen Talenten „protzen“, brennen für das neue Amt, wenn nicht sogar glühen. „Bleib deiner Berufung treu.“

Bankbetriebswirt und Diakon

  • Zur Person:

    Harald Schneider, geboren 1975 in Cham und aufgewachsen in Willmering, wohnt seit rund 20 Jahren mit seiner Frau Manuela und den beiden Kindern Johannes und Theresa in Runding. Er ist diplomierter Bankbetriebswirt und arbeitet als Firmenkundenberater bei einer Bank in Straubing. Diese Tätigkeit wird er auch weiterhin hauptberuflich ausüben, er ist Diakon im Zivilberuf. Darauf hat er sich mit Theologiestudium im Fernkurs und anschließender diözesanbegleitender Ausbildung rund sechs Jahre lang vorbereitet.

  • Kunst:

    Das Weihebild wurde gestaltet von Künstler Fritz Maier aus Raindorf.

  • Musik:

    Der Einführungsgottesdienst in Runding wurde musikalisch umrahmt vom Kirchenchor Runding, Cantando Lederdorn und Klangregen Chamerau sowie Ruth Spitzenberger an der Orgel.

  • Begrüßung:

    In Chamerau wird der neue Diakon während der Messe am Samstag, 5. Oktober, um 18 Uhr begrüßt, in Lederdorn am 6. Oktober in der Sonntagsmesse um 8.45 Uhr.

Bürgermeister Franz Piendl lud den Diakon ein, sich ins Goldene Buch der Gemeinde Runding einzutragen. Künstler Fritz Maier hat Schneider darin bereits mit seinem Konterfei verewigt. Foto: Heidi Meier
Bürgermeister Franz Piendl lud den Diakon ein, sich ins Goldene Buch der Gemeinde Runding einzutragen. Künstler Fritz Maier hat Schneider darin bereits mit seinem Konterfei verewigt. Foto: Heidi Meier

Die Schlussworte vor dem Stehempfang, bei dem alle Gläubigen den neuen Diakon beglückwünschten, gehörten der Hauptperson des Tages. Zum einen bedankte sich Harald Schneider bei Pater Renju, der immer für ihn da gewesen sei. Sehr freute er sich, dass Ruhestandspfarrer Karl Schmid sowohl bei der Weihe in Regensburg, als auch beim Empfang in Runding dabei war. Dass Pfarrer Josef Pöschl einmal beim Einführungsgottesdienst anlässlich seiner Diakonenweihe als Konzelebrant fungieren werde, hätte sich Schneider nicht zu träumen gewagt. 1993 habe ihm dieser in Waffenbrunn den Primizsegen erteilt: „Manche Saat braucht etwas länger, bis sie aufgeht“, fügte Schneider scherzhaft dazu.

„Ich möchte einfach euer Diakon sein, nicht mehr und auch nicht weniger.“

Harald Schneider, Ständiger Diakon

Neben den beiden anwesenden Diakonen Werner Szörenyi und Alfred Dobler sagte er vor allem seiner Familie und insbesondere seiner Frau Manuela Dank. Man merkte Harald Schneider bei seiner Rede an, dass er angekommen ist, sich wohlfühlt in seiner neuen Aufgabe und zufrieden ist, diesen Weg vor rund sechs Jahren eingeschlagen zu haben. Umso mehr berührten die versammelten Gläubigen seine abschließenden Worte, bei denen er verkündete: „Ich möchte einfach euer Diakon sein, nicht mehr und auch nicht weniger.“

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