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Politik

Projekte kosten Waldmünchen viel Geld

Im Stadtrat ging es um Millionen: beim Hochwasserschutz, dem Straßenbau und der Stabilisierungshilfe, die es wieder gibt.
Von Petra Schoplocher

  • So sieht es aus, wenn der Ulrichsgrüner Bach übers Ufer tritt. Dabei war das, was Waldmünchen am 17. September 2016 erlebt hatte, noch von einem „hundertjährigen Hochwasser“ entfernt. Gegen dieses würde sich die Stadt gerne wappnen, aber das kostet eine Menge Geld. Foto: Schoplocher
  • Dr. Richard Bosl (Zweiter von links), zuständig beim Staatlichen Bauamt Regenburg für den Landkreis Cham, stellte in der Sitzung abgeschlossene und angedachte Maßnahmen vor. Links neben ihm Dr. Markus Ammer, zweiter Referent des Abends.Foto: ps

Waldmünchen.Sieben Millionen Euro. Da mussten die Stadtratsmitglieder am Dienstag Abend erst einmal schlucken. Soviel nämlich würde nach den Berechnungen von Ingenieur Dr. Markus Ammer ein effektiver Hochwasserschutz für Waldmünchen kosten. Ob und wie der umgesetzt wird oder ob die Gefahren für das Stadtgebiet mit kleineren Maßnahmen minimiert werden, soll in den kommenden Monaten genauer ausgearbeitet werden, kommentierte Bürgermeister Markus Ackermann die Studie. Klar sei aber auch: „Wir werden das Thema im Sinne der Sicherheit der Bürger sukzessive in den Griff kriegen“.

18 Millionen Schadenspotenzial

Zuvor hatte Dr. Ammer erklärt, wie sich starke Niederschläge von welchen Seiten der Stadt nähern würden, über den Ulrichsgrüner Bach, die Böhmische Schwarzach, Schaufel- und Stadtbach sowie Nierlbächl. Bei einem hundertjährigen Hochwasser „ist so einiges an Bebauung potenziell betroffen“, nannte er eine Quintessenz seines Gutachtens. Um die Sinnhaftigkeit von Gegenmaßnahmen zu ermitteln, müsse die mögliche Schadenssumme den Baukosten gegenüber gestellt werden. Für das Stadtgebiet habe er 18 Millionen Schadenspotenzial ermittelt, 8,5 davon durch den Schaufelbach.

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Eine Studie soll ermitteln, welche Gebiete in Waldmünchen bei einem „hundertjährigen Hochwasser“ besonders gefährdet sind.

Dessen Abfluss des Schaufelbachs zu drosseln, sei eine Alternative, ein Rückhaltebecken zu bauen ein effektives Mittel. Weil am einzig möglichen Standort im Talraum östlich von Ulrichsgrün der Aufstau (Menge: 260 000 Kubikmeter Wasser) aber drei Meter über das Niveau der Straße dort vonnöten sein, sind massive Dämme nötig – die im Gesamtpaket besagte sieben Millionen Euro kosten würden.

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Das Gutachten förderte auch zutage, dass die Verrohrungen im Bereich des Stadtbachs allesamt zu klein dimensioniert sind. Dies sei „mit überschaubarem Aufwand zu lösen“. Für den Bereich Friedhofstraße sei allerdings keine Überflutungsfreiheit generierbar.

Das Gasthaus Kamm, eines der gelungenen Projekte der Städtebauförderung Foto: ps
Das Gasthaus Kamm, eines der gelungenen Projekte der Städtebauförderung Foto: ps

Ein Großprojekt ganz anderen Typs stellte Baudirektor Dr. Richard Bosl bei seinem ersten Besuch überhaupt im Stadtrat vor: Die Ortsdurchfahrt Geigant, für deren Sanierung schon erste Abstimmungsgespräche stattgefunden hätten. Bosl mahnte, dass sich die Kommune nicht zurücklehnen dürfe in dem Glauben, „der Staat macht das schon“. Denn Gehwege und Randbereiche fallen in die finanzielle Zuständigkeit der Stadt. Auch müssten sich alle Beteiligten von der Idee verabschieden, dass man „sowas unter Verkehr baut. Da geht dann mal eine Zeit lang nix.“

Angedacht sind drei Bauabschnitte, zwei davon kleinere Richtung Waldmünchen, in denen der Kanal nur punktuell saniert würde. Als dringendste Maßnahme Bedarf sah er allerdings den rund einen Kilometer Fahrbahn zwischen Ast und der Bablsäge an, der einzige auf der Strecke, der nicht ausgebaut sei. „Die Planung steht“, nun gehe es an den Grunderwerb. Weitere Projekte sind die Radwege von Geigant nach Zillendorf, die Straße vom Kreisverkehr Hocha in die Stadt sowie der zweite Bauabschnitt Treffelstein – Spielberg.

Viel Geld für Bundesstraßen

Bosl nutzte den Auftritt, um mit einer Mär aufzuräumen. Nämlich der, dass dem Straßenbau Geld in Hülle und Fülle zur Verfügung stünde. Für Bundesstraßen und Autobahnen treffe das zu, nicht aber für Staatsstraßen. Bedauerlicherweise, wie er ergänzte, denn im Landkreis sind 120 der 360 Gesamtkilometer als sanierungsbedürftig eingestuft.

Im Rückblick auf die Maßnahmen 2009 bis 2019 berichtete er von 18 Millionen Euro, die in und um Waldmünchen investiert wurden.

Unterschiedliche Sichtweisen

Beim Themenkomplex Städtebauförderung drifteten die Meinungen im Gremium dann auseinander. Dieter Müller (Junge Wähler) verstand nicht, warum sein Vorschlag (dem bei der vorangegangenen Beratung zu dem Thema nicht widersprochen worden sei) nicht in die neue Gestaltungssatzung aufgenommen worden sei. Er hatte angeregt, grundsätzlich breitere Dachgauben als 1,10 Meter zuzulassen, „weil das ohnehin in jedem zweiten Bauantrag so sei“. Markus Ackermann berief sich auf das mittelalterliche Stadtbild, das eben Gauben einer bestimmten Dimension prägt und verwies auf Instrumentarien, Ausnahmen zuzulassen sowie „einen sehr wohlwollenden Bauausschuss“.

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Manfred Ruhland zeigte sich zum wiederholten Mal unzufrieden mit der Arbeit unter dem Schlagwort „Heimatloft“ und hielt seine Kritik zu den 75 000 Euro Honorar aufrecht. Dieses sei der Maximalbetrag, den die Regierung mitgehe, klärte ihn Markus Ackermann auf. Bezahlt würden nur tatsächlich erbrachte Leistungen, über die Rechenschaft abgelegt werden müsse. Die Homepage sowie das Gesamtprojekt sollen bis 30. Juni abgeschlossen sein, informierte er.

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