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NEUKIRCHEN.B.HL.BLUt.

Pronold fordert für weitere Nutzung der Hohenbogen-Türme die Politik

Will auch die Bundeswehr für das Museum in die Pflicht nehmen – SPD-Landesvorsitzender Florian Pronold (3.v.r.) im Gespräch mit Michael Schreiner (3.v.l.), MdL Franz Schindler, Konrad Müller, der Bundestagsabgeordneten Marianne Schieder und dem Neukirchener Bürgermeister Sepp Berlinger vor den Informationstafeln im Turm (v.l.n.r.).

Starker Regen zwang am Freitag eine kopfstarke Delegation der SPD, die geplante Auffahrt mit der Sesselbahn zum Hohenbogen abzusagen und sich in einer Autokolonne über die nebelige Bergstraße zur ehemaligen Bundeswehr-Einsatzstellung „vorzutasten“. Was ihnen Investor Michael Schreiner und Dr. Markus Lemberger von der Abteilung Regionalmarketing des Landratsamtes hier präsentierten, war die Mühe wert.

Dr.Lemberger erläuterte nach der Begrüßung durch die Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder und Bürgermeister Sepp Berlinger, welche Bedeutung das geplante Panorama-Resort in der ehemaligen Militär-Einsatzstellung am Hohenbogen für das Aktionsbündnis „Künisches Gebirge“/Ralovsky hvozd hat. „Für uns ist das ein Leuchtturm-Projekt“, sagte Lemberger, dessen Bedeutung weit über die vielschichtige Zusammenarbeit im Aktionsbündnis hinausreiche.

Museum ist ein Knackpunkt

„In Bayern gibt es kein Museum des Kalten Krieges“, erläuterte Investor Michael Schreiner zu Beginn seiner Projektpräsentation. Deshalb sei es für ihn sehr wichtig, dass die Landesstelle für nichtstaatliche Museen dieses Konzept mitträgt, das darauf abzielt, Erinnerungsstücke an den „Kalten Krieg“ sowohl von den NATO-Staaten, als auch aus den früheren Staaten des Warschauer Paktes zu präsentieren. Hierfür sei Unterstützung aus der Politik notwendig. Sehr optimistisch zeigte sich Schreiner über eine sich abzeichnende Zusammenarbeit mit den Universitäten Regensburg und Pilsen sowie mit der Hochschule Deggendorf. Ebenso sei eine Kooperation mit der UDV in Prag in die Wege geleitet, die mit der Birthler-Behörde in Deutschland vergleichbar ist.

Neben dem Museum, bei dessen Aufbau sich der Traditionsverein der ehemaligen Hohenbogen-Kaserne stark engagiere, sei ein Forschungsbereich geplant, den Universitäten ebenso wie Entwicklungsabteilungen der Unterhaltungs- und Elektronikindustrie nutzen könnten. Der Vorteil für diese Einrichtungen sei, dass die Türme HF-geschützt sind, weshalb zum Beispiel auch der Gebrauch eines Handys im Turm unmöglich ist, weil nur Signale von außen aufgenommen werden, aber keine Impulse abgestrahlt werden können.

Auch bei optischen Übertragungen bringe dieser Schutzschild für die Wissenschaftler große Vorteile, die sonst nur in einem teuer zu errichtenden Neubau geschaffen werden könnten. „Hier ist die gesamte Infrastruktur schon vorhanden, die Wissenschaftler brauchen“, so Schreiner, der auch kurz die Pläne für das „Künstlerviertel“ im Bereich der früheren amerikanischen Einsatzstellung erläuterte.

Neue Pläne waren nötig

Eine große Hürde bei der Vorbereitung sei das Fehlen von Planunterlagen gewesen, erklärte Schreiner, der nicht nur das ganze Gelände vermessen, sondern auch einen Bebauungsplan anfertigen lassen musste.

Für den SPD-Landesvorsitzenden Florian Pronold, der aus Deggendorf stammt, könnte nach den Plänen der Investorengruppe Schreiner „etwas einzigartiges“ entstehen, das von politischer Seite unbedingt zu unterstützen sei. Auf Bundesebene müsse für das „Kalte-Krieg-Museum“ auch das Verteidigungsministerium in die Pflicht genommen werden, forderte Pronold, das sich hier „billig abgespatzt“ habe.

„Diese Idee beweist Weitblick“, bescheinigte der Bundestagsabgeordnete dem Unternehmer Michael Schreiner. Schließlich sei das auch ein sehr symbolträchtiger Ort, der die Zeit des „Kalten Krieges“ darstellen solle. „Für die Verwirklichung werden mit Sicherheit weitere Investoren nötig sein“, zeigte sich Florian Pronold überzeugt. Mit Fördermitteln alleine seien solche Investitionen nicht zu bewältigen. Bei der Förderung müsse auch deutlich gemacht werden, wie sinnvoll diese ist, denn schließlich seien hier schon Millionen von Steuergeldern verbaut worden, was eine Nachnutzung besonders interessant mache.

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