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Arbeitsmarkt

Projekt in Cham macht Fortschritte

Ralf Holtzwart, Chef der Bundesanstalt für Arbeit in Bayern, stattete dem Chamer Jobcenter einen Besuch ab.

Josef Beer verteilte beim Besuch von Ralf Holtzwart in Cham Schokolade an Franz Löffler. Foto: cia
Josef Beer verteilte beim Besuch von Ralf Holtzwart in Cham Schokolade an Franz Löffler. Foto: cia

Cham.Alle Beschäftigten des Jobcenters im Landkreis Cham versammelten sich am Freitagvormittag in den Räumlichkeiten der Behörde. Der Vorsitzende der Geschäftsführung der BA-Regionaldirektion Bayern, Ralf Holtzwart, überzeugte sich von den Fortschritten des als innovativ eingestuften Projektes „FLUCHT“.

Der Chamer Geschäftsführer Josef Beer beschrieb in seiner Begrüßungsansprache den steigenden Fokus der Jobcenter in der Öffentlichkeit. Nach der Flüchtlingswelle 2015/2016 wurden die klassischen Zielgruppen der Behörde um eine weitere Komponente erweitert. Unterstützung, Beratung, Qualifizierung und Integration sieht man nun als Hauptziele in der Arbeit mit den Menschen an.

Im Landkreis Cham konnten die Ziele gerade in Bezug auf anerkannte und schutzberechtigte Flüchtlinge sicher erfüllt werden. Gleichwohl bliebe noch viel Arbeit.

Auch Landrat Franz Löffler beurteilt die Entwicklung des Jobcenters positiv. Er erinnerte zunächst an Zeiten um 1987, als die Arbeitslosenquote in der Region Dimensionen hatte, die heute unvorstellbar wären. In Bad Kötzting waren damals etwa 50 Prozent aller Erwerbstätigen ohne Beschäftigung. Betrachte man sich die Zahlen heute, sei einiges über die Entwicklung ausgesagt. Nach neuesten Ermessungen sind im Landkreis Cham lediglich 1,9 Prozent der arbeitsfähigen Personen ohne Job. Zurückzuführen sei diese Entwicklung auf den Mut innovativer Unternehmen. Der Fleiß der Menschen der Region sei aber hierfür die Voraussetzung gewesen.

Fordern und Fördern beibehalten

Das „A und O“ sei jedoch die Bildung: Seitens der Politik erfahre der Bildungsbereich in der Oberpfalz massive Unterstützung. Im Hinblick auf die Tätigkeit und den Ruf des Jobcenters, kann der Landrat vieles nicht nachvollziehen: „Die Bezeichnung, das Jobcenter als stigmatisierende Instanz zu titulieren, wird der tagtäglichen Arbeit der Mitarbeiter in keinem Fall gerecht“, kritisierte Löffler auch das Image der Behörde. Ferner dürfe es beim Thema Hartz 4 zu keiner Wohlfühlatmosphäre kommen. Der eingeschlagene Weg des Förderns und Forderns, müsse beibehalten werden, ergänzte der Landrat.

Beim Thema Flüchtlinge habe Bayern es als einziges Bundesland geschafft, dass keiner draußen schlafen musste. Die Aufgabe des nachhaltig-sinnvollen Umgangs mit den vielen Menschen sei eine Herkulesaufgabe, bei der man in der jüngeren Vergangenheit aber nicht immer gut aussah, räumte Löffler ein.

Der Arbeitskreis FLUCHT sei entstanden, damit alle Beteiligten an einem Tisch vereint, die Aufgaben gemeinsam in Angriff nehmen können. Das Ziel einen hohen Prozentsatz an Menschen nachhaltig in Arbeit, aber auch in die Gesellschaft zu integrieren, fordere Geduld und Anstrengung. Auch dem Thema Innovation müsse immer wieder Platz geschaffen werden. Zwar gelte der Landkreis Cham als Innovationsschmiede, jedoch bestehe kein Selbstverständnis oder gar Anrecht auf diese Außendarstellung.

Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schwandorf, Markus Nitsch, schilderte seine Wahrnehmung nach Betreten des Chamer Gebäudes. Die Optik erinnere nicht an ein klassisches Jobcenter, so Nitsch. Es herrsche eine Wohlfühlatmosphäre, man merke, dass der Kunde hier nicht der vielzitierte Störfaktor sei. Den Mitarbeitern gab er die Bewahrung der offenen Einstellung gegenüber den Kunden mit auf den Weg.

Nun ergriff Ralf Holzwart, Vorsitzender der Geschäftsführung der BA-Regionaldirektion Bayern, das Wort. Seinen ersten Besuch in der Kreisstadt seit 2009 nahm er „als durchwegs positiv“ war. Holtzwart erklärte, dass es in der Oberpfalz die höchste Industriedichte in Bayern gäbe, selbst auf Bundesebene liege man mittlerweile auf den vorderen Plätzen.

Lob von Ralf Holtzwart

Die Mitarbeiterinnen – und Mitarbeitern des Jobcenters ermutigte er, dass das Schaffen einer Perspektive für Menschen etwas außerordentlich schönes sei. Dies sich vor Augen zu halten, sei die Kunst im nicht immer einfachen Alltag. In Cham würden die Mitarbeiter hervorragende Arbeit leisten, in vielen Statistiken wäre die Kreisstadt weit vorne. Im Vergleich zu benachbarten europäischen Staaten würde in Deutschland mit sehr hohen Maßstäben gemessen. Beispielhaft führte der Vorsitzende die Langzeitarbeitslosigkeit an. Essenziell sei neben der Aufgabe der Arbeitsvermittlung auch die Integration in die Gesellschaft. Hiermit schlug Holtzwart erneut die Brücke zur Flüchtlingsproblematik. Diese Aufgabe werde uns alle auch in den nächsten Jahren begleiten, beendete Holtzwart seine Ausführungen.

Projekt „FLUCHT“

Das Innovativ-Projekt „FLUCHT“ des Jobcenters Cham umfasst mehrere Betreuungsebenen. Aus Bedarf jedes einzelnen der Kunden soll unter anderem durch bessere Vernetzung lokaler Netzwerke größere Unterstützung und adäquatere Beratung entstehen.

Hilfe zur Selbsthilfe steht dabei weit oben auf der Agenda. Der Erstkontakt mit dem Jobcenter im Landkreis Cham soll informieren und zur Nutzung von Angeboten befähigen. (cia)

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